Erschütternde Eindrücke von den INTERPLAST-Ärzten aus Haiti
vom 3. Februar 2010 |
Auf Einladung der Hilfsorganisation Luftfahrt ohne Grenzen in Frankfurt
flogen letzte Woche 2 INTERPLAST-Ärzte Rüdiger Herr und Rolf Rausch
zu einem Sondierungsbesuch nach Haiti. Unter Obhut und Führung der vor
Ort agierenden Hilfsorganisation International Medical Corps IMC galt
es zu prüfen, ob eine plastisch-chirurgische Hilfe durch ein INTERPLASTTeam
unter den jetzigen Bedingungen erfolgversprechend ist. Leider sah
aber die Realität im Katastrophengebiet viel schlimmer aus als erwartet :
Chaotische Verhältnisse auf den Straßen, das örtliche Versorgungsnetz total
zusammengebrochen, Wasser und Lebensmittel sind große Mangelware
und auch in den Krankenhäusern laufen nur die notdürftigsten Operationen.
Aus Angst vor erneuten Erdbeben spielt sich fast alles draußen ab, auch die
Patienten liegen meist draußen, entweder unter freiem Himmel oder in von
Hilfsorganisationen aufgestellten Zelten. In Anbetracht des Ausmaßes der
Zerstörung erscheint die ausländische Hilfe nur wie ein Tropfen auf den
heißen Stein. Viele verzweifelte Menschen irren durch die Straßen und man
spürt, daß die Stimmung jeder Zeit in eine ungerichtete Brutalität umzuschlagen
droht. Der Kampf um die Wasserausgabe und Verteilung von
Hilfsgütern kann nur durch die strikte militärische Überwachung der amerikanischen
Soldaten gewährleistet werden. Nur im bewaffneten Konvoi
der Hilfsorganisationen fühlen sich die Ärzte sicher. Sie schlafen draußen
im Lager und erleben hautnah, die bedrückend bedrohliche Athmosphäre –
Apocalypse now. |
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Wie soll es hier für die Menschen weitergehen ? Trotz der großartigen internationalen
Hilfe, ist im Moment für den einzelnen auf der Straße nur wenig Hoffnung
auf konkrete Hilfe in Sicht. Die Ärzte von INTERPLAST besuchen das
HUEH-Hopital de L’Université d’Etat d’Haiti - ein 700 Betten Krankenhaus in
Port au Prince. Der Klinikdirektor bestätigt den Bedarf an plastisch und
rekonstruktiver Chirurgie für Wunden, Weichteilinfektionen, Hautdefekten, Geschwüre
und gebrochnen Gliedmaßen. All dies kann aber frühestens in 6 Wochen
versorgt werden, wenn sich das Chaos etwas gelegt hat und alle lebensbedrohlichen
Notfälle operiert sind. Doch für viele Patienten wird diese Wartezeit
zum Verhängnis werden, wenn Wundkomplikationen nicht rechtzeitig behandelt
werden können.
Presseerklärung als PDF |
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