Weihnachtsbrief Sektion Siebengebirge

Freitag, 8. Dezember 2017

INTERPLAST – Germany e.V.

Gemeinnütziger Verein für Plastische Chirurgie in Entwicklungsländern

Sektion Siebengebirge

Vorstand: Dr. Michael Schidelko,

Im Wingert 25 53604 Bad Honnef Tel 02224-6123 info@cts-honnef.de

 

Liebe Freunde und Förderer ! Bad Honnef, im Advent 2017

Wenn ich nun das erste Jahr ohne feste berufliche Tätigkeit fast hinter mir habe, ist bei mir als Jungrentner keine Langeweile aufgekommen; denn alles, was ich bisher für Interplast nebenher gemacht habe, füllt jetzt fast mein gesamtes Tagewerk aus. Zum Glück fehlt der Druck durch Praxis und Klinik, so dass man die vielfältigen Aufgaben mit einer gewissen Entspannung tätigen kann.

Unsere Sektion hat im abgelaufenen Jahr 18 Einsätze durchgeführt bzw organisiert und damit wieder die Leistung des Vorjahres erreicht. Die Besonderheit aber war, dass eine Reihe von Ein- bzw Zwei-personen Einsätzen dabei waren: In Puma hatte noch bis Mitte des Jahres der Unfallchirurg und Orthopäde Martin Krajewski durchgehend gearbeitet und mit der 10.000 sten Operation seit Bestehen des neuen Krankenhauses seine Tätigkeit in Tansania beendet. Ihm folgte der Plastische Chirurg Marco Bertrams, der noch bis März 2018 bleiben wird.

Die vom BMZ geförderte Ambulanz ist nach einigen Schwierigkeiten und Verzögerungen inzwischen fertig und erleichtert die Tagesarbeit aller Mitarbeiter enorm. Inzwischen wurde auch der von uns geförderte Arzt Dr. Daniel mit seiner Facharztausbildung fertig und hat seine Arbeit in Puma aufgenommen.

Als sehr effektiv erwies sich die Zusammenarbeit der Augenärztlichen –Teams mit dem Plastischen Chirurgen, die einige sehr ungewöhnliche Fälle operieren konnten.

Im Juni traf der erste Container ein, in dem neben der neuen Einrichtung für die OPD noch zahlreiche wertvolle Ausstattungsstücke für OP und Krankenhaus (Industriewaschmaschine, Extensionstisch, Ultraschallgeräte) ankamen.

 

Weiter ging auch der Ausbau der OP Station in Nord-Malawi. Unter Kontrolle und Mitarbeit unseres neuen Partners, des schweiz-kanadischen Ehepaares Hangartner machte das neue Gebäude kräftige Fortschritte. Mit den von uns in einem weiteren Container gelieferten Materialien – von Bodenbelägen und Türen bis zum Sterilisator und Notstromgenerator) ist eine effektive Operationsstation für den ärmsten Teil des Landes im Entstehen. Hier hat sich auch die Kooperation mit dem Diozösanbischof Mtumbuka und den vielen engagierten Kollegen im Krankenhaus in Chitipa ausgezahlt, durch die viele organisatorische Schritte erleichtert wurden.

.

Neben zwei plastisch-rekonstruktiven OP-Teams kam auch wieder der Allgemeinchirurg Werner Wagner mit seinem Team, um die zahlreichen Riesen-Strumen zu operieren. Erleichtert durch eine großzügige Erbschaft und einen weiteren Groß-Sponsor konnten wir hier wirklich effektive Hilfe in einem der ärmsten Länder Afrikas einbringen, die den einheimischen Ärzten langfristig Arbeitsmöglichkeiten auf hohem Niveau bieten wird.

Unser dritter Schwerpunkt hat sich im Norden Madagaskars, in der Stadt Antsiranana (Diego) etabliert. Wie schon berichtet, wurden uns hier dauerhafte Arbeitsmöglichkeiten in einer optimal ausgestatteten Privatklinik angeboten. Neben inzwischen sechs Teams in den letzten 2 Jahren arbeitete in diesem Sommer ein Arztehepaar aus Fulda durchgehend für 6 Monate in Diego. Die optimale Ausstattung täuscht allerdings über die Schwierigkeiten hinweg, die sich bei langfristigem Engagement auf organisatorischer Ebene ergeben. Hier werden noch zahlreiche Gespräche geführt und Vereinbarungen getroffen werden müssen.

Und dann gab es ja noch die Jubiläen: Gleich zu Jahresanfang feierten wir den 80. Geburtstag unseres Vereinsgründers Gottfried Lemperle mit einem hochkarätig besetzten Symposium in Frankfurt. Im Februar konnten wir das zwanzigjährige Bestehen des Projektes von Heinz Schöneich in Burma(Myanmar) bewundern und feiern und dabei höchst eingängige Momente dieses wunderbaren Landes erleben. Zum Jahresabschluß gab es dann das Jubiläum zum ebenfalls zwanzigjährige Bestehen „unseres“ Interplast-Krankenhauses in Sankhu-Nepal zu feiern. Hein Stahl mit vielen Kampfgefährten hat hier eine Modellklinik für Plastische Chirurgie mit Ausstattung auf höchstem Niveau geschaffen, die auch den Kräften des Erdbebens im Vorjahr ohne Schaden standgehalten hat.

Bei aller politischen Ungewissheit und allen Klagen auf hohem Niveau ist eines gewiss: mit Ihrer aller Hilfe wird unser Bestreben fortgesetzt werden können, die ungleiche Verteilung der Güter dieser Welt durch unser Tun ein wenig auszugleichen.

Ein dankbares Lächeln unserer Patienten ist die schönste Belohnung für unsere Arbeit – und dieses geben wir hiermit gerne weiter.

In diesem Sinne ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein glückliches Neues Jahr wünschen

Michael Schidelko Regina J.Schidelko

 

 

 

 

Spendenkonto IBAN DE 43 380 400 070 277 777 900