Interplast – Einsatz Kalkutta/ Shree Jain Hospital 04. – 18. Januar 2014 Sektion Murnau/ Südbayern

Donnerstag, 5. März 2015

Am 04. Januar 2014 machte sich eine 7 – köpfige Gruppe auf den Weg von München über Dubai nach Kalkutta, um dort den Rest des, von Malaga aus gestarteten Trupps, bestehend aus drei weiteren Teammitgliedern, am nächsten Morgen zu treffen.

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Wir waren stolz darauf, dass es uns, aufgrund wochenlanger Vorbereitungen, gelang, unsere gesamte Ausrüstung (Medikamente, Verbandsmaterial, chirurgische Siebe, etc.) ohne einen Cent Zuzahlung (Übergepäck) transportieren zu lassen.
Bei unserer Ankunft am Flughafen Kalkutta erwies sich gleich von Beginn an unser guter Kontakt zu unseren indischen Organisatoren von unschätzbarem Wert! Denn die indischen Zollbeamten wollten sich anfangs nicht davon abhalten lassen für unser medizinisches Material eine Menge Geld zu verlangen. Mit viel Geduld und Ausdauer unserer indischen Kollegen, konnten wir auch hier Mehrausgaben vermeiden.
Endlich in unserer Unterkunft angekommen, hofften wir auf etwas Erholung. Dem war aber nicht so! Unsere indischen Organisatoren hatten ein Begrüßungszeremoniell gigantischen Ausmaßes organisiert, mit Festreden und einem indischen Büfett, zu dem die gesamte Jain – Gesellschaft des Krankenhauses eingeladen war. Trotz der Müdigkeit war es uns eine Freude, zumal einige Patienten unseres letzten Aufenthaltes ( 2013) extra angereist waren, um uns zu begrüßen.
Im Anschluss machten wir uns auf den Weg zum Krankenhaus, um den OP vorzubereiten. Auf dem Weg zum Krankenhaus wurden wir in einer Privatpraxis abgesetzt mit den Worten, dass hier die ersten Patienten, die am nächsten Tag nicht kommen könnten, gesichtet werden sollten. Wie sich leider herausstellte, handelte es sich hier um wohlhabende Inder, die sich erhofften kleine Schönheitsmakel korrigiert zu bekommen. Dies lehnten wir, gegen einigen Widerstand von Seiten unserer indischen Kollegen, kategorisch ab.
Zu unserer Überraschung und Freude zeigte sich bei der Ankunft im Krankenhaus, dass der OP im Laufe des letzten Jahres verbessert wurde. Wir räumten unsere Materialien ein und kamen dann endlich zu unserem überfälligen Schlaf.
Am nächsten Tag fand eine, von indischer Seite sehr gut organisierte, chirurgische und anästhesiologische Sichtung der Patienten statt. Wir hatten insgesamt ca. 150 Patienten auf unserer Liste. Aufgrund der begrenzten OP – Kapazität war es das Ziel die funktionell am schwersten Betroffenen herauszufiltern.
Letztendlich standen 71 Eingriffe auf unserem OP – Programm, wovon der überwiegende Teil Verbrennungskontrakturen und Lippen, bzw. Gaumenspalten darstellten.

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In den nächsten Tagen erfolgten die Operationen. Das Krankenhaus stellte uns hierfür zwei OP – Plätze zur Verfügung, die wir zeitgleich von 08:30Uhr bis ca. 19:30 Uhr nutzen konnten. Parallel wurden die Patienten regelmäßig visitiert. Ein besonderes Augenmerk legten wir auf die Nachsorge, die damit begann, dass wir einen Physiotherapeuten im Team hatten, der Patienten und deren Angehörige zu sinnvollen Bewegungen stationär, aber vor allem für die Phase nach der Entlassung aus dem Krankenhaus anleitete.
Die Tage waren extrem anstrengend und voller Eindrücke und forderten vom Team immer wieder Improvisationstalent, um unter den gegebenen Umständen effektiv zu arbeiten. Aufgrund eines guten Teamgeistes und der herzlichen Betreuung durch das indische OP -Personal konnten diese Herausforderungen gemeistert werden.

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Ein für uns besonderes Ereignis während unseres Aufenthaltes war der Besuch der St. – Joseph Schule in Kalkutta. Hier bekamen wir die Möglichkeit Kinder zu besuchen, die im Vorjahr unsere Patienten waren. Dank des seit über 17 Jahren unermüdlichen Engagements eines deutschen Krankenpflegers aus Orsingen, ermöglicht diese Schule, welche komplett über Spendengelder finanziert wird, Kindern eine schulische Ausbildung und damit eine Perspektive.
Unsere indischen Organisatoren ließen es sich nicht nehmen uns an diesem Tag Kalkutta hinter den touristischen Kulissen zu zeigen.
Was für eine faszinierende Stadt!

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Team:
Dr. Aslani, Alexander Plastischer Chirurg/ Marbella
Aslani, Jeannine OP-Assistenz/ Wundversorgung/ Marbella
Dr. Gaul, Leander Unfallchirurg/ Murnau
Dr. Hofmeier, Stephanie Anästhesistin/ Teamleitung/ München
Dr. Lipp, Christine Anästhesistin/ München
Dr. Muckenthaler, Florian Weiterbildung Anästhesie/ GAP
Pour Behnam, Maryam Anästhesieschwester/ Schwäbisch Hall
Dr. Rapp, Philipp Plastischer Chirurg/ Murnau
Schmorell, Maresa OP-Schwester, Schongau
Schlömer, Peter Physiotherapeut/ Marbella

 

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