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Nepal kommt einfach nicht zur Ruhe und die politische Lage hat sich im letzten Jahr weiterhin verschärft. König Gyanendra, der seit der Auflösung des Parlamentes und Absetzung des letzten frei gewählten Ministerpräsidenten im Jahre 2002 praktisch schon alle Machtpositionen kontrollierte, übernahm am 1. Februar putschartig die gesamte Macht. An diesem Tag wurde der Ausnahmezustand verkündet. Das gesamte Telefonnetz wurde abgeschaltet, Oppositionspolitiker verhaftet sowie Ausgangssperren verhängt.
Der Coup stieß auf wenig Widerstand, da die Altparteien bereits vor der Verhaftung ihrer Spitzenpolitiker nur wenig konstruktives auf die Beine stellten und sich in den Vorjahren schwerpunktmäßig mit der Spaltung ihrer Parteien beschäftigten. Ein Großteil der städtischen Bevölkerung war durch die unzähligen Generalstreiks der vergangenen Jahre einfach protestmüde. Im Gegenteil, besonders in Kathmandu gab es in weiten Teilen des Bürgertums und auch bei vielen Intellektuellen die Hoffnung auf Frieden und eine schnelle Besserung der desolaten Lage. Viele vorgebliche Demokraten sprachen plötzlich davon, dass eine Demokratie westlichen Vorbilds ohnehin nie in Nepal funktionieren konnte und gaben sich der Illusion einer gerechten, korruptionsfreien, palastkontrollierten „Demokratie“ hin. Es gab zumindest kurzfristig in diesen Schichten eine Art Aufbruchsstimmung.
Während man in Kathmandu nach dem 1. Februar die streikfreie Zeit genoss und relativ unbehindert arbeiten konnte, gingen die Kämpfe zwischen den Sicherheitskräften der Regierung und den aufständischen Maoisten unvermindert weiter. Verhandlungen mit den Maoisten (sowie den Altparteien) wurden von der königlichen Regierung an unerfüllbare Forderungen geknüpft bzw. offen abgelehnt. Außerhalb der größeren Städte gab es in den maoistisch kontrollierten Gebieten fortan regelmäßige Generalstreiks, die sich meist auf das Transportwesen konzentrierten und die Bewegungsfreiheit im Lande erheblich behinderten.
Ende April wurden die Bestimmungen des Ausnahmezustandes gelockert und teilweise aufgehoben. Bereits zuvor hatte eine vom König eingesetzte Kommission (RCCC) zum Kampf gegen die Korruption ihre Tätigkeit aufgenommen. Diese Einrichtung entpuppte sich jedoch schnell zu einem Instrument gegen unliebsame Oppositionspolitiker. Nach einem zweifelhaften Prozess gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten und Vorsitzenden der National Congress Party (D) Deuba wurde dieser zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Danach verebbten die RCCC-Aktivitäten relativ schnell, besonders nach einer Kabinettserweiterung im Sommer, bei der weitere Altaktivisten aus der Panchayatzeit reaktiviert wurden und auch weitere zwielichtige Gestalten plötzlich zu Ministerehren gelangten. Spätestens als Jagat Gauchan, eine bekannte Figur aus der nepalesischen Unterwelt, zum Minister für Arbeit und Physical Planning ernannt wurde, schwanden bei vielen heimlichen Sympathisanten der königlichen Machtübernahme das Verständnis. Dieser Mann ist enger Freund der königlichen Familie und saß bis zum 1. Februar wegen versuchten Mordes an einem Journalisten im Gefängnis ein. Nun wurde dieser Mann nicht nur vorzeitig entlassen, sondern obendrein auch noch zum Minister ernannt, obwohl er außer seiner Loyalität zur Königsfamilie nicht die allergeringsten Qualifikationen für das Amt nachweisen konnte.
Im August nahmen die Kampfhandlungen nochmals zu, bevor die Maoisten im September überraschend einen 3monatigen Waffenstillstand verkündeten (der später noch um einen weiteren Monat verlängert wurde). In Westnepal wurde eine Pioniereinheit der Armee, die mit dem Ausbau einer Straße beauftragt war, niedergemacht, wobei Unmengen an Sprengstoff und Waffen erbeutet wurden. Im Süden des Landes wurde von den Maoisten bereits Anfang Juli auf einen zivilen Linienbus (von der nepalesischen Armee zu Patrouillenzwecken mitgenutzt) ein Anschlag verübt, der 40 Menschen – meist Zivilisten – das Leben kostete. Der Waffenstillstand wurde von Regierungsseite offiziell nicht erwidert, aber danach gab es zumindest eine deutliche Verbesserung der Bewegungsfreiheit im Lande, was besonders unseren Patienten und auch unseren Außenaktivitäten zugute kam. Die wichtigsten Altparteien, mittlerweile zu einer 7-Party-Alliance zusammengeschlossen, einigten sich nach Gesprächen in Dehli mit den Maoisten auf ein 12-Punkte- Programm zur Wiederherstellung der Demokratie. Die konstitutionelle Monarchie als erstrebenswerte Regierungsform war bereits in den Vormonaten aus den meisten Parteiprogrammen gestrichen und durch die einer Republik ersetzt worden.
Vor diesem Hintergrund läuft die Arbeit im SKM-Hospital immer noch recht ungestört. Zudem helfen die Erfahrungen und Vorbereitungen der letzten Jahre, so dass trotz Streiks, Ausgangssperren, Blockaden, gelegentlicher Versorgungsengpässe oder anderer Widrigkeiten, der Hospitalbetrieb nie wesentlich behindert wurde oder gar eingestellt werden musste. Die Antikorruptionsmaßnahmen der königlichen Regierung waren anfänglich in vielen Bereichen ein erhebliches bürokratisches Hindernis, dass den ohnehin wenig entscheidungsfreudigen öffentlichen Dienst zusätzlich blockierte. Zum Beispiel waren Hilfslieferungen vorübergehend kaum aus dem Zollamt herauszubekommen, da es keiner der Beamten wagte, die Höhe der Importgebühren festzulegen.
Hospitalausbau
Im SKM-Hospital wurden auch im letzten Jahr unter der Leitung von Herrn Hein Stahl weitere Ausbau- und Modernisierungsarbeiten durchgeführt. Bereits im Frühjahr erfolgte die Fertigstellung eines neuen Generatorhauses, das nahe dem Haupttor errichtet wurde. In dieses Gebäude zogen anschließend unser 40 kW-Generator und ein neuer 90 kW-Genrator. Unser drittes Notstromaggregat, ein alter 40 kW-Genrator verblieb im alten Generatorhaus nahe dem Gästehaus. Mit dem neuen großen Notstromgenerator verfügt das Hospital jetzt wieder ausreichend Leistungsreserve, um den häufigen Stromausfällen auch bei vollem Hospitalbetrieb gewappnet zu sein.
Die Dachflächen des Patiententraktes, die noch nicht mit einem Metalldach versehen waren, wurden ergänzt, so dass jetzt der gesamte Trakt vollständig überdacht ist. Auch der neue OP-Trakt wurde in gleicher Weise mit einem neuen Dach monsunfest gemacht. Infolge der Dacharbeiten musste ein Teil der Solaranlagen für die Warmwasserbereitung umgesiedelt werden. Bei dieser Gelegenheit wurden das System verbessert und durch eine zusätzliche große Anlage für die Warmwasserversorgung unserer Waschmaschinen ergänzt. Die Wäscherei erhielt eine weitere große Industriewaschmaschine, so dass jetzt eine Waschkapazität von über 50 kg zur Verfügung steht.
Die Trinkwasserversorgung des Hospitals wurde nochmals verbessert. Im Februar wurde der dritte große unterirdische Tank in Betrieb genommen und es steht nunmehr eine Frischwasserreserve von über 200.000 Litern zur Verfügung. Die Anlage wurde auch in der Hinsicht optimiert, dass im Bedarfsfall auch Regenwasser zur Trinkwasserbereitung gewonnen werden kann. Das Quellwasser, das unter normalen Bedingungen für die Wasserversorgung genutzt wird, kann durch die Einrichtung eines neuen Rohwassertankes und einer Pumpenanlage nun sicher gefiltert werden. Früher reichte das natürliche Druckgefälle nicht immer für die Filtration aus, so dass gelegentlich der Filter umgangen werden musste.
Die Entsorgung wurde ebenfalls überholt und modernisiert. Die seit Jahren laufende biologische Kläranlage wurde gründlich gewartet und die Verrieselung des ersten Schilfbeckens verbessert. In Zusammenarbeit mit der GTZ wurde mit dem Bau einer neuen Müllverbrennungsanlage begonnen. Diese soll Anfang nächsten Jahres in Betrieb gehen und die alte Testanlage ersetzen. Entsprechend steigender Patientenzahlen nimmt zwangsläufig auch die Zahl an Todesfällen zu, so dass bessere Aufbahrungsmöglichkeiten erforderlich wurden. Auf der Hospitalrückseite wurde daher eine kleine Leichenhalle errichtet, die im Dezember in Betrieb genommen werden konnte.
Im medizinischen Bereich wurde der Umfang des OP-Instrumentariums deutlich erweitert, um zukünftig auch bei Außeneinsätzen optimal ausgerüstet zu sein. Zur Unterstützung der Dekubitalchirurgie und zur besseren Pflege von Verbrennungspatienten erhielten wir weitere Wechseldruckmatratzen. Das Labor wurde um einen Raum erweitert, in dem jetzt eine gut ausgestattete Blutbank, inklusive vibrationsfreiem Kühlschrank zur Lagerung von Blutkonserven, untergebracht ist. Diese Einrichtung hat bereits ihren Betrieb aufgenommen; für die Eingliederung in den nationalen Blutspendedienst des nepalesischen Roten Kreuzes läuft bereits das Anerkennungsverfahren.
Aktivitäten des SKM-Hospitals
Im Jahr 2005 wurden bei über 1.500 Patienten mehr als 1.900 Operationen durchgeführt. Dazu kamen knapp 350 ausgedehnte Verbandwechsel, meist bei Verbrennungspatienten und Kindern, die in Narkose durchgeführt wurden. Ca. 2/3 dieser Eingriffe wurden kostenlos durchgeführt. Bei etwa 1/3 der operierten Patienten konnte eine geringe bis kostendeckende OP-Gebühr erhoben werden. Bei weniger als 2% aller operierten Patienten war es möglich, gewinnbringend zu arbeiten. Von den kostenlos operierten Patienten erhielten gut 25% im Rahmen einer Behandlungspatenschaft zusätzliche Leistungen, die eine volle Verpflegung und die Langzeitunterbringung des Patienten und einer Begleitperson, bei Bedarf auch Fahrtkosten, orthopädische Hilfsmittel usw. einschlossen.
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1997 |
1998 |
1999 |
2000 |
2001 |
2002 |
2003 |
2004 |
2005 |
gesamt |
Operationen |
192 |
453 |
485 |
724 |
1131 |
1402 |
1569 |
1892 |
1903 |
9751 |
Operierte Patienten |
149 |
348 |
363 |
548 |
854 |
1067 |
1215 |
1427 |
1565 |
7536 |
Ambulante Behandlungen
und Untersuchungen |
554 |
1672 |
2899 |
4909 |
8302 |
10801 |
12710 |
15430 |
16910 |
74187 |
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Chirurgische Klinik |
430 |
1310 |
1328 |
2433 |
3330 |
2884 |
3472 |
4520 |
5440 |
25147 |
Allgemeinsprechstunde |
- |
359 |
555 |
837 |
935 |
1439 |
3606 |
5004 |
5192 |
17927 |
Zahnstation |
124 |
3 |
1016 |
892 |
2153 |
1594 |
1786 |
1290 |
2110 |
10968 |
Krankengymnastik |
- |
- |
- |
747 |
1884 |
4884 |
3846 |
4616 |
4168 |
20145 |
Krankenwageneinsätze |
- |
- |
- |
86* |
720 |
748 |
660 |
646 |
526 |
3300 |
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Hospitaleigenleistung
an lfd. Kosten |
- |
9% |
12% |
14% |
10% |
13% |
24% |
24% |
26% |
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*(seit 01.11.2000) |
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Die Anzahl der Neuvorstellungen in der chirurgischen Klinik hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt und ist auf insgesamt 2.523 Patienten angestiegen, die erstmals untersucht wurden. Dies ist besonders auf 4 größere Operationseinsätze in West- und Farwest- Nepal zurückzuführen, bei denen nahezu 1.000 Patienten untersucht wurden. Die Zahl der Patienten, die in der Allgemeinsprechstunde behandelt wurden, ist im Vergleich zum Vorjahr nur wenig gestiegen, da im Nachbarort Sankhu eine kleine Allgemeinklinik ihren Betrieb aufnahm und für leicht rückläufige Zahlen im letzten Quartal sorgte. Die Zahlen der Zahnstation sind dank fast durchgängiger Besetzung mit deutschen Zahnärzten und zunehmender Akzeptanz wieder deutlich gestiegen. Die Anzahl von Patienten, die krankengymnastisch behandelt wurden, lag unter der des Vorjahres, da die Abteilung aufgrund einer mehrmonatigen Weiterbildung unserer nepalesischen Krankengymnastin zeitweilig nicht voll besetzt war. Die Einsatzzahlen des Krankenwagens sind rückläufig, da durch das erweiterte Spektrum des SKM-Hospitals nur noch wenige Patienten nach Kathmandu verlegt werden müssen und sich die Noteinsätze nun fast ausschließlich auf geburtshilfliche Probleme beschränken.
2005 konnten Dank der mehrmonatigen Waffenruhe im Herbst insgesamt 4 große Außeneinsätze in Midwest- und Farwest- Nepal durchgeführt werden. Während dieser Einsätze wurden allein 421 kleine bis mittelgroße Operationen durchgeführt. Etwa 150 Patienten, meistens Kinder mit extremen Fehlbildungen, Brand- oder Unfallfolgen, wurden in das SKM-Hospital zur Behandlung einbestellt. Den Patienten wurde eine gesponserte Behandlung zugesagt, da sich die meisten Menschen aus den ärmsten Gebieten Nepals nicht einmal die einfache Anreise nach Kathmandu leisten können. Von diesen Patienten wurden bis Ende 2005 über 80 behandelt bzw. mit der Langzeittherapie begonnen.
Entsprechend der zunehmenden Aktivitäten hat sich im letzten Jahr die Zahl der Mitarbeiter nochmals vergrößert. Die angestiegenen Patientenzahlen machten die Einstellung von zwei zusätzlichen Pförtnern notwendig, die für den Bereich des Haupttores zuständig sind. Bei den Schwestern gab es außer der heirats- und ausbildungsbedingten Fluktuation einen Nettozuwachs um eine Stelle. Bei den Assistenzärzten wurde der Abgang von Dr. Sujan und Dr. Diku – beide bereiten sich auf das amerikanische Staatsexamen vor – ausgeglichen und aufgrund der Dienstbelastung ein weiterer Assistent eingestellt. Dazu kam zum Jahresende noch Dr. Jaswan, der in Kirgisien eine Facharztausbildung zum Plastischen Chirurgen durchläuft und ein Jahr seiner praktischen Ausbildung im SKMH absolviert. Zusammen mit Dr. Binita, die im Dezember eine Tochter zur Welt brachte, ist er einer unserer neuen Hoffnungsträger, die vielleicht längerfristig an das Hospital gebunden werden können.
Unsere langjährige Zahnarzthelferin Rukmini, die noch keinen offiziellen Abschluss besaß, wird Dank der Hilfe des Zahnfördervereins Mittelfranken zum Dental Hygienist weitergebildet, der später auch zu einfachen Zahnbehandlungen berechtigt ist. Die dreijährige Ausbildungszeit wird durch einen neuen Helfer überbrückt, der für diesen Zeitraum einen befristeten Vertrag erhielt. Zusammen mit den Teilzeitkräften umfasst unser Mitarbeiterstamm jetzt 58 Leute. Krankengymnastin Meena, die bereits mehrere Jahre im SKMH arbeitet, wurde im Spätherbst zu einer zweimonatigen Weiterbildung nach Deutschland geschickt. Die praktische Ausbildung von Physiotherapiestudenten der Kathmandu University verläuft erfreulich und geht bald in das dritte Jahr. Hausmeister Prahlad machte in Kathmandu in einer größeren Autowerkstatt ein mehrwöchiges Praktikum, um in Zukunft unsere Fahrzeuge noch besser warten zu können.
Aussichten und Chancen für das nächste Jahr
Die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Hospitälern verläuft erfreulich. Drei der insgesamt vier großen OP-Außeneinsätze erfolgten in Zusammenarbeit mit der GTZ, die über lokale Healthposts die Bevölkerung im Vorfeld informierte und auf diese Weise für ein sehr effektives Screening sorgte. Eine Reihe von Kliniken in ganz Nepal überweist bereits seit Jahren regelmäßig Patienten ins SKM-Hospital. Dazu gesellen sich verschiedenen Hilfsorganisationen, die bedürftige Patienten akquirieren und/oder deren Behandlung finanziell unterstützen. Die Kontakte zum Internationalen Roten Kreuz und zur Kinderhilfsorganisation Terre des hommes konnten deutlich verbessert werden. In diesem Jahr soll die Zusammenarbeit in Angesicht der sich weiter zuspitzenden Lage noch intensiviert werden und in den besonders entlegenen Distrikten des Nordwestens zusätzliche Außeneinsätze durchgeführt werden.
Die spezielle Problematik im Gesundheitswesen Nepals sowie Chancen und Probleme des Projektes wurden bereits im letzten Jahr ausführlich beschrieben. Daran hat sich grundsätzlich überhaupt nichts geändert – die aktuellen Schwerpunkte unserer Arbeit werden jedoch sehr stark vom aktuellen Geschehen bestimmt. Die weitere politische Entwicklung kann von einer reinen Militärdiktatur über eine Volksrepublik bis hin zum hinduistisch-sozialistischen Königsreich jede erdenkliche Richtung annehmen, so dass die Wege einer offiziellen Einbindung des Hospitals ins nepalesische Gesundheitssystem vorerst reine Spekulation bleiben. Wir loten weiterhin jede Möglichkeit aus und nehmen, was gerade möglich ist.
Vorrangige Arbeit ist in den kommenden Wochen der Abschluss eines neuen Project Agreements, das die legale Basis unserer Tätigkeit in Nepal darstellt. Der aktuelle Vertrag mit dem Social Welfare Council läuft im Mai 2006 aus und dessen Verlängerung ist leider keine Formsache. Viele rechtliche Bestimmungen wurden im letzten Jahr unter der königlichen Regierung geändert und ein umstrittener Code of Conduct für I/NGOs eingeführt. Diese zielen zwar besonders auf die Kontrolle von Menschenrechtsorganisationen ab, schaffen aber auch für im Gesundheitsbereich tätige Organisationen zusätzliche Arbeit und Kosten. Es sind wieder neue bürokratische Hindernisse zu erwarten und auch die Inhaftierung der Präsidentin unserer nepalesischen Partnerorganisation, Sujata Koirala, die zur Zeit aus politischen Gründen im Gefängnis einsitzt, ist für den anstehenden Antrag wenig hilfreich.
In den vergangenen Jahren konnten bereits eine Vielzahl von ernsten Problemen sehr gut gemeistert und kontinuierliche Fortschritte erzielt werden, so dass ich der zukünftigen Entwicklung des Hospitalprojektes weiterhin optimistisch entgegensehe. Die parteiübergreifende Akzeptanz unserer Einrichtung, die große Dankbarkeit unserer Patienten, die Treue unser Spender und der überwältigende Bedarf an plastisch-rekonstruktiver Chirurgie in Nepal bleiben die Motivation für unser Engagement in Nepal.
Großer Dank wieder an die ehrenamtlichen Helfer und unsere treuen Spender
Auch in diesem Jahr möchte ich mich daher wieder ganz besonders bei allen treuen Spendern, Clubs und Vereinen sowie bei allen ehrenamtlichen Helfern bedanken, ohne deren Hilfe das Projekt in seiner jetzigen Form nicht möglich wäre. Ich bedanke mich erneut bei dem Verein ProInterplast und dem Centrum für Internationale Entwicklung und Migration (CIM/GTZ), die das Hospital seit Projektbeginn kontinuierlich unterstützen. Das großartige Engagement aller Beteiligter ist ein weiterer Grund, dass man sich mit den bisher erzielten Ergebnissen nicht zufrieden geben und alle Chancen des Projektes besonders in Hinblick auf Leistungsfähigkeit und Ausbildungskapazität nutzen sollte.
Sankhu/NEPAL im Februar 2006
Andreas Settje
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