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Schon im Jahre 2003 kamen die ersten Kontakte nach Ruanda zustande: Das Missions-Krankenhaus in Gahini fragte an, ob wir ein kleines Mädchen mit schwersten sterno-mentalen Kontrakturen in Deutschland operieren könnten. Tuyisenge, der Name des Mädchens, lebte in 2004 und 2005 für 9 Monate in Vreden, größtenteils in einer Familie, ebenfalls mit Kindern, in der Tuyisenge bestens integriert lebte. Nach 9 Operationen begleiteten Op.-Schwester Silvia Schroer und Dr. Arnulf Lehmköster sie zurück in ihre Heimat.
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Gahini liegt im Osten Ruandas. Das Krankenhaus dort wurde 1927 von britischen Missionaren gegründet und gehört heute der anglikanischen Kirche in Ruanda. Seit Jahren entsendet eine Gesellschaft der evangelischen Kirche aus Süddeutschland jeweils für 3 Jahre einen deutschen Arzt nach Gahini. Dr. Günther Link lebt jetzt seit 2 Jahren mit seiner Frau Irene und 6-jähriger Tochter dort. Er suchte für uns Patienten aus, die wir dann zusammen mit ihm und seinen einheimischen Kollegen operierten: Patienten mit schweren Verbrennungskontrakturen, Tumoren etc.. Unser Spalthautdermatom ließen wir wie üblich vor Ort, damit Patienten mit frischen Verbrennungswunden gleich durch Hautverpflanzung therapiert werden können und ihnen so ein Schicksal, wie es Tuyisenge erlitten hatte, erspart bleibt.
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Ruanda ist ein kleines Land in Zentralafrika, südlich des Äquators, so groß wie unser Bundesland Hessen, zwischen 2 großen Seen (Viktoria- und Kivu-See) gelegen, geprägt von ausgeglichenem Klima mit reichlich Niederschlägen und Berglandschaften. Es ist ein fruchtbares Land, dicht besiedelt. Mangelernährung ist trotzdem häufig, durch Armut verursacht. So liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei nur 45 Jahren. Die Kriegsgeschehnisse in Ruanda mit dem Völkermord an 800000 Tutsi im April 1994 und die nachfolgende Flüchtlingskatastrophe haben dieses Land für kurze Zeit in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit gerückt – um dann rasch wieder in Vergessenheit zu geraten.
In diesem Land lebt seit 30 Jahren die Clemens-Schwester Milgitha Kösser aus Stadtlohn. Ihr segensreiches Wirken schildern zu wollen, würde ein Buch füllen! Wir besuchten sie in Kaduha – d.h., sie holte uns in Kigali, der Hauptstadt ab, zeigte uns das Land und abends trafen wir in ihrem Centre de santé – Kaduha und Maison Euthymia ein. Schwester Milgitha ist eine beeindruckende, starke Frau. Ihre Gastfreundschaft ist von großer Herzlichkeit. Ihr vielfältiges Wirken für ihr Waisenhaus und ihr Gesundheitszentrum verlangen hohen Respekt und Bewunderung. Sie ist es, die die Würde der heimischen Bevölkerung im Genozid Memorial hochhält. Für ihre Kinder und Patienten, gewinnt man den Eindruck, ist sie immer da.
Wir verabredeten, in naher Zukunft nach Ruanda zurückzukehren und auch von ihr ausgesuchte Patienten zu operieren.
Ein kurzer, intensiver, vielseitiger Einsatz, der 13. der Sektion Vreden. Viele Menschen und Aufgaben werden uns wieder nach Ruanda ziehen.
Arnulf Lehmköster, Sektion Vreden
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