Einsatzbericht Coroatá (Brasilien) 09.11.2013 – 25.11.2013

Mittwoch, 5. Februar 2014

Anfang November brach unser zehnköpfiges Team in Frankfurt auf und erreichte nach einer unbeschwerten Anreise nebst unbehelligter Zollpassage die Clinica Sao Daniel in Coroatá.

Dort wurde uns ein sehr herzlicher und freudiger Empfang zuteil, dem man anmerkte, dass dieses Projekt seit langer Zeit besteht und die meisten sich schon lange kennen.

Vor Ort erhielten wir noch die Unterstützung zweier einheimischer ärztlicher Kollegen, Dr. Alexandre Meireiles Borba und Stelio da Conceicao Araujo Neto sowie von Schwester Irma Manuela, die im Folgenden die HNO Konsultationen mitbetreute.

 

Flugs wurde am nächsten Morgen der OP eingerichtet, die Schränke aufgefüllt und Sterilisator und Narkosegeräte gecheckt. Letztere ließen sich durch einfaches Zuschneiden einer neuen Dichtung zügig in Betrieb nehmen, der Steri blieb jedoch hartnäckig für die restliche Zeit außer Betrieb. Hiesige Techniker konnten ihn weder durch nahezu tägliches  intensives Anstarren, noch durch Tauschen von Schräubchen und Rohren in einen funktionsfähigen Zustand versetzten. Glücklicherweise gelang es Schwester Veronica eine allabendliche Sterilisation der Instrumente durch das Krankenhaus in Coroatá  zu organisieren.

 

Der Patientenandrang war nicht gerade klein. Allein die HNO Konsultationen beliefen sich auf über 400, die plastisch-chirurgischen auf 206.

Der chirurgischer Schwerpunkt lag im Verschluß von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, jedoch erfolgte auch ein breites Spektrum plastischer Operationen, von der Nasenplastik bis zur Trennung von Syndaktylien, von der Behandlung von Verbrennungskontrakturen bis zur plastischen Wunddeckung. HNO ärztliche Eingriffe standen ebenfalls täglich im Programm.

 

Das OP Programm gestaltete sich dem Patientenaufkommen gemäß ambitioniert, so dass wir am Ende des Einsatzes auf 189 Operationen, davon 115 in Allgemeinanästhesie, zurückblicken konnten.

 

Der tägliche Arbeitsablauf verlief von der morgendlichen Prämedikation bis zur abendlichen Visite glücklicherweise ohne Zwischenfälle und insgesamt reibungslos.

Zum Abendausklang luden die Hängematten auf der Veranda auf ein Bierchen ein, wo die einen mit Gitarrenklängen und Gesang, andere mit Schlaf gesegnet wurden.

 

So vergingen zwei Wochen wie im Flug und wir fanden uns plötzlich auf der Abschiedsfeier mit Buffet, Capuera-Vorführung und Dankesreden wieder.

Und der Dank geht an alle, die an diesem Projekt mitgewirkt haben. Dank an diejenigen, die kochen, putzen, waschen, Patienten versorgen, Badezimmer von Schlangen befreien, Essen für uns gespendet haben, Handschuhluftballons für Kinder aufpusten, Fahrdienste leisten…

Aber besonderer Dank geht an Schwester Veronica, ohne sie wäre Alles Nichts.

Das Team:

Dr. Stefan Hessenberger (Teamleiter)  MKG-Chirurg

Dr. Alexandre Meireles Borba  MKG-Chirurg

Dr. Jan Esters                                          Plastischer Chirurg

Dr. André Borsche                                  Plastischer Chirurg

Stelio Da Conceicao Araújo Neto          Zahnarzt

Dr. Stefan Pappert                                  HNO

Dr. Frank Möller                                     Anästhesist

Birgit Rink                                              Anästhesistin

Jutta Nickels  Anästhesieschwester

Hans-Peter Loch  Anästhesiepfleger

Yvonne Reschke  OP-Schwester

Jan Möller  OP-Pfleger

 

Birgit Rink