Puerto Princesa / Palawan Philippinen Februar 2012

Samstag, 20. Juli 2013
Bericht Pro Interplast Einsatz
Puerto Princesa / Palawan Philippinen Februar 2012

Im Frühjahr des Jahres 2012 (24. 2. 2012 bis zum 10. 3. 2012) haben wir einen Folgeeinsatz für Pro Interplast Germany in Puerto Princesa / Palawan / Philippinen durchgeführt.

Parallel zum Einsatz, von dem hier berichtet wird, wurde durch ein anderes Team aus der selben Gruppe der Folgeeinsatz für unser seit 1994 laufendes Operationsprogramm in San Carlos / City / Pangasinan durchgeführt. Von diesem Einsatz wird von der Teamleiterin ( Dr. Astrid Krönchen- Kaufmann) gesondert berichtet.
Die Kosten beider Einsätze wurden – wie schon seit vielen Jahren – aus Mitteln des gemeinnützigen Vereines Pro- Interplast- Seligenstadt getragen. Herzlichen Dank an die Vereinsvorsitzende Frau Waltraud Huck und Ihre Mitarbeiter für Ihren professionellen, unermüdlichen und extrem engagierten Einsatz zugunsten unserer Arbeit !
Das Team, das am 24. 2. 2012 mit Emirates auf die Philippinen gereist ist, setzte sich wie folgt zusammen:
Paulus, Dr. Pascal Brüssel / Belgien ( Zahn- Mund- Kieferchirurg)
Loehlein, Dr. Christian Velbert (Anästhesist, Teamleiter)
Poledniok, Barbara Velbert (OP- Schwester)
Kaposi, Gordana Velbert (Anästhesie- Schwester)
Müller, Dr. Thomas Werl ( Viszeral- und Unfallchirurg)
Berges, Dr. Sven Velbert ( Anästhesist)
Als Gäste bei dem Einsatz ( Mitarbeit im Team, Flug auf eigene Kosten ) waren dabei:
Müller, Rosalinda Werl ( Anästhesieschwester, AWR)
Vinluan – Loehlein, Velbert (Kinder- und An.-schwester)
Josephine
Brandt, Bastian Aachen ( Medizinstudent)
Schoenaers, Dr. Nathalie Brüssel / Belgien ( Zahnärztin, ZMK- Chirurgin)
Die Anreise war problemlos und auch zum Glück nicht durch schwierige Diskussionen über das Übergepäck belastet – Emirates erwies sich in diesem Falle als sehr kulant. Auch die Weiterreise innerhalb des Landes mit Philippine Airlines konnte nach entsprechender Vereinbarung im Vorfeld ohne zusätzliche Kosten erfolgen ( 200 Kg zusätzliches Gepäck frei nach direkter Ansprache des Besitzers der Airline!).
Primär geplant war – wie stets – die Mitreise eines erfahrenen Plastischen Chirurgen (PD Dr. med. Tim Wolter, Aachen). Herr Wolter hat leider aus wichtigem Grund sehr kurzfristig absagen müssen, das OP- Programm musste entsprechend modifiziert werden. Sehr wohl anstehende plastische Operationen wurden im Konsens mit unseren Partnern – wenn das möglich war – um ein Jahr verschoben.
Die Einsatzserie auf der Insel Palawan wird seit 1997 mit wenigen Unterbrechungen durchgeführt. Wir sind in dieser Zeit Zeugen von erheblichen Veränderungen in Puerto Princesa geworden. Die Stadt ist mittlerweile in einer ausgeprägten Aufbruchstimmung und hat sich zu einem viel frequentierten Ziel für einheimische und auch internationale Touristen entwickelt.
Bedauerlicherweise hat das Gesundheitswesen der Stadt bisher in keiner Weise an der positiven Entwicklung der Insel teilhaben können. Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist nach wir vor auf das staatliche „Ospital ng Palawan“ angewiesen, in dem äußerst beengte Verhältnisse und teilweise durchaus schockierende hygienische Verhältnisse herrschen.
Die tatkräftige Unterstützung der „Gäste“ machte es dem Team möglich, nahezu durchgehend an zwei Tischen ( wenn auch in einem relativ kleinen OP- Saal ) parallel zu arbeiten.
Insgesamt konnten so 94 Patienten operiert werden, es wurden dabei 127 Operationen durchgeführt.
Operiert wurden u.a 19 Lippenspalten, davon 6 doppelseitig, 17 Gaumenspaltplastiken, 3 Patienten mit Syndaktylien (teilweise bds.) , 2 ausgedehnte Parotismischtumoren.
Highlights waren u.a. zwei Patienten bei denen es nach relativ banalen Traumen ( 1 Ellenbogen-Luxations- Fraktur, 1 komplette Unterarmfraktur) durch insuffiziente Primärversorgung (bzw eher Nicht- Versorgung!) zu ausgesprochen behindernden Defektheilungen gekommen war.
Zu bedeutsamen Komplikationen bei Operationen und Narkosen und kam es nicht. Die lückenlose Betreuung der Patienten im Aufwachraum durch Mitglieder der Gruppe hat sich dabei wieder bewährt.
Eine Besonderheit des Ospital ng Palawan ist ein seit Jahren chronifizierter Kleinkrieg zwischen einem auf Krankenhausgelände praktizierenden alten Orthopäden ( pikanterweise bis zum Wechsel des Krankenhauses in staatliche Trägerschaft „Chief of the Hospital, mittlerweile Repräsentant einer englischen NGO mit besten Verbindungen in ländliche Regionen der Insel ) und dem aktuellen Ärztlichen Direktor. Da wir die Kooperationswilligkeit von beiden Kollegen dringlich brauchen, war im Umgang mit beiden in den vergangenen Jahren viel diplomatisches Geschick gefragt. Diese Situation wird sich durch die Pensionierung von Dr. Juan – dem noch aktuellen CoH – sicher entspannen.
Zusammenfassend kann von einem erfolgreichen und ungestörten Einsatz berichtet werden:
Die Anreise war problemlos, der Einsatz des Teams lokal gut vorbereitet, so daß 94 Patienten ohne Komplikationen versorgt werden konnten.
Velbert den 12. 9. 2012
Dr. med. Christian Löhlein, Teamleiter
Institut für Anästhesiologie, Operative Intensivmedizin und Schmerztherapie
Klinikum Niederberg

Velbert