Einsatzbericht über den Einsatz des Augenteams im Hospital „Queen of the Universe“ der Mission „Mother of the Holy Cross“ vom 27.09.-10.10.2015, Tansania, Puma

Dienstag, 27. Oktober 2015

Einsatzbericht über den Einsatz des Augenteams im Hospital „Queen of the Universe“ der Mission „Mother of the Holy Cross“ vom 27.09.-10.10.2015, Tansania, Puma

Teilnehmer:

Dr. Frank Klemm, Berlin, Leitung, Vorsitz Vision for Puma (Tansania) e.V. des Einsatzes (7.Einsatz)

Frau Dr. Christiane Schilling, Suhl, ehemalige Chefärztin (5. Einsatz)

Herr Dr. Eckhard Becker, Oranienburg, Augenarzt (2. Einsatz)

Frau Ramona Sellke, Brandenburg, Op-Schwester (6.Einsatz)

Frau Dr. Julia Lüblinghoff, Assistenzärztin (1. Einsatz)

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Die Ankunft in Arusha/ Kilimanjaro war am 27.9.2015. Wir flogen von Tegel über Amsterdam mit KLM nach Nairobi und von dort nach Kilimanjaro. Der Flug war über Nacht, so dass alle ziemlich übernächtigt die Einreiseprozedur über sich ergehen lassen mussten. Seit kurzem gibt es ein Gepäckdurchleuchtungsgerät, das selbstverständlich an unseren Sachen ausprobiert wurde. Da fielen natürlich die vielen Flaschen, Medikamente, Brillen und Linsen auf. Schließlich hieß es aber You are welcome…..und wir durften alles mit ins Land bringen ohne Zoll etc.

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Wir wurden abgeholt von Bruno. Es ging gleich los nach Dareda über Arusha. Dort wurde das Auto gewechselt, da das mit der Logistik anderer Transporte der Mission besser passte. Der Jeep war übermäßig voll mit Gepäck, das zum großen Teil aus mitgebrachten Medizinprodukten bestand. Die Fahrt nach Dareda verlief manchmal zügiger, als es uns lieb war, es ging aber alles gut.

Die Novizinnen des Klosters führten zur Begrüßung eine reizende Darbietung mit Gesang und Tanz auf, der durch Percussion unterstützt wurde.

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In Dareda befindet sich eine Außenstelle der Mission mit einfacher augenärztlicher Untersuchungsmöglichkeit. Der Medical Officer Emanuel half uns beim Übersetzen. Gleichzeitig war es eine Wiedersehensfreude mit einigen aus dem Team, die schon länger mitfuhren. Am 28.9. untersuchten wir 43 Patienten, die mit Medikamenten und Brillen versorgt wurden. Patienten mit Indikationen für Op Eingriffe (10 Fälle), sowie Indikationen für Folgeuntersuchungen wurden zu unserem Einsatz nach Puma terminiert. Dann ging es weiter nach Puma. Die im letzten Jahr noch angefahrene Station „Gehandu“ hatte keine Patienten, so dass wir diesmal dort nicht hielten.

Schließlich erreichten wir das Hauptziel der Reise, den Hauptsitz der Mission „Mother of the Holy Cross“ mit dem Hospital „Queen of the Universe“ in Puma gegen Abend. Wir wurden aufs Herzlichste durch Mutter Melania, Vater Antonius, Vater Joseph sowie eine große Schar von Nonnen und Novizinnen begrüßt. Die Zeremonie mit Gesang und Tanz war anrührend. Nach dem Bezug unserer Quartiere endete der Tag beim gemeinsamen Abendessen. Am Dienstag, den 29.09. begannen wir damit, die Augenabteilung aus einem halbjährigen Schlafzustand in Aktionsbereitschaft zu versetzen. Dafür musste sämtliches Op-Material incl. Op-Mikroskop, Phako-Maschine, Op-Stühle und Instrumentarium in den ca. 50 m entfernten OP getragen, gefahren und aufgebaut werden. Im Untersuchungsgebäude mussten Geräte gefunden, ausgepackt, entstaubt, sortiert, aufgebaut, teilweise repariert und kontrolliert werden. Es war gerade Stromausfall, aber der Generator lief. Unser Kommen war durch vorbereitete Flyer (Dank an Dr. Schiller) sowie Aushänge in der Umgebung wie im Jahr zuvor angekündigt worden.

In der Ambulanz, dem Out Patient Department (OPD) fand die Sprechstunde statt, die tatkräftig von unserem Helfer und Dolmetscher Paolo unterstützt wurde. Wir fanden ihn engagierter als im letzten Jahr. Patienten mit Op-Indikationen wurden für die Folgetage in den Op terminiert oder gleich behandelt. Insgesamt wurden306 Patienten untersucht, mit Medikamenten versorgt, auf Operationen vorbereitet, mit Brillen versorgt sowie natürlich augenärztlich untersucht. Der Ansturm war geringer als in den Vorjahren, was auf die zunehmende Tätigkeit von einheimischen Augenärzten in der Region Singida bzw. Einsätzen in der Umgebung durch Mitarbeiter der Augenklinik Moshi zurückgeführt wurde.

Die Op-Tätigkeit startete am 30.09. Das gebraucht erworbene Mikroskop von Möller-Wedel hatte zwar einige Probleme, so dass etwas gebastelt werden musste. Trotzdem war es ein Glück, dass dieses Gerät vorhanden war, denn vom alten Zeiss-Mikroskop brach ein Okular ab und fiel auf die Patientenstirn. Der Patient hat es als gottgegeben hingenommen –anders als es hierzulande der Fall wäre.

Ohne dieses „neue“ Mikroskop wäre der Einsatz hier zu Ende gewesen. Ein großer Dank an dieser Stelle den Spendern Lachenmann Stiftung Wertheim, Carlos-Maria-Schmidt-Stiftung und „Freies Wort hilft“ e.V., die den Kauf ermöglicht haben.

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Das Spektrum reichte von Cataract- Op`s, die in den meisten Fällen als ECCE mit Hinterkammerlinse ausgeführt wurden, Tumorexzisionen, Pterygien und Trachom.

Patienten, die sich erstmalig vorstellten, wurden von der Mission registriert, bekamen eine Papp-Karteikarte, in der Name, Alter, Wohnort und Religion sowie Stammeszugehörigkeit notiert und das aktuelle Körpergewicht eingetragen wurde.

Für unsere Statistik und Abrechnung dem Klostern gegenüber registrierten wir alle Patienten nochmals per Excel-Tabelle. Diese Aufgabe übernahm Frank neben den Untersuchungen zur Bestimmung der Linsendaten. Unter zu Hilfenahme der Dolmetscher wurde die Anamnese erhoben, der Visus getestet und schließlich die augenärztliche Untersuchung vorgenommen. Dabei haben sich Christiane, Julia und Eckhard einige wichtige Anweisungen an der Spaltlampe in Landessprache Kisuhaheli angeeignet.

Die augenärztliche Untersuchung umfasste neben der Spaltlampenuntersuchung, Refraktionsmessung, Keratometrie, Ultraschall-Biometrie auch eine B-Bild-Ultraschalldarstellung, was bei maturen Katarakten und Augentumoren sehr wichtig war, sowie bei entsprechender Indikation die Tonometrie.

Schwester Ramona bereitete unterdessen den Op vor, sobald sterilisierte Instrumente zur Verfügung standen, wurde begonnen. Christiane und Eckhard teilten sich die Arbeit im Op und in der Sprechstunde tageweise untereinander auf, wobei Julia im Team mit Eckhard zum Einsatz kam.

Mittags fand immer eine kurze Pause statt, für die die Mission belegte Brote, Kuchen und Getränke bereitstellte.

Nachmittags war weniger Andrang. Die Sprechstunde dauerte meist bis 18.00 Uhr, auch am Sonnabend war regulärer Arbeitstag, am Sonntag wurden lediglich dringliche Patienten wie z.B. postop. Patienten angesehen. Der übrige Tag stand für den Besuch des Gottesdienstes und einen Ausflug nach Singida zur Verfügung.

Vor Ende des Einsatzes erfolgte eine vollständigen Inventur sowie das sachgerechte Verstauen und Sichern unserer Instrumente, der Medikamente, Brillen und nicht zuletzt der Op-Verbrauchsmittel wie Messer, Viskoelastika und Intraokularlinsen. Dies ist unerlässlich, um den nächsten Einsatz entsprechend vorbereiten zu können. Die Dinge, die wir nicht mitbringen, sind dann auch definitiv nicht vorhanden.

Finanzielle Aspekte

Der Einsatz erfolgte von allen Teilnehmern engagiert, unter Einsatz der eigenen Freizeit, ohne Vergütung. Der Verein Vision for Puma übernahm die Transportkosten incl. Flug und spendete Geldmittel für die Unterbringung und Verköstigung in der Mission. Eine weitere Spende des Vereins ging an die Mission zur Erweiterung unserer Ambulanz durch den geplanten und in Vorbereitung befindlichen Neubau.

Sämtlicher Verbrauch von Brillen, Arzneimitteln, Medizinprodukten, Op-Bedarf und sonstigen Verbrauchsmitteln wurden aus Spenden an die Vision for Puma gedeckt.

Danksagung:

Hiermit möchten wir uns bei allen Unterstützern unseres Einsatzes in Puma, Tansania herzlich bedanken. Ohne diese Unterstützung wäre dieser wie auch alle anderen Einsätze nicht möglich gewesen. Davon hängt die augenärztliche Versorgung in dieser Region nicht unerheblich ab, da viele Patienten derart mittellos sind, dass sie weit entfernte Einrichtungen nicht aufsuchen können bzw. die Kosten für eine Behandlung durch staatliche oder private Anbieter nicht bezahlen können.

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Besonders möchten wir uns bei folgenden Spendern bedanken:

Firmen:

Afidera GmbH, Human Optics GmbH, Alcon GmbH, „Die Plattform“ der Geuder AG, Omnivision, Trusetal Verbandstoffwerk GMBH, Fielmann, Röger-Optik Dr. Mann Pharma, Bausch und Lomb, Beaver Visitec, Thea-Pharma, Eye-Concept, Fa Graupner, Hennry Hein,