Erschöpft aber glücklich : Interplast hilft den Armen in Peru

Mittwoch, 23. September 2015

143 Operationen an 88 Patienten in 10 Tagen erfolgreich durchgeführt

In der kleinen peruanischen Stadt Guadelupe war für zwei Wochen das Interplast Team um Dr. André Borsche von früh morgens bis spät in die Nacht am Wirken, um humanitär-medizinische Hilfe für die arme Bevölkerung zu leisten.

Auf Initiative von Dr. Stefan Pappert, HNO-Arzt aus Trier und dem Sozialökonomen Ricardo Bueno der Organisation PEP e.V. war der Kontakt zu den lokalen Partnern im karg-trockenen Nordwesten Perus geknüpft und in monatelanger geduldiger Unverdrossenheit die steinigen Wege zur amtlichen Zulassung dieses Einsatzes geebnet worden.

Zum ersten Mal mit dabei waren neben Borsche zwei weitere Mitarbeiter der Kreuznacher Diakonie: Dr. Maria-Salud Bernal-Sprecksen, Fachärztin für Anästhesie und als gebürtige Spanierin immer, mal fachlich mal menschlich als Dolmetscherin im Einsatz sowie Carmen Vandree, Anästhesieschwester und Spezialistin für intuitive, nonverbale Herzlichkeit.

Dr. Ruth Kremers-Lueg aus Duisburg, langjährig erfahrene Interplastlerin ergänzte als weitere Fachärztin das anästhesiologische Dreifrauenteam, das trotz funktionsunfähiger Geräte und umsturzgefährdeter Sauerstoffflaschen sichere Narkosen auf höchstem Niveau fuhr .

Die Gruppenseele aber war der Ludwigshafener OP-Pfleger Kurt Baudisch, den nach 38 Berufsjahren und ebenso zahlreichen Auslandseinsätzen aber auch gar nichts in seiner humorvoll-mitreißenden Art erschüttern konnte.

Er wurde im Operationssaal von Vera Pappert unterstützt, OP-Pflegerin und Mutter von Caroline Pappert , 10 Jahre, die als Kuscheltierbeauftragte den peruanischen Kindern vor der Operation mit den gespendeten flauschigen Kameraden aus Kreuznacher Kinderzimmern die Angst nehmen konnte.

Dr.Eva Borsche kümmerte sich als Allgemeinärztin um Organisation und Vor- und Nachsorge der unzähligen Patienten, die auf die Hilfe der Deutschen hofften. 143 Operationen konnten an 88 Patienten in 10 Tagen erfolgreich durchgeführt werden.

In geradezu idealer Weise wurden wir vor Ort durch unsere lokalen Partner vom Circulo Solidario unterstützt. Diese Gruppierung leistet am Rande der Millionenstadt Truchillo und in den verarmten Landregionen langfristige Sozialarbeit. Sie errichtet Zufluchtsstätten für traumatisierte Frauen, gibt Starthilfe für arbeitslose Jugendliche, betreibt Grundschulen in unzugänglichen Bergregionen, verwaltet Entbindungsstationen und Medizinposten und leitet medizinische Aufklärungsprogramme.

Zum erstenmal haben sie nun mit uns ein ausländisches operativ tätiges Ärzteteam eingeladen und betreut. Es war eine gegenseitig höchst beglückende Zusammenarbeit. Sie hatten uns eingeladen, um einige ihrer ärmsten Patienten zu versorgen, die bei einem Monatslohn von 120 Euro, eine viele tausend Euro kostende Operation für ihr Kind nicht bezahlen können. Reisbauern, Moto-Rikscha Fahrer, Zuckerrohrarbeiter: sie wissen nicht, ob sie morgen noch Arbeit oder gerechten Lohn bekommen. Die Arbeitslosigkeit ist hoch und die Marktpreise für Agrarprodukte schwankend. Frau und Kinder können mit winzigen Handelsgeschäften kaum zum Familieneinkommen beitragen.

Zum Glück hat sich seit dem ersten Einsatz der Kreuznacher Interplastler in Peru 2009 in Cachamarca gesundheitspolitisch viel verändert : für ein Drittel aller Bürger ist inzwischen die medizinische Basisversorgung durch eine Krankenversicherung gewährleistet und ein System der Notfallversorgung soll

Besuch bei einer peruanischen Familie

Besuch bei einer peruanischen Familie

Carmen mit dem kleinen Juan

Carmen mit dem kleinen Juan

Darwin noch geschwächt von der OP

Darwin noch geschwächt von der OP

deutsch-peruanisches Einsatz-Team

deutsch-peruanisches Einsatz-Team

Marisol hat die OP gut überstanden

Marisol hat die OP gut überstanden

Narkose Vorbereitung

Narkose Vorbereitung

Op mit Dr. Elsa

Op mit Dr. Elsa

Peru Team 2015

Peru Team 2015

Victor mit Verbrennungsnarben

Victor mit Verbrennungsnarben