Einsatzbericht des augenärztlichen Teams vom 25.09. bis 07.10.2016 in Puma/ Tansania, Krankenhaus des katholischen Ordens „Mother of the Holy Cross“

Donnerstag, 3. November 2016

Dr. Christiane Schilling (Augenärztin), Dr. Steffen Jurkutat (Augenarzt), Dr.Frank Klemm (technischer Mitarbeiter, Vorsitzender Verein „Vision for Puma“ e.V.), Ramona Sellke (OP- Schwester), Maximillian Rasch (Werkstudent)

Wie schon der Einsatz im Juni/ Juli in diesem Jahr, war auch unser Einsatz mit Schwierigkeiten verbunden. Das begann bereits im Vorfeld, als durch das Medical Council of Tanganyika neue Bedingungen für die Arbeitserlaubnis festgelegt wurden. So war ab 20.09.2016 eine online Registrierung für die Ärzte gefordert, bei der sämtliche Dokumente eingepflegt sein mußten. Die Beschaffung dieser Dokumente in der kurzen Zeit war fast unmöglich, ließ sich jedoch unter Mithilfe der entsprechenden Stellen (polizeiliche Meldestelle, Landesärztekammer, Landesverwaltungsamt, Dolmetscherbüro) noch am letzten Tag vor der Abreise realisieren. Allerdings hatte die entsprechende Website eine Störung und ließ keine Übermittlung der Dokumente zu. Unsere Reise begann also mit einer ziemlichen Verunsicherung. Wir trafen uns in Berlin Tegel, wo erst mal ein großes Umverteilen des Gepäcks sowie eine massive Überredungskunst bzgl. des Übergepäcks (einschließlich der dringend georderten chirurgischen Sachen) erforderlich waren. Der Flug mit der KLM und Zwischenlandung in Nairobi gestaltete sich ohne Probleme, jedoch fehlten am Flughafen in Kilimandscharo/Arusha zunächst unser Fahrer und dann noch 4 wichtige Koffer. Nach entsprechender Reklamation und Diskussion wurde uns die Ankunft der Koffer für den Folgetag versprochen. Daraufhin beschloß Pater Joseph, unser Fahrer, nach Rücksprache mit dem Kloster, daß wir die Nacht über in Arusha verbringen und erst am nächsten Tag mit vollständigem Gepäck nach Dareda starten sollten.

In Dareda wurden wir wie immer sehr herzlich von den Schwestern und Kindern empfangen. Wir begangen bereits am ersten Abend mit der Sprechstunde, die bis 20 Uhr ging. Am nächsten Morgen setzten wir diese bis 11 Uhr vormittags fort.

Patienten wurden untersucht, mit Brillen versorgt und zur Operation in Puma einbestellt. Am Folgetag ging unsere Fahrt nach Gehandu weiter, wo diesmal 15 Patienten auf uns warteten.

Nach dem Mittagessen fuhren wir dann weiter nach Puma, wo wir mit Beginn der Dunkelheit eintrafen.

Wir bezogen unsere Zimmer, aufgrund der ungünstigen Koordination mit der Anwesenheit von 2 Teams erwies es sich als Glücksumstand, dass Resident Martin (chirurg. Kollege) derzeit auf Heimaturlaub weilte und seine Räume zur Übernachtung zur Verfügung standen.

Da das Chirurgenteam vor uns bereits seine Entscheidung hinsichtlich des OP-Saales getroffen hatte, blieb uns nur eine größere Räumaktion, um den ungewohnten Saal I für den nächsten Tag zum Operieren fertig zu machen.

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Das Abendessen mit dem Chirurgenteam beendete diesen Tag.


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Entgegen den sonstigen Erfahrungen blieb der tägliche Patientenzulauf konstant bzw. steigerte sich anfangs von Tag zu Tag.

Insgesamt haben wir in den 1,5 Wochen 260 Patienten in der Ambulanz untersucht, 35 Operationen durchgeführt (25x Cataract-OP, 6 Pterygien, 1 Ptosis- OP, 1 Enukleation, 1 perforierende Verletzung 1 Nachstardiszission), 57 Brillen ausgeteilt und wieder sehr viele Augentropfen ordiniert.

Der bürokratische und zeitliche Aufwand durch die zunehmende Anzahl an versicherten Patienten war deutlich erhöht, es waren mehrere Dokumente pro Patient vom Arzt für die Versicherung auszufüllen. Da uns außer für die Cataract-Operationen keine aktuellen Preislisten vorlagen, richteten wir uns nach den alten Vorgaben. Hier sollte im Vorfeld der nächsten Reise das Kloster uns über Änderungen informieren sowie die unterschiedlichen Formulare für die Versicherten nach Operationen, Medikamenten und Brillenausgabe mit entsprechenden Hinweisen bereitstellen.

Die neue Leitung der Blindenschule in Ikundu ist sehr an einer augenärztlichen Betreuung interessiert und ging ausgesprochen fürsorglich mit den Kindern um. Wir konnten 21 Kinder sowie Ihre Betreuerin untersuchen, die mitgebrachten Brillen und eine Blindenschreibmaschine (organisiert durch Dr. Schiller) übergeben. Einige Kinder wurden mit Brillen versorgt.

Am Sonntag erfolgte nach Gottesdienst und Mittagessen der Ausflug nach Singida und an die Salzseen.

Die Versorgung und Verköstigung im Kloster war wie gewohnt hervorragend, die Transporte mit Pater Joseph und Bruno, und die Zusammenarbeit mit dem Personal des Krankenhauses verliefen reibungslos und zur Verabschiedung bekamen wir neben herzlichen Dankesworten und – Liedern wieder reichlich Geschenke.

Die Tage waren gut mit Arbeit ausgefüllt und die Zeit verging sehr schnell.


Der Ambulanzneubau im Kloster schreitet voran und während unseres Aufenthaltes wurde gerade der Dachstuhl aufgesetzt. Beide Pater Antonius und Mutter Melania versicherten uns die Fertigstellung und den Einzug in das neue Gebäude für das nächste Jahr im Mai.

Ermöglicht wurde auch dieser Einsatz wieder durch die Unterstützung von Sponsoren und Firmen. Erwähnen möchten wir u.a. Geuder „Die Plattform“, Bausch & Lomb, Omnivision, Thea Pharma, Human Optics, Graupner, Möller-Wedel, Ursapharm, Afidera, sowie die vielen privaten Spender bei denen wir uns speziell auch im Namen unserer Patienten vielmals dafür bedanken.