Kieferchirurgischer Einsatz im Murunda Hospital, Ruanda, vom 22.2. bis zum 1.3.2019

Montag, 11. März 2019

Auf Einladung der Sektion Vreden fuhr eine kleines Team der Sektion Stuttgart-Münster zu einem kieferchirurgischen Einsatz in das auf fast 2.000 m Höhe gelegene Murunda Hospital, dem Vorzeigeprojekt der Sektion Vreden.

Es sollte vor Ort der Bedarf an operativen Maßnahmen auf dem Gebiet der MKG- und Kopf-Halschirurgie abgeschätzt und davon abhängig eventuelle weiter zukünftige ähnliche Projekte dort geplant werden.

Das Team Bestand aus einem MKGler, einem Anästhesisten, einer OP-Schwester und einem Anästhesiepfleger, die sich bereits von mehreren gemeinsamen Einsätzen in Myanmar kannten. Ergänzt wurde die Gruppe durch Thorsten Huhn, einem ortskundigem Techniker aus Vreden, der über die Technik hinaus ein „richtiges Händchen“ für zu lösende Probleme hatte. Es waren 4 OP-Tage vorgesehen.

 

 

 

Nach unproblematischer Anreise über Brüssel in die Hauptstadt Kigali empfing uns ein überall grünes, sehr sauberes und gepflegt wirkendes bevölkerungsreiches Land. Am ersten Tag wurden wir Zeugen des allmonatlichen „Cleaning Day“, an dem die gesamte Bevölkerung einschließlich der Regierungsmitglieder Straßen, Plätze und Grünanlagen bei ruhendem Verkehr reinigten. Während des gesamten Einsatzes sahen wir keinen Müll auf den öffentlichen Flächen. Plastiktragetaschen sind dort verboten! Das von der Sektion Vreden neuerrichtete und ausgestattete Krankenhaus und das angegliederte Guesthouse der Sektion schufen optimale Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz.

Arnulf Lehmköster hatte uns lange zuvor vor Ort angekündigt und den dortigen Ärzten unser OP-Spektrum beschrieben, sodass ein vorselektiertes Patientengut auf uns wartete. Nachdem Herbert, Dirk und Thorsten aus einem Sulla- und einem Staxelgerät eine funktionstüchtige Narkosemaschine gebaut hatten, konnten 3 gewaltige Strumen, 5 Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, 1 Menigomyelozele, 1 mediane Halszyste, eine ausgedehnte Ranula des Mundbodens und einige weitere Befunde der Mundhöhle und der Gesichtshaut operativ ohne Komplikationen operativ behandelt werden. Immer unter Assistenz von Dr. Bosco, einem sehr interessierten Chirurgen des Hauses, und dem alles überblickenden OP-Pfleger Manu. Das optimal geordnete und gefüllte Lager der Sektion Vreden hatte für alles eine Lösung parat. Allerdings hätten wir in den vier Tagen noch mehr Eingriffe durchführen können.

Da sich das einheimische Personal sehr zufrieden über die dort bislang nicht durchgeführten Operationen, die erzielten Ergebnisse und die bereits nach ein bis zwei Tagen mögliche Entlassung der Patienten äußerte, gehen wir davon aus, dass man uns bei einer Wiederholung des Einsatzes sehr viel mehr Patienten präsentieren würde. Mit der dringenden Bitte wieder nach Muranda zu kommen wurden wir am fünften Tag nach der Visite vom ärztlichen Direktor, dem Pfarrer der das Krankenhaus betreibenden Diozöse und dem sehr engagiertem Krankenhauspersonal verabschiedet. Wir kommen sehr gerne wieder! Und danken der Sektion Vreden für ihre Einladung und ihre Gastfreundschaft.

Teammitglieder: Herbert Bauer (Anästhesist)

Gerry Schmidt (OP-Schwester)

Dirk Bierawski (Anästhesiepfleger)

Thorsten Huhn (Techniker)

Michael Bergermann (MKG-Chirurg und Teamleiter)

 

Welver, den 08.03.2019 Michael Bergermann