Karuna Hospital, Sendhwa, M.P., Indien

Samstag, 20. Juli 2013

Karuna Hospital, Sendhwa, M.P., Indien vom 16.10-30.10.2012

Der 5. Einsatz unserer Gruppe, wieder ausgerichtet von pro interplast Seligenstadt , fand in diesem Jahr auf Wunsch unseres Gastgebers, des Bischofs von Khandwa, im Karuna Hospital der Augustinerschwestern in Sendhwa statt.

Da unsere Kolleginnen der Plastischen- und der Handchirurgie in diesem Jahr verhindert waren, war es uns eine ganz besondere Freude und Ehre, Rémy Zilliox für unseren Einsatz gewinnen zu können.
Mme Michèle Zilliox war auf eigene Kosten mitgekommen und erkundete während unserer OP- Stunden die nähere und weitere Umgebung von Sendhwa.
Von der Jain-Gruppierung, die, wie schon früher, die Verpflegung der Patienten übernommen hatte, wurde sie dann auch gleich zum Essen-Austeilen „angestellt“.

Weiter mit von der Partie waren wieder Jan Matussek (Orthopädie), Oren Friedman (MKG), Franz Heger und Barbara Dünzl (Anästhesie), sowie unsere Anästhesieschwester Elke Fischer und die drei OP-Schwestern Alexandra Baier, Maria Klonek und Carola Parlog.
Mehr als 250 Patienten stellten sich zum screening vor.
Letztlich konnten 91 Prozeduren bei 87 Patienten durchgeführt werden.
Unter den orthopädischen Patienten gab es eine erschreckende hohe Anzahl an Polio-Opfern, von denen 11 Patienten mit Sehnenverlängerungen bzw. –transfers behandelt werden konnten, viele aber noch zur Versorgung mit Schienen ausstehen.
Abb. 1 Abb.2

 

Außerdem war die Nachfrage nach Klumpfuß -Korrekturen gegenüber den beiden Vor-Camps deutlich gestiegen.
Unser Kinderorthopäde Jan Matussek konnte hier 12 Patienten operieren

Abb. 3 Abb. 4
Abb.5

 

Besonders freute es uns, 2 Patienten vom Vorjahr wiederzusehen: Die kleine Laxshmi kam zur Metallentfernung nach Korrektur einer Valgusfehlstellung und der junge Utham stellte sich zur Versorgung seines 2. Beines mit angeborener Patellaluxation vor. 2011 war wegen einer ausgeprägten postoperativen Anämie nur das rechte Bein operiert worden.

 


Abb. 8 Abb.9/10

 

Für Rémy Zilliox standen die erwarteten schweren Verbrennungsfolgen an mit Kontrakturen an Hals, Schultern, Ellbogen und Händen.
Neben örtlichen Schwenklappen wurden 6 Latissimus- bzw. Schulterlappenplastiken durchgeführt, die alle gut einheilten

Abb. 11 Abb. 12
Abb. 13 Abb. 14

 

Interessant war auch der Fall eines Mädchens, das vor ca. einem halben Jahr einen Stromschlag erlitten hatte. Es bestanden Wundflächen an Skalp, Schulter und rechtem Unterschenkel, die debridiert, mittels Schaumstoffverband konditioniert und schließlich gedeckt wurden.

Oren Friedman kümmerte sich wieder erfolgreich um die Spalt-Patienten.

Abb. 15 Abb. 16

 

Und damit wir gut arbeiten konnten, wurde auch in diesem Jahr von Sr. Anita und ihren Mitschwestern Sr. Arjuna und Sr. Pushpa bestens für unser leibliches Wohl gesorgt.
Laut Rémy Zilliox musste man geradezu weniger von einem Plastischen als vielmehr von einem „Ernährungs“-Camp sprechen.


Abb. 17

 

Der abschließende und verdiente Höhepunkt unseres Aufenthalts war am Ende noch die Fahrt nach Agra und der Besuch des Taj Mahal bevor wir zufrieden wieder die Heimreise antraten.
Wie immer gilt unser Dank Frau Waltraud Huck und pro interplast für die Einsatzfinanzierung!

B. Dünzl