St. Richard Pampuri Medical and Research Centre, Khandwa , Indien 12.10. 2013 – 26.10.2013

Dienstag, 7. Januar 2014

Für Bruder Savio vom Hospitalorden der Barmherzigen Brüder des Hl. Johannes von Gott, (Hospitaller Brothers of St. John of God, Indian province), ging am 08. Dezember 2012 in Khandwa, M.P., ein Lebenstraum in Erfüllung : endlich konnte nach 4-jähriger Bauzeit das neue St. Richard Pampuri Krankenhaus eingeweiht werden. Nun galt es, Geräte und Betten zu beschaffen und die örtlichen Mediziner zur Mitarbeit zu gewinnen und schließlich wurde im Mai 2013 mit der Patientenversorgung begonnen.

Im Oktober 2013 durfte dann auch unsere pro interplast- Gruppe das diesjährige Operationscamp, das 6. in Zusammenarbeit mit der Diözese Khandwa, im neuen Krankenhaus abhalten.

Wieder dabei waren die Schwestern Elke Fischer, Alexandra Baier und Maria Klonek, der Orthopäde Jan Matussek, der Spalt-Chirurg Oren Friedman und die Anästhesisten Franz Heger, Rosi Schott und Barbara Dünzl. Auch in diesem Jahr wurde unser Team verstärkt durch Rémy Zilliox und für ihn finanzierte Hajo Schneck den Flug für Sabine Schatz, als Assistentin.

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von l.n. r. Sam Hahn, Michèle Zilliox, Barbara Dünzl, Oren Friedman, Hilde Stadtmüller, Rosi Schott, Rémy Zilliox, Franz Heger, Sabine Schatz, Maria Klonek, Jan Matussek Elke Fischer, Alexandra Baier, ein Sponsor, Fr. Sepi, Bro. Bino, Marliese Heger

 

Eine ganz besondere Freude war für uns, dass uns Hilde Stadtmüller (pro interplast) begleitete, um ganz unmittelbar einen Eindruck von solch einem Camp zu gewinnen. Obwohl sicher vieles neu und fremd für sie war, arbeitete sie sich rasch ein und unterstützte Jan Matussek tatkräftig.

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Neu bei diesem Einsatz war auch, dass Michèle Zilliox und Marliese Heger auf eigene Kosten mitkamen, unerschrocken die Sehenswürdigkeiten der Umgebung erkundeten und uns von den Wundern außerhalb des Krankenhauses berichteten.

Vor uns anderen lagen 11 arbeitsreiche Tage, beginnend mit dem Screening von ca. 170 Patienten. Aufgrund des verstärkten Teams konnten zum Teil 3 OP-Tische betrieben und 115 Eingriffe an 108 Patienten im Alter von 3 Monaten bis 70 Jahren durchgeführt werden. Die Verteilung der Krankheitsbilder zeigt das Diagramm:

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Wieder überwogen die Verbrennungen, aber auch orthopädische und Probleme im HNO-Bereich waren zu behandeln.

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Lalith, 8 Jahre, Verbrennung an Schulter, Ellbogen und Handgelenk

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Rani, angeborene Klumpfüße

 

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LaxmiBai, 30 Jahre, Lippenspalte

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Die kleine Bathiya aus Manaklao, die schon über mehrere Jahre von uns betreut wird, konnte diesmal, dank der Unterstützung durch Herrn Jörn Brom und Herrn S. Birke mit einer Augenprothese versorgt werden.

Zur Hälfte des Camps durften wir zur Erholung am Sonntagabend, im ca. 1 Autostunde entfernten Burhampur ein islamisches sowie ein Sikh-Heiligtum besuchen und waren danach bei Fr. Benni zum Abendessen eingeladen.
Und dann kam am Ende des Einsatzes noch ein besonderer Höhepunkt: In einem nahegelegenen Internat für Adivasi (Ureinwohner)-Kinder aus den Dörfern führten die Schüler im Alter von 5 bis 15 Jahren mit hinreißendem Eifer Tänze und Gesänge für uns auf.

Beim Vergleich mit unseren Voreinsätzen in meist von Schwestern geführten Krankenhäusern zogen wir folgendes Fazit: das neue Krankenhaus ist apparativ gut ausgestattet und die Stadt Khandwa bietet, falls erforderlich, viele Möglichkeiten zu weiterführender Diagnostik, wie Computertomogramm oder Kernspin-Untersuchung.

Wir waren gut untergebracht und man bemühte sich sehr, uns den Aufenthalt angenehm zu gestalten. Allerdings fehlte ein bisschen die phantasievolle Art der Schwestern besonders, was die Verpflegung angeht. Da junge Frauen aus der Umgebung für uns kochten, war das Essen entsprechend den indischen Gewohnheiten deutlich eintöniger. Und es fehlten einheimische Kräfte im OP, die unsere Schwestern bei der Aufbereitung der Instrumente hätten unterstützen können, aber diese Dinge können sicher bei einem weiteren Einsatz im Vorfeld besprochen werden.

Am Ende der 2 Wochen waren alle erschöpft und freuten sich auf die Heimkehr. Die vielen Erlebnisse und Eindrücke müssen sich erst langsam setzen…
Bruder Savio hat inzwischen noch große Pläne zum weiteren Ausbau seines Krankenhauses.

Unser Dank gilt neben unseren indischen Partnern besonders pro interplast und Frau Waltraud Huck für die erneute Finanzierung des Einsatzes, des weiteren der Fluggesellschaft Emirates für die großzügige Übergepäckregelung und der Fa. Pajunk, die uns wieder unentgeltlich Spinalnadeln zur Verfügung stellte sowie dem Rotary Club Schwandorf für eine großzügige Spende zur Beschaffung von Schienen für unsere Poliopatienten

B. Dünzl