P U M A / S I N G I D A 18.07. – 01.08.2015

Donnerstag, 5. November 2015

Für den Einsatz im Missionskrankenhaus der „Mothers oft he Holy Cross“ in Puma, Tansania traf sich unser Team am 18.07.15 am Kilimanjaro International-Airport. Dort wurden wir von Peter, dem Fahrer der Mission, mit dem vor einigen Monaten mit Unterstützung von Interplast angeschafften neuen Bus abgeholt und zur 1. Station in dem Missionsstützpunkt in Dareda gebracht.

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Teammitglieder von li. nach re.: Hans-Jürgen Arndt (Unfallchirurg/Orthopäde), Gerhard Zapf (Anaesthesiepfleger), Helga Schumacher (OP- Schwester), Reinhold Stricker (Anaesthesist), Anita Gharibian (Gynäkologin), Jürgen Kaszuba (Gynäkologe), dazu Mutter Melania und Pater Gorgio

 

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Laura Stricker mit Neugeborenem

Mit großer Herzlichkeit wurden wir dort begrüßt. Ein Chor der Kinder des Missionswaisenhauses sang und tanzte für uns und wir genossen die Gastfreundschaft sowie das hervorragende Essen. Nach der Übernachtung im Gästehaus besuchten wir am Sonntag die Kirche in Dareda und nahmen an der Messe teil. Zum Ende der Messe wurde das Team nach vorne gerufen und durch den Priester der Gemeinde vorgestellt und schon im Voraus für unseren Einsatz gedankt. Wir stellten uns mit unseren Fachdisziplinen vor und Anita Gharibian richtete ein Grußwort in Suaheli an die Gemeinde, was mit Freude und Gelächter aufgenommen wurde.

Danach begann im Hospital eine Sprechstunde, in der durch den medical officer Edmund

und eine dolmetschende nurse Patientinnen mit gynäkologischen Erkrankungen und unfallchirurgisch/orthopädischen Fragestellungen vorgestellt und behandelt wurden. Einige Patienten wurden für Eingriffe nach Puma bestellt.

Nach dem Mittagessen ging es mit dem Bus weiter über die 270 km nach Puma mit einem kurzen Zwischenstopp in der kleinen Missionsstation Gehandu.

In Puma angekommen wurden wir wiederum äußerst herzlich mit Gesang und Tanz und einer freundlichen Ansprache durch Mutter Melanea und Pater Antonio begrüßt, im

Gästehaus untergebracht und hervorragend während der ganzen Zeit verpflegt.

Das 2004 eingerichtete Missionskrankenhaus in Puma mit seinen 98 Betten machte einen sehr guten, sauberen Eindruck, die 2 OP-Säle zeigen einen guten hygienischen und auch technischen Standard. Mit der durch Dr. Michael Schidelko und Interplast seit Jahren betriebenen nachhaltigen Unterstützung des Hospitalbetriebes kann auf eine umfangreiche Lagerhaltung und Materialien zurückgegriffen werden.

Die nächsten beiden Wochen waren angefüllt mit Arbeit. Am Montag wurden eine stark frequentierte gynäkologische und eine unfallchirurgisch/orthopädische Sprechstunde zur Patientensichtung und Operationsplanung durchgeführt. Mit Hilfe der sehr motivierten medical officers Ruben und Mabulla war trotz des Andrangs von 120 Patienten (unfallchirurgisch) und 59 Patienten (gynäkologisch) eine rasche Abwicklung möglich.

Am 1. Tag war schon die Notfallversorgung einer versuchten Macheten-Decapitierungsverletzung erforderlich. Die Versorgung von Machetenverletzungen begleiteten uns während der gesamten 2 Wochen ebenso wie die Versorgung von Verbrennungsopfern mit Nekrektomien und plastischen Deckungen. Insgesamt mußten im chirurgischen und unfallchirurgischen Gebiet neben der üblichen Frakturversorgung viele verschleppte Infektionen, Amputationen und Debridements, im orthopädischen Bereich Korrekturosteotomien mit Osteosynthesen oder Reosteosynthesen vorgenommen werden.

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Korrekturosteotomie am Femur Bridenileusoperation

Das gynäkologische Team hatte neben der großen Ambulanz mit Fertilitätsberatungen und – behandlungen viele größere Eingriffe (Hysterektomien, Mammaamputationen, Myomenukleationen, Sectiones) zu bewältigen. Eine Geburt mu8te notfallmäßig im OP-Flur durchgeführt werden.

Das Team harmonierte sehr gut. Die Freude an der Arbeit war allen anzumerken.

Nach 2 Wochen konnte sich die Arbeitsstatistik sehen lassen: es wurden gynäkologisch 29 größere Eingriffe im OP durchgeführt und 120 Patienten ambulant behandelt. Im chirurgisch- orthopädischen Bereich wurden 69 Eingriffe im OP und 22 Verbandswechsel in Narkose vorgenommen und insgesamt 170 Patienten ambulant behandelt.

Der Einsatz endete mit einer wiederum sehr herzlichen Verabschiedung durch Mutter Melania mit einer Ansprache auf Deutsch, Gesang und Tanz und der Übergabe von Geschenken an das Team.

Während Reinhold Stricker uns vorzeitig zu einem weiteren Einsatz in Tanga/Tansania verließ, machte das übrige Team noch eine 1 Tages-Safari in den Tarangire Nationalpark, bevor wir uns in Arusha wieder trennten.

Es war ein sehr befriedigender, arbeitsreicher Einsatz. Das Gefühl, den einzelnen Patienten wirklich helfen zu können, hat die Motiviation natürlich gesteigert. Einen herzlichen Dank und Lob an alle beteiligten, die den Einsatz unterstützt und ermöglicht haben.

Auf der Rückfahrt trafen wir zu unserer Freude auf dem Highway das nachfolgende Team mit Maria Lempa und konnten somit eine Übergabe „on the road“ machen.

Für alle Teilnehmer wird es nicht der letzte Einsatz gewesen sein.