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Wo liegt eigentlich Khandwa? Auf Vermittlung von Gertrud Kuhn aus Bad Kreuznach lag seit längerem eine Anfrage von Bischof Leo Cornelio der dortigen Diözese vor und die Lokalisation dieses Einsatzortes stand zuerst auf der to – do – Liste. Khandwa ist eine typisch indisches Stadt, mitten im ländlichen Nirgendwo von Madhya Pradesh. M.P. wiederum gehört neben Uttar Pradesh und Bihar zu den so genannten „sick states“, den am wenigsten entwickelten und auch ärmsten Bundesstaaten in Indien. Hier nun sollte erstmalig ein Interplasteinsatz durchgeführt werden. Nach der ersten Kontaktaufnahme wurde ein „internationales“ Team zusammen gestellt: Charles Viva aus England, Lei Li aus China, Jörg Rössler aus Dresden sowie Heike Pfeifer, Swantje Blümel, Ulrike Tzschacksch, Dörte Kletzien aus Berlin und Jens Hennicke aus Buchholz. Unsere indischen Gastgeber waren einerseits die katholische Kirche, andrerseits der Lions Club Khandwa.
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Die Vorbereitungen verliefen auf beiden Seiten unkompliziert, so dass wir am 2.1. pünktlich mit Emirates nach Bombay abflogen. Hier wurden wir bereits von Father Benny, dem Sekretär der Diözese in Empfang genommen und durch den manchmal doch nervenaufreibenden indischen Zoll gelotst. Der anschließende Inlandsflug hatte dann zwei Stunden Verspätung, so dass wir nach dreistündiger Fahrt erst gegen Mitternacht in Bishop´s House ankamen. Am nächsten Morgen fuhren .wir über staubige Strassen zu unserem Arbeitsplatz für die kommenden zwei Wochen
Uns wurde der gesamte OP – Trakt im privaten Subham – Hospital zur Verfügung gestellt, inkl. des dort tätigen Personals und der (spärlichen) technischen und sonstigen Einrichtung. Im Vorfeld waren etwa 200 Patienten von den örtlichen Kollegen ausgesucht worden, von denen sich am ersten Tag etwa 30 vorstellten. Die weitern Patienten erschienen gruppenweise in den nächsten Tagen, insgesamt 120, hauptsächlich Kinder, konnten zur Operation akzeptiert und in den oft bis nach 20:00 Uhr andauernden OP – Plan aufgenommen werden Die Chirurgen führten über 150 Operationen durch, so wurden unter anderem 79 Spalten verschlossen, ausgedehnte Verbrennungsfolgen besonders der Hände versorgt sowie mehere Hypospadien, Hämangiome und Syndaktylien operiert. Die postoperative Versorgung wurde von aus allen Teile der Diözese angereisten katholischen Schwestern übernommen und war ausgezeichnet. Bis zu unserer Abreise traten erfreulicherweise keine Infektionen oder andere Probleme auf, auch intraoperativ gab es keine ernsthaften Komplikationen.
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Während unseres Aufenthaltes waren wir im weitläufigen Amtssitzes des immer freundlichen und hilfsbereiten Bischofs Leo untergebracht und wurden aufs beste von Sr. Anita mit allem versorgt was einen solchen Einsatz leichter macht. Father Benny war unentbehrlicher Helfer bei allen Problemen, Begleiter an unserem Ausflug zu einem Hindu – Heiligtum und gerne gesehener Teilnehmer abendlicher Kingfisher – Runden, Darüber hinaus regnete es Einladungen aus dem Kreis der Lions – Mitglieder, so beispielweise Vorführen traditioneller indischer Tänze. Nach einer großartigen „closing ceremony“, für die unser Team in typisch indische Kleidung gesteckt wurde, verließen wir nach 13 Tagen eine gesichtslose Stadt, in welcher wir viele warmherzige, hilfsbereite und engagierte Menschen kennen gelernt hatten.
Mehrfach wurden wir gebeten doch bald wieder zu kommen – ein Wunsch dem wir oder ein anderes Team leichte Herzens und gerne nachkommen können. Der Bedarf an unsere Arbeit ist auch an diesem Ort unendlich.
Abschließend muss wieder einmal Michael Triebig von 3T – Reisen ein herzliches Dankeschön für seine Arbeit ausgesprochen werden. Ebenso ein Danke an Emirates Airlines für die großzügige Übergepäckregelung, an Lutz Pagel von ratiopharm, Horst Erbe von Rüsch und Gertrud Kuhn aus Bad Kreuznach sowie alle anderen Spender und Helfer.
Jens Hennicke
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