Ehrennadel für Andrea Huth

Donnerstag, 23. Mai 2019

Dr. Andrea Huth erhält Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt

Im Jahre 2004 wurde durch Interplast Germany e.V, Sektion Siebengebirge,.die Zusammenarbeit mit dem Missionskrankenhaus „Queen of universe“ in Puma in Tansania begründet. Fünf Jahre später begannen auch die Augenärzte, durch Vermittlung der „Christophel Blinden Mission“ ihre regelmässige Arbeit in Puma. Sie wurde von Dr. Klaus Schiller (Glauchau) begonnen und später durch die Augenärzte Dr. Schilling, Dr. Andrea Huth und Dr. Frank Klemm fortgesetzt. Sie haben inzwischen den eigenen Verein „Vision for Puma“ gegründet und organisieren und finanzieren ihre Auslandseinsätze selber.

Dr. Andrea Huth ist Oberärztin am Universitätsklinikum Halle (Saale), sie hat am 15. Mai 2019 für diesen langjährigen Einsatz die Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt erhalten. Überreicht wurde die Auszeichnung von Prof. Dr. Armin Willingmann, Landesminister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung.

Minister Willingmann betonte: „Das Engagement von Frau Dr. Huth ist ebenso großartig wie beispielhaft. Wer Freizeit opfert, eigenes Geld einsetzt und Verantwortung übernimmt, um Menschen in Entwicklungsländern zu helfen, macht Hippokrates alle Ehre und verdient unseren größten Respekt. Mit der Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt wird dieses besondere Engagement gewürdigt.“

Der Dekan der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Prof. Dr. Michael Gekle, schloss sich diesen Worten an. „Es ist eine Auszeichnung des langjährigen ehrenamtlichen Engagements und wir freuen uns, dass das Land dieses mit der Ehrennadel würdigt. Es ist schön, solche engagierten Menschen und fähigen Ärzte wie Dr. Huth bei uns zu haben, die mit ihrer Hilfe im Ausland in gewisser Weise auch die halleschen Universitätsmedizin repräsentieren“, sagte er.

Dr. Andrea Huth, Oberärztin der halleschen Universitätsklinik und Poliklinik für Augenheilkunde, ist seit 2009 im Verein „Vision für Puma“ aktiv. Puma ist eine Stadt in Tansania, etwa 400 Kilometer vom Flughafen Kilimandscharo entfernt, auf etwa 1.500 Meter Meereshöhe gelegen. Das afrikanische Land ist etwa zweieinhalb Mal so groß wie Deutschland und hat rund 57,3 Millionen Einwohner. „Im gesamten Land Tansania gibt es etwa ein bis zwei Augenärzte pro eine Million Einwohner. Im Vergleich dazu stehen in Deutschland durchschnittlich 82 Augenärzte pro eine Million Einwohner zur Verfügung; allein in Sachsen-Anhalt sind etwa 250 Augenärzte aktiv“, sagt die Medizinerin, um zu verdeutlichen, wie schwierig die Versorgungslage ist. Hinzu kommt, dass sich die Augenärzte in den größeren Städten Tansanias konzentrieren und die Landbevölkerung keinen Zugang zur augenärztlichen Versorgung hat. 

Huth fährt etwa einmal pro Jahr für zwei Wochen nach Tansania – in ihrer Urlaubszeit. Auch Material bringt sie häufig selbst mit. Vor Ort operiert sie mit ihrem Team und dem lokalen Personal dann beispielsweise am häufigsten den Grauen Star im Auge. „Eine gut behandelbare Erkrankung, die aber mangels Behandlung in Ländern wie Tansania zur Erblindung der Menschen führt“, sagt Huth. „Es ist unheimlich zufriedenstellend, wenn man sieht, was man erreichen kann“, sagt Huth über ihr Engagement. Das hat sich mittlerweile über ihren Verein auch auf Myanmar und Burkina Faso ausgeweitet. Wichtig sei aber auch Hilfe zur Selbsthilfe, also das Anleiten der einheimischen Ärzte.