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Wie schon in den beiden vergangenen Jahren waren wir von der „Leprosy, Tb-, Polio- and Blindness Ass.“ in Peshawar eingeladen worden und konnten wieder im „AL Khidmat“-Hospital arbeiten.

Die Arbeit gestaltete sich unter der tatkräftigen Mitarbeit des einheimischen Personals völlig komplikationsfrei, wenn man davon absieht, dass in der täglichen Sprechstunde im Anschluß an das Operationsprogramm zwischen 80 und 200 Patienten warteten, insgesamt über 2.000. Bei den meisten Patienten handelte es sich um Kinder mit Lähmungen, entweder durch Polio-Infektion, Lepra oder cerebrale Schäden verursacht. Nur bei etwa 30 % war eine operative Behandlung möglich, trotzdem weit mehr als die 130, für die wir Zeit und Platz hatten. Das Krankenhaus hat leider nicht mehr Betten zur Verfügung. So mussten zahlreiche Patienten auf unser Wiederkommen vertröstet werden, was dann für April 2005 vorgesehen ist.

Da der Verein sich, wie der Name ja sagt, auch um Augenkranke kümmert, war auf deren Wunsch auch ein Augenarzt in unserem Team, Dr. Gück aus Deggendorf, der diesmal nur ambulante Behandlungen durchführte, wobei auch hier mit mehr als 450 Patienten nur ein Teil der Patienten behandelt werden konnte. Operative Behandlungen wie Kataraktoperationen sind ebenfalls für April 2005 vorgesehen.

Leider waren nicht alle der 130 bestellten Patienten gekommen, andere mussten wegen Begleiterkrankungen zurückgestellt werden, so dass wir insgesamt nur 116 Patienten operieren konnten .
An Komplikationen hatten wir eine Wundinfektion zu beklagen und eine ausgedehnte Hämatombildung, bei allen anderen Patienten waren die Wunden entweder reizlos abgeheilt oder auf dem Wege dazu.
Leider kommen durch die vielen gelähmten Kinder die mit anderen Fehlbildungen etwas zu kurz. Das wird leider auch noch etwas so bleiben, obwohl mir vom Gesundheitsministerium versichert wurde, dass in diesem Jahr zum ersten Mal es in der gesamten Provinz keine neue Polioinfektion gegeben habe. Erschreckend sind die vielen Kinder mit cerebralen Schäden, sicher bedingt durch mangelnde perinatale Betreuung. Auch scheint mir die Zahl der Kinder mit Missbildungen wie fehlenden oder teildefekten Gliedmaßen zuzunehmen, eventuell liegt es aber auch daran, dass die Eltern sich vermehrt Hilfe von uns versprechen und deshalb jedes Mal mehr in der Sprechstunde erscheinen.

Insgesamt fanden alle Beteiligten den Einsatz erfolgreich, was nicht zuletzt auch an so erfahrenen Mitarbeitern wie Frau Dr. Fabius-Börner und Frau Dr. Ishida-Gück liegt, ergänzt in ganz besonders glücklicher Weise durch Herrn Dr. Gück.
Ortwin Joch
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