Operationseinsatz vom 6.10.-12.10.14 in Esfahan, Iran

Freitag, 12. Dezember 2014

Team AR Ghassemi ,M Talebzadeh, E.Fischer.

Seit 2 Jahren hat AR Ghassemi mit der Spendenorganisation „ Cleft Center „ in Esfahan Verbindung aufgenommen, die vorwiegend Kinder aus dem Süd- und Zentraliran rekrutiert, welche nach Spaltoperationen Komplikationen wie Fisteln, Restlöcher und Kieferdeformierungen entwickelt haben.

In Zusammenarbeit mit den Ärzten in der Weiterbildung vom 1.und 2. Jahr sowie den Logopäden vor Ort wurde ein Konzept ausgearbeitet, mit welchem in Form von Fragebögen und Checklisten die Indikationen der notwendig gewordenen Revisionen erstellt werden sollen. Neben der Ursachenforschung der jeweiligen Spalterkrankung ist geplant, den Zeitpunkt der Erstoperation, die Anzahl und den häufigsten anatomischen Ort der Komplikationen transparent zu machen sowie die Möglichkeiten der Korrektur auszuarbeiten.

 

Im Iran werden diese Missbildungen vornehmlich von den Kinderchirurgen, HNO- Ärzten, Plastischen Chirurgen und seltener auch von Kiefer-, und Gesichtschirurgen operativ versorgt.

In regelmäßigen Symposien werden nun vor dem Einsatz einzelne Problempatienten im Arbeitskreis „Cleft lip and palate“ diskutiert, an dem Pädiater, HNO-Ärzte, Kinderchirurgen, Plastische Chirurgen, Logopäden, Radiologen sowie die Kollegen der MKG-Abteilung teilnehmen. Es wird gehofft, dass so in Zukunft viele Fehler vermieden oder gezielt behandelt.

Notwendige Revisionen mit extremen Kieferdeformierungen und narbigen Verkürzungen im Nasen/Lippenbereich werden im Rahmen eines Workshops einzeln voroperiert, um so den einheimischen Kollegen ein selbstständiges Handeln zu ermöglichen. Dabei werden die einzelnen Operationsschritte ausführlich erläutert.

Es kam bei diesem Einsatz nicht darauf an, alle uns vorgestellten Patienten zu operieren, sondern im Arbeitskreis gemeinsam die Ursachen der Komplikationen zu ergründen und in einer Art von Musteroperation die Lösung des Problems und die Durchführung der Wiederherstellung aufzuzeigen.

 

Die zweite Hälfte der Woche verbrachten wir am staatliches Krankenhaus Babol- Mazanderan im Nordiran, wo das Projekt erst vor kurzer Zeit durch die Impulse von ARG gestartet werden konnte. Auch hier hatten wir mit sämtlichen betroffenen Kollegen ein Meeting abhalten können, bei dem das Teaching-programm vorgestellt wurde. Assistenzärzte vom 2. bis 4. Jahr zeigten reges Interesse und wollen künftig die Vor- und Nachsorge sowie die Patientenrekrutierung im engen Austausch mit uns übernehmen.

Sollte das Konzept aufgehen, könnte das ein Weg zur Verbesserung der Spaltbehandlung mit weniger Komplikationen und zur selbstständigen Lösung der Probleme für die Ärzte vor Ort im Rahmen der Spaltchirurgie bedeuten. Diese Erfahrung, erhoffen wir uns zumindest, auch auf andere Einsatzorte mit weniger organisatorischen Möglichkeiten übertragen zu können. Es ist vorstellbar, so die Koordination und Organisation von zuhause aus zu erleichtern und langfristig ein unabhängiges Arbeiten der einheimischen Ärzte vor Ort zu bewirken.

An dieser Stelle möchten wir uns bei Pro-Interplast für die Unterstützung des Einsetztes bedanken. Ebenfalls bedanken möchte wir uns bei allen Organisationen und bei den einheimischen Personen, die uns bei der Logistik und Rekrutierung der Patienten weiter geholfen haben. Um hier einige zu benennen:

  • –  Mofid Kinderkrankenhaus in Tehran
  • –  Emam Hossein Kheirieh-Organisation in Esfahan
  • –  Babol Univesity of Medical Science, Babol-Mazanderan in Nord-Iran

 

EinsatzBericht-Oct14-Iran

 

 

 

Aachen, 18.11.2014 Edelgard Fischer Alireza Ghassemi