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Dieser Einsatz der Sektion Südbayern wurde auf indischer Seite durch Herrn Dr. Roy vermittelt und durch die Rotarierclubvertreter sowie die Mitarbeiter des Meenakshi Mission Hospitals in Madurai gründlich vorbereitet.
Unser 8-Personen-team traf sich in Frankfurt, der größte Teil des Gepäcks war schon in München ohne Probleme eingecheckt worden. Der einzige unangenehme Teil unserer Hinreise war die Unbequemlichkeit der 5 Stunden Wartezeit im Chennai domestic airport, bis die check-in Schalter in den frühen Morgenstunden geöffnet wurden- zu kurz um mit Gepäck in ein Hotel zu fahren und zu lang um nicht die Müdigkeit zu spüren – die Wartehalle war nicht gerade gemütlich und Möglichkeiten, sich irgendwo lang zu strecken waren von den Architekten wohl bewusst vermieden worden - unbewegliche Armlehnen sind eine Gemeinheit !
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| das indisch- deutsche OP-team Madurai |
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Wir wurden von unseren Gastgebern und „Mitstreitern“ des Menakshi Mission Hospitals und den örtlichen Rotarierclubvertretern herzlich mit schweren duftenden Blumenkränzen empfangen und zu unserer Unterkunft im Gästehaus des Krankenhauses gebracht. Die Nähe zum Krankenhaus hatte den Riesenvorteil, daß wir unabhängig von Transprtmitteln waren, d. h. Laufen konnte – was unsere Gastgeber allerdings bis zum Schluss sehr merkwürdig fanden.
Das Krankenhaus hat uns sehr beeindruckt und ist mit modernster Technologie ausgestattet ( incl. Spiral-CT, Nuklearmedizin etc. ) Gerade in der heutigen Zeit ist bemerkenswert, dass in diesem Haus die Offenheit für alle Religionen betont wird. So gibt es in verschiedenen Ecken des Gebäudes kleine Tempel der größeren Religionsgruppen (Hindus, Buddhisten, Moslems, Christen), die angeblich ohne Ärger miteinander auskommen.
Es waren schon Patienten vorbereitet und für die OP-Tage einbestellt, sodaß zu unserer großen Überraschung der gewohnte Patientenansturm des ersten Tages ausblieb.
Was die ausführliche website des Meenakshi Mission Hospital nicht aufführte, war die Existenz eines Plastischen Chirurgen, der sich zu uns gesellte und schon viel Erfahrung mit „smile-train“-Einsätzen der Amerikaner hatte.
So war dann auch der Großteil der für uns einbestellten Patienten Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten-Problemen, viele davon voroperiert, mit Gaumenfisteln etc.
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| Baby nach Verschluß einer angeborenen Lippenspalte |
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An 10 OP-Tagen konnten wir dann, jeweils in 2 teams insgesamt 96 Eingriffe an Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und anderen Fehlbildungen sowie an Verbrennungsopfern durchführen – trotz heftiger Monsoon- Überschwemmungen, die einigen Patienten die Anreise unmöglich gemacht hat.
Obwohl Madurai selbst unter diesen überdurchschnittlich heftigen Monsoonregen nicht allzusehr gelitten hatte, konnten wir uns bei einem abendlichen Tempelbesuch von der beeindruckenden Heftigkeit dieser Wassermassen überzeugen. Während wir bei trockener Strasse den Tempel betraten, stand das Wasser knietief in den Strassen, als wir den Tempel verlassen wollten – so haben wir etwas länger die Tempelreliefs bestaunen können. Zum Glück verschwand das Wasser rasch wieder, sodass wir zu unserem guest house zurückkehren konnten. Die Umgebung des Krankenhauses war in den folgenden Tagen zwar eine Seenlandschaft, verziert von Mückenschwärmen, aber die Strassen waren noch passierbar. Die Landbevölkerung der Umgebung hatte es nicht so gut wie wir.
An Komplikationen hatten wir den Verlust eines Vollhauttransplantates am Hals zu verzeichnen und eine Lappenspitzennekrose bei einem riesigen gestielten Parascapularlappen, den wir für eine ausgedehnte Verbrennungskontraktur der oberen Thoraxvorderwand und des Halses bei einer jungen Frau verwendeten. Sie musste noch 2x debridiert werden und wir konnten sie vor unserer Abreise noch mit Spalthaut versorgen.
In den Wochen nach unserer Abreise blieb für die Kollegen vor Ort natürlich trotzdem noch genug zu tun, mit Entfernen von K-Drähten, Verbänden, Splintwechseln bei Kontrakturpatienten und Weiterversorgung der Transplantate.
Das Krankenhaus organisiert regelmäßig humanitäre Einsätze – zumal der Staat Tamil Nadu besonders vom Tsunami betroffen war- und hat die Patienten sehr gut vorbereitet, untergebracht und betreut (für die Patienten kostenlos) sodaß wir uns auch über die Nachbehandlung nach unserer Abreise keine Sorgen machen mussten. Kompetente Kollegen vor Ort kümmern sich darum.
Trotz Sprachbarrieren entschädigt uns immer die spürbare Dankbarkeit der Menschen, denen wir helfen konnten für die intensive Arbeit.
Da unsere Spender dies nicht selbst miterleben konnten, aber einen wichtigen Anteil an der gemeinsamen Anstrengung hatten, hier nochmals unser herzliches Dankeschön.
Ich bedanke mich an dieser Stelle für die ausgezeichnete Teamarbeit unseren indischen Kollegen und bei
- Simone Visintin (OP-Schwester, Bern, Schweiz),
- Lars Berbig (OP-Pfleger und PJ-Student, St.Gallen, Schweiz),
- Bea Neumann (Anästhesieschwester, Eisenhüttenstadt),
- Dr. Knud Kober (Anästhesist, Eisenhüttenstadt),
- Dr. Barabara Brons (Anästhesistin, Murnau),
- Dr. Eva-Maria Baur ( Plastische Chirurgin, Innsbruck/Murnau),
- Prof. Dr. Anton Schwabegger (Plastischer Chirurg, Innsbruck)
Die Gastfreundschaft der Menschen in Madurai war sehr beeindruckend; das guest house- und Küchenteam des Krankenhauses hat sich rund um die Uhr um uns gekümmert, die Rotarierclubvertreter haben ein straffes Programm für uns organisiert mit offiziellen meetings und Presseterminen, Besichtigung von phantastischen Tempelanlagen und einem Feiertagsausflug in die Bergregionen von Tamil Nadu.
Wie schon der Hinflug ( mit Lufthansa und Jet-airways ) war auch die Rückreise völlig unproblematisch bezüglich dem sonst so gefürchteten Ärger mit dem Übergepäck bzw. beim Zoll.
Dr. Gaby Fromberg
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