Murunda/RW  vom 11.-19.03.2014

Dienstag, 25. März 2014

-Interplast-Jahreshauptversammlung 2014,07./08.03. in Bad Honnef

-Murunda/RW  vom 11.-19.03.2014, Interplast-Germany e.V. Sektion Vreden; Teilnehmer: Dr.med Arnulf Lehmköster, Plastischer Chirurg und Teamleiter, Vreden; Dr.med.Heinz Hammer, Plastischer Chirurg, Flensburg

Am 7.3 fand in Bad Honnef die diesjährige Interplast-Mitgliederversammlung statt. Diese wie auch die vorgeschaltete erweiterte Vorstandssitzung waren vorzubereiten und zu leiten. Von Jahr zu Jahr nimmt die Teilnehmerzahl – analog der Mitgliederzahl – zu. Der Jahresfinanzbericht wurde vorgestellt, der Vorstand entlastet. Am 8.3. schloss sich unser eintägiges Symposium an, auf dem in diesem Jahr unsere Interplast-Aktivitäten in Nepal, auf den Philippinen, in Myanmar, Kambodscha und Vietnam beleuchtet wurden.

Am 10.03 traf Heinz Hammer, Freund seit Jahren, bei uns ein, denn in der Frühe des 11.3. fuhr uns in bewährter Weise Thorsten Huhn zum Brüsseler Flughafen. Nach der Landung am Abend in Kigali holten uns mein Freund Jaques und Jean-Claude, technischer Leiter am Krankenhaus Murunda, ab. Die Nacht verbrachten wir im Gästehaus Amani, auch dies nun schon seit Jahren Tradition. Der Wagen des Hospitals Murunda brachte uns am 12.3. sicher nach Murunda. Auf dem Weg dorthin entledigten wir uns aber noch einer wichtigen Pflicht, nämlich der Übergabe einer weiteren Teilsumme des Bistums Münster für den Neubau des Chirurgiegebäudes an den Leiter der Caritas Ruanda, Father Thaddeus. Father Thaddeus lud uns für den Rückweg zur Übernachtung in seinem wunderschön oberhalb des Kivusees gelegenen Gästehauses ein, eine Einladung, die wir später gern annahmen.

Geldübergabe an Father Thaddeus der Caritas Ruanda

Espoir, “unser” Arzt vom November 2013, hatte 6 Patienten perfekt vorbereitet, d.h. sie entsprachen genau unserem medizinischen Spektrum, wünschten die Operationen auch, sodass wir sie in den folgenden beiden Tagen operieren konnten. So konnten wir trotz des nur kurzen Einsatzes wieder zwei Patienten mit chronischen Knochennentzündungen helfen, drei Druck-Liegegeschwüre bei Querschnittsgelähmten durch Muskelllappenplastiken verschließen und eine Ellbogengelenksluxation richten.

Gastrocnemius-Insellappen

Einige früher Operieerte sahen wir wieder. Sie befanden sich in gutem Zustand, die OP-Narben waren stabil. Espoir wusste zu berichten, dass der knapp Zweijärige, den wir im November mit schlimmen narbedingten Gelenkfehlstellungen nach Verbrennung operierten, auf eigenen Füßen laufend das Hospital verlassen habe und dass der kleine Emmanuel, dessen Weichteiltumor am Kopf ja im Bericht des WDR im Dezember gezeigt worden war, bis jetzt beschwerdefrei sei, ohne dass der Tumor erneut aufgetreten sei.

gut abheilter, ehemals riesiger Dekubitus bei Q

Unser jetztiger Aufenthalt hatte aber noch einen weiteren wichtigen Grund: die überarbeiteten Pläne für den Neubau der Chirurgie lagen vor, wurden diskutiert. Während unseres Aufenthaltes ging es nun endlich auch weiter mit dem Bau. Die Stahlarmierungen für die erste Geschossdecke wurden angefertigt, und jetzt soll es zügig weitergehen.

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Für zwei Tage wohnten mit uns im Gästehaus zwei Dipl-Ing., Interplast-Mitglieder und Freunde, Bernd Tenckhoff und Silvester Siegmann, die uns bei einigen technischen Problemen am Gästehaus halfen. Bernd Tenckhoff knüpfte ferner die Verbindung zu den indischen Karmelitenschwestern aus Kaduha/Ruanda, mit denen ich über ein Sharing ihres VW-Busses, natürlich mit entsprechender finanzieller Beteiligung, sprechen wollte.

So ging es am Samstag schon weiter. Nach Besuch und Frühstück bei meinem Freund Father Patrick erreichten wir mittags wieder das Caritas-Gästehaus in Kibuye am Kivusee. Dort trafen auch die Karmelitinnen ein, und rasch waren wir uns über die Nutzung deren Busses für Interplast-Teams einig. Denn wenn wir mit größeren Teams anreisen, möchte ich vermeiden, dass das Murunda-Hospital zwei Wagen stellen muss.

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Die 24 Stunden am Kivusee genossen wir einschließlich einer kleinen Bootstour. Über Kigali, die Hauptstadt Ruandas gings zurück nach Vreden.

Espoirs am Ruder auf dem Kivusee  Kivusee

Fazit: ein kurzer, aber mit Aktivitäten vollgepackter Aufenthalt. Und das wichtigste: der Bau des Hospitals Murunda geht jetzt weiter! So haben wir den nächsten Aufenthalt auch schon wieder geplant für den Monat Juni, erste Installationen, z.B. des Autoklaven(in dem chirugische Instrumente sterilisiert werden) sollen angegangen werden.

Obstensemble Heinz - Espoir - Arnulf

Zwischendurch gehts aber noch in den Iran zu einem sog. Piloteinsatz, im April. Mitra Hakimi, ehemalige Assistenzärztin an meiner Abteilung im Vredener Krankenhaus, hat über Ihren Vater Beziehungen in den Iran, den wir nun auf Einladung eines Krankenhauses besuchen wollen.

Arnulf Lehmköster