Es ist erfreulich zu sehen, dass das Missionskrankenhaus Tosamaganga, wo wir unter der Leitung von Prof.Robert Oellinger im Herbst 2015 unseren 9. Einsatz durchführten, von Jahr zu Jahr Fortschritte macht.

Nachdem die Ankündigung unsere Kommens im Vorfeld intensiviert wurde, konnten wir dem Patientenansturm an den ersten Tagen kaum standhalten. So operierten wir oft bis spät abends, um gerade die vielen Kinder mit Verbrennungskontrakturen gut versorgen zu können. Der Patientenstrom brach nicht ab und viele mussten auf das nächste Jahr vertröstet oder für kleinere Eingriffe an das lokale Personal verwiesen werden.

Neben den Verbrennungsopfern operierten wir Lippen- Kiefer- Gaumenspalten, Ulcera sowie zahlreiche andere angeborene Missbildungen. Ein Grossteil der Patienten kam aus einem Einzugsradius von ca. 30 Kilometern. Es kamen aber auch Patienten von sehr weit entfernten Gegenden wie Arusha und nördlich davon. Es schön zu beobachten, dass uns mittlerweile auch Krankenhäuser der Umgebung in zunehmenden Masse Fälle zuweisen, mit welchen sie sich überfordert fühlen. So kam aus Iringa ein 17 jähriges Mädchen zu uns, welches im Rahmen eines epileptischen Anfalls mit dem Gesicht voraus ins Feuer fiel und sich eine komplexe Verbrennung zuzog. Unsere akute Aufgabe war es nun die Ober- und Unterlidkontrakturen zu beheben.

Aufgrund von Absagen im Vorfeld waren wir dankbar, dass wir Robin Deb, der bereits früher mit Interplast unterwegs war, als weiteren Plastischen Chirurgen gewinnen konnten. Er und Christian Kreitmeier, der als Anästhesist zum ersten Mal einen Interplast-Einsatz mitmachte, bereichterten unser Team durch ihre fachliche Kompetenz und erfrischende Art sehr. Mit nur drei Chirurgen waren wir zeitweise personell etwas knapp und so war es gut, dass unsere OP- Schwestern und unsere Studentin Anna- Lena zum assistieren einspringen konnten. Dank der intensiven Vorbereitung, Dank des eingespielten Teams und guter Verbindungen zum OP-Personal vor Ort verlief das Camp reibungslos. Erstmals haben wir knapp 200 kg Material zu unserem Einsatzort mit DHL vorausgeschickt, was sich letztendlich bewährt hat. Insbesondere Ela Gauch und Marcus Strotkoetter waren damit zeitintensiv im Vorfeld beschäftigt. Die Zusammenarbeit mit dem Personal wird jedes Jahr besser und eingespielter. Und obwohl wir regelmäßig um 4.00 Uhr von einem übermotivierten Hahn aus dem Schlaf gerissen wurden, arbeiteten wir mit großer Freude. Etwas Abwechslung brachten die zwei Geburtstage, die wir im Team feiern durften.

Team Tosamaganga 15web4

 

 

Um die weitere Versorgung der Patienten/innen kümmerte sich die fließend Swahili-sprechende Medizinstudentin Anna-Lena Reusch, die nach dem Einsatz noch zwei Wochen vor Ort blieb, um zusammen mit einem einheimischen engagierten Chirurgen täglich Verbandswechsel durchzuführen.

 

Bezüglich der Patienten ist es so, dass wir 109 operiert haben, an denen insgesamt 151 Operationen durchgeführt haben

Unser herzlicher Dank gehört der Firma MELAG. Christoph Sandow (Leiter Vertrieb) ermöglichte es uns mittels Spende ein neues Sterilisationsgerät im OP- Bereich der Klinik von Tosamaganga zu installieren. Dies war notwendig und segensreich, da der vorhandene Steri schon länger seinen Geist aufgegeben hat.

Ebenso geht unser herzlicher Dank an die Organisation BigShoe. Herr Igor Wetzel (Vorstand) hat uns finanziell kräftig unter die Arme gegriffen, so dass die Kosten für unseren Einsatz überschaubar blieben.

Mittlerweile machen wir uns schon wieder Gedanken über den Ablauf und die Organisation im kommenden Jahr und freuen uns auf Tosamaganga 2016.
Gez. Reusch/Oellinger