Hilfe für syrischen Flüchtling Achmed

Samstag, 6. Februar 2016

Sektion Bad Kreuznach

Netzwerk der Hilfsbereitschaft für syrischen Flüchtling Achmed

Welch eine Odyssee hat der syrische Flüchtling Achmed hinter sich, bis ihm im Diakonie-Krankenhaus Bad Kreuznach geholfen werden konnte.
Ein Granatsplitter hatte ihm in seiner Heimatstadt Aleppo die rechte Gesichtshälfte zerfetzt, das Auge mußte entfernt werden und wurde durch eine Glasmurmel ersetzt. Aber er hatte immerhin mit seiner schweren Gesichtsverletzung überlebt und war seither auf der Suche nach einer plastisch-chirurgischen Hilfe, seine Entstellung etwas zu verbessern. Zunächst war er in die Türkei geflohen und wurde im Emel Hospital in Reyhanli versorgt. Es blieb ihm aber die Hoffnung, vielleicht in Deutschland noch spezilisiertere Hilfe zu erlangen.

Also floh er über viele Umwege weiter, bis er im Aufnahmelager in Ingelheim landete, wo gerade ein ZDF Fernsehteam eine Reportage über Flüchtlingsschicksale drehte. Die Journalistin Ulrike Eichin stellte die Verbindung zu Dr. André Borsche von Interplast in Bad Kreuznach her. Hier war auch Udo Brosche, der sich in der Flüchtlingsunterkunft des DRK engagiert und Borsche schon mehrfach auf seinen Einsätzen im Ausland begleitet hatte, sofort zur Stelle und bot die logistische Unterstützung des DRK bei der Versorgung des Flüchtlings an.

Ahmed prä op

Ahmed prä op

Im Diakonie Krankenhaus angekommen wurde Achmed zunächst von dem Team der Plastischen Chirurgie untersucht und die Verletzung von Dr. Johnnes Zander, Chef der Abteilung für Radiologie, im CT analysiert. Glücklicherweise waren keine Gehirnstrukturen verletzt, so dass sich die plastische Rekonstruktion auf das äußere Gesicht konzentrieren konnte. Es galt die Nase wieder herzustellen, dass er ausreichend Luft bekommen möge und die Narben im Gesicht zu korrigieren. Es wurde ein kleiner Oberlippenschnurrbart aus den Kopfhaaren transplantiert und für eine spätere Augenprothese drei Magnetanker im Knochen der Augenhöhle platziert. Jörn Brom kam extra aus Heidelberg zur Operation nach Kreuznach, da er die kunstgerechte Fertigung der Augenepithese übernehmen wird. Dank der exzellenten Expertise der Anästhesie Abteilung, die schon bei vielen Interplast Patienten mit schweren Verletzungen die Narkose meistern konnte, verlief die Operation komplikationslos.

Achmed Schädel CT

Achmed Schädel CT

Operationsplanung

Operationsplanung

Das einzige gesunde Auge bedurfte noch einer Brille, die von Aktiv-Optik zu günstigen Konditionen besorgt wurde. Der kreuznacher Zahnarzt Dr. Volker Becker, der schon seit Jahren die Aktivitäten der Interplast Sektion Bad Kreuznach großzügig unterstützt, war sofort bereit Achmed eine Zahnprothese für eine klaffende Frontzahnlücke kostenlos zu fertigen. Duch die Fernsehreportage wurde auch Aktion Augenlicht auf das Schicksal des Patienten aufmerksam und bot unmittelbar seine finanzielle Unterstzüzung an.
Inzwischen sind alle Wunden gut verheilt und es galt nun auf der Station 6C Abschied zu nehmen. Das Pflegeteam hatte sich rührend um ihren weitgereisten Patienten gekümmert und die Sprachschwierigkeiten per Dolmetscher mit dem Handy realisiert.

Voll Dankbarkeit und Freude sagte Achmed herzlich danke bei Stationsarzt Dr. Dirk Blaschke und allen, die sich für seine Behandlung so außerordentlich engagiert haben.

André Borsche

Achmed AbschiedWeb

Achmed AbschiedWeb

Foto: von links
Stationsarzt Dr. Dirk Blaschke, Alexander Jakob von Aktion Augenlicht, Patient Achmed, Udo Brosche vom DRK, AB