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Am 23.09.2005 startete zum mittlerweile siebten Mal ein deutsches Interplast-Team in Richtung Cagayan de Oro. Unsere Gruppe bestand aus dem OP-Personal Daniela Hanl (Saalfeld), Birte Haußler und Peter Beier (Lübeck), den Anästhesisten Karin Schroeter (Suhl), Gunther Kranert (Saalfeld) und den Chirurgen Frank Lehmann (Nauen), Daniel Trübger und Dirk Hermes (Lübeck).
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| Das Team zusammen mit unseren lokalen Gastgebern Wilma und Dietmar Schug |
Nach komplikationsloser Anreise über Frankfurt, Hong Kong und Manila (Dank an Herrn Triebig von 3T-Reisen Frankfurt und Frau Gesuch von Cathay Pacific für die Reiseorganisation und großzügige Übergepäckregelung) kamen wir Sonntag früh im „German Doctors Hospital“ in Cagayan de Oro, einer 500.000 Einwohner zählenden Universitätsstadt an der Westküste Mindanaos, an. Die bereits auf uns wartenden Patienten waren zuvor teils von weit her durch die „Rolling Clinics“ der Organisation rekrutiert, nach Cagayan de Oro begleitet und durch den ärztlichen Leiters des Hospitals, Dr. Oscar Fudalan, voruntersucht worden.
Nach eigener Patientensichtung, bei der erfreulicherweise nahezu kein Patient abgelehnt werden musste, starteten wir bei bestens bekannten und unverändert vorgefundenen Bedingungen wie üblich schon am Mittag des Ankunftstages mit dem regulären OP-Betrieb.
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| Regulärer OP-Betrieb auf zwei ITN- Tischen in Cagayan de Oro |
In dem uns nahezu vollständig zur Verfügung stehenden OP-Trakt wurden innerhalb von 9 OP-Tagen 80 Eingriffe zuzüglich einer Reihe von Verbandswechsel in Narkose bzw. Analgosedierung durchgeführt. Wie auch in den letzten Jahren lagen die chirurgischen Schwerpunkte in der Korrektur von Spaltbildungen des Gesichtes und Verbrennungskontrakturen sowie Resektionen von für europäische Verhältnisse beeindruckend großen Strumen.
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| Hier hilft jeder mit ...... |
Darüber hinaus konnten wir 13 Patienten mit teils ausgedehnten Weichteiltumoren, Hämangiomen sowie Morbus Recklinghausen behandeln. Das wie immer tatkräftig mitarbeitende örtliche OP-Personal um Schwester Fanny und die rund um die Uhr mit lokalem Pflegepersonal besetzte „Interplast-Station“ direkt gegenüber dem OP sorgten wesentlich mit für einen reibungslosen und selbst für europäische Verhältnisse sehr effizienten Ablauf.
Nachdem wir bereits im letzten Jahr ein gespendetes Narkosegerät an das German Doctors Hospital in Cagayan de Oro übergeben konnten, hatten wir dieses Mal u.a. einen im Uniklinikum Lübeck ausgemusterten Siemens „Sirecust“-Monitor sowie zwei fabrikneue, von der Firma Dräger gesponsorte Narkosemittelverdampfer für Isofluran und Sevofluran als Gastgeschenke dabei. Entsprechend groß war die Freude bei dem uns aus vielen vorangegangenen Einsätzen bekannten und zu einem echten Freund gewordenen Haus-Anästhesisten Dr. Geronimo „Jerry“ Clitar.
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| Jerry Clitar an seinem Arbeitsplatz |
Auf Wunsch unseres lokalen Ansprechpartners von „Arzte für die Dritte Welt“, Dietmar Schug, sollte unser Team in der zweiten Einsatzwoche wieder in einem anderen Krankenhaus arbeiten. Mit Nachtfähre, LKW und Kleinbus zogen wir begleitet von Dr. Fudalan und Schwester Fanny nach Medellin, einer Kleinstadt im Nordwesten der Insel Cebu, um. Unsere neue Arbeitsstätte, das „Begu Medellin Medical Center“ erwies sich als ein firmeneigenes, den Arbeitern der örtlichen Zuckerrohrfelder und der Zuckerrohrmühle zur Verfügung stehendes Krankenhaus in durchaus gutem baulichem Zustand, aber wohl seit langem ohne anästhesiologischen und chirurgischen Service. Die vor Ort befindliche Medizintechnik versetzte unsere Anästhesisten in nostalgisches Schwärmen, selbst eine nahezu neuwertige Schimmelbuschmaske fand sich gebrauchsfertig vor.
Auch in Medellin zeugten viele Details (wie teils frisch gestrichene Wände und überall aalglatt gebohnerte Flure) von den Anstrengungen und Hoffnungen, mit dem unser Besuch in diesem Krankenhaus liebevoll vorbereitet worden war.
Nach erneuter Patientenvoruntersuchung und Aufrüstung des uns zur Verfügung gestellten, kleinen OPs konnten wir in den verbleibenden 2 Behandlungstagen an zwei TIVA-Tischen nochmals 15 Operationen durchführen. Wie schon in Cagayan de Oro bemühte sich das örtliche Personal rührend, uns bei der Arbeit zu unterstützen. Nicht nur angesichts der bis zu unserer Abreise weiter ins Krankenhaus strömenden Patienten fiel uns dann der Abschied entsprechend schwer.
Im persönlichen Rückblick ist meine schönste Erinnerung wohl die Geschlossenheit, mit der unser „sozialistisch organisiertes Kollektiv“ nicht nur die reichliche Arbeit meisterte, sondern auch reichlich Zeit zum Lachen fand. In fachlicher Hinsicht wurde erneut klar, dass die kontinuierlich gewachsene Zusammenarbeit mit dem „Komitee Ärzte für die Dritte Welt“ erhebliche Vorteile für INTERPLAST-Einsätze bedingt. Einsatzvorbereitung, Logistik und medizinische Risiken sind unter derart verlässlichen wie stabilen lokalen Bedingungen erfreulich kalkulierbar. Vor Ort dringend benötigte Dinge konnten wiederholt zielgerichtet beschafft und an unsere philippinischen Partner übergeben werden. Darüber hinaus machen gerade die in den letzten Jahren gewachsenen Verbindungen und Freundschaften – neben der rührenden Dankbarkeit der Patienten und ihrer Angehörigen - einen wesentlichen Reiz der Arbeit auf den Philippinen aus. Nachteile unseres speziellen Settings (Arbeit in 2 Krankenhäusern während eines Einsatzes) liegen unbestreitbar in der verminderten Möglichkeit zu individueller Nachsorge und (zumindest unmittelbarer) chirurgischer Erfolgskontrolle. Gut zu wissen, dass unsere Patienten auch nach unserer Abreise bei Ärzten und Pflegepersonal der „German Doctors“ in den besten Händen sind.
Dirk Hermes
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