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Die Kosten das Einsatzes wurden – wie schon seit vielen Jahren - aus Mitteln des gemeinnützigen Vereines Pro- Interplast- Seligenstadt getragen. Herzlichen Dank an die Vereinsvorsitzende Frau Waltraud Huck und Ihre Mitarbeiter für Ihren professionellen, unermüdlichen und extrem engagierten Einsatz zugunsten unserer Arbeit.

Neben allen anderen Spendern müssen wir uns besonders herzlich bedanken bei Richtern und Staatsanwälten, der Amtsanwaltschaft Frankfurt und dem Hauptzollamt Frankfurt für deren Unterstützung.
Das Interplast- Projekt auf den Philippinen läuft kontinuierlich seit nunmehr 11 Jahren. Schwerpunkt war immer die Versorgung von Patienten mit Lippen- Kiefer- Gaumen- Spalten. Insgesamt wurden an drei verschiedenen Einsatzorten bereits mehr als 1400 Patienten mit diesem Krankheitsbild versorgt.

Das Land hat zwar in der Metropole Manila und einigen andere grossen Städten offenbar den Schritt von „Entwicklungsland“ zum „Schwellenland“ geschafft, die gesundheitliche Versorgung der ländlichen und in ihrer überwiegenden Mehrheit wirtschaftlich sehr wenig leistungsfähigen Bevölkerung hat davon bisher leider wenig profitiert. Die Versorgung einer Lippen- Kiefer- Gaumen- Spalte wird nach wie vor Patienten, deren Familien nicht aus eigener Tasche bezahlen können, verwehrt.
Der Bedarf dieser Art von Chirurgie ist denn auch nach all diesen Jahren ungebrochen und selbst in den von uns bisher abgedeckten Provinzen – das sind nur drei von ca 30 (!) – noch nicht annähernd gedeckt.
Bei der Konzeption des diesjährigen Einsatzes war von Beginn an die Wiederaufnahe der Operationsaktivität in Puerto Princesa auf der Insel Palawan geplant gewesen. Interplast Germany hat bis ins Jahr 2001 für vier Jahre auf Palawan erfolgreich Einsätze durchführen können. Wegen der Ereignisse um den 11. September 2001 und den Folgen für die Philippinen mussten diese Serie im Jahr 2002 und 2003 unterbrochen werden.
Für 2004 war endlich eine Wiederaufnahme dieser von unseren lokalen Partnern ( City Government Puerto Princesa City ) sehr begrüssten Einsätze geplant. Als einzig geeigneter Einsatzort hatte sich in der Vergangenheit das Hospital des lokalen Militärstützpunktes (WESCOM „Western Command“) herausgestellt.
Leider musste das WESCOM sehr kurzfristig absagen, weil der Stützpunkt durch eine grossangelegte Amerikanisch- Philippinische Übung genau in der Zeit unseres Einsatzes für Wochen blockiert war. Das „Provincial Hospital“ der Insel ist schon für seine alltäglichen Aufgaben viel zu klein und chronisch überlastet.
Das einzig einigermassen leistungsfähige Krankenhaus vor Ort, das von den Adventisten betrieben wird, präsentierte auf Anfrage einen „Kostenvoranschlag“ in so schwindelerregender Höhe, dass die Idee, hier den Einsatz durchzuführen, sofort verworfen werden musste. Der schon fest terminierte Einsatz in Puerto Princesa musste daher zum Leidwesen vieler wartender Patienten wenige Wochen vor seinem geplanten Beginn abgesagt werden. Die Wiederaufnahme der Interplastaktivitäten in Palawan wird daher auf das Jahr 2005 verschoben werden müssen.
Teammitglieder des diesjährigen Einsatzes waren:
Dr. med. Lucien Tonneau ( Plastischer Chirurg)
Dr. med. Dr. med. dent Paul Fryns, ( Kieferchirurg)
Dr. med. Astrid Krönchen- Kaufmann, (Anästhesistin)
Frau Ilse Becker ( OP- Schwester)
Herr Martin Gehlen ( Anästhesie- Pfleger )
Frau Josphine F. Vinluan ( Kinderkrankenschwester, Intensivschwester) (Aufwachraumbertreuung)
Dr. med. Benoit De Codiern (Plastischer Chirurg)
Dr. med. Frank de Wolf (Kieferchirurg )
Frau Annie Gansbeke (Op- Schwester)
Herr Wolfgang Rother (Anästhesiepfleger)
Dr. med Christian Löhlein ( Anästhesist , Teamleiter)
Anreise von Team und Material waren problemlos. Für den Transport des Übergepäckes hatten wir wieder den Transport zu Cargobedingungen in der Linienmaschine der Lufthansa vereinbart. Das Vorausschicken des Gepäckes mit einer Cargomaschine würde für uns den Verlust eines kompletten Tages bedeuten und eine Übernachtung in Manila erzwingen. Darüber hinaus würde es zu in ihrer Bedeutung nicht vorherzusagenden Problemen mit dem Zoll führen, die wir für das von uns begleitete Fluggepäck relativ zuverlässig vermeiden können.
Eine unter Berücksichtigung der Kosten für das Übergepäck preiswertere Transportmöglichkeit liess sich trotz umfangreicher Recherche nicht finden. Für das kommende Jahr zeichnet sich eine Vereinbarung mit Emirates ab, die hoffentlich in der Summe zu einer deutlichen Einsparung führen wird.
Ankunft in der Unterkunft nach 26- stündiger Reise war gegen Mitternacht. Beim für den nächsten Vormittag geplanten „Screening“ sahen wir mehr als 60 Patienten – in der Mehrzahl Spaltpatienten.
Immer wieder erschreckend ist für uns der schlechte Ernährungs- und allgemeine Gesundheitszustand einzelner Patienten. Wenn auch im Laufe der Jahre, die wir überblicken, an einigen Stellen des Landes durchaus ein Fortschritt sichtbar ist, herrscht bei weiten Teilen der ländlichen Bevölkerung offenbar immer noch eine medizinische Unterversorgung, wie sie für uns kaum zu verstehen ist. So bekommen wir regelmässig polymorbide Patienten vorgestellt, bei denen noch keinerlei Abklärung stattgefunden hat. Viele der Säuglinge und Kleinkinder sind erheblich untergewichtig und in ihrer Entwicklung zurückgeblieben.
Sinn des von uns immer vor Beginn durchführten „Screenings“ ist daher in unseren Augen neben der Planung des Operationsprogramms für die kommenden Tage auch, eventuell notwendige Untersuchungen und Therapien ( Antibiotikatherapie, Atemtherapie ) veranlassen zu können, um „Problemkinder“ am Endes des Einsatzes dann doch noch operieren zu können. Trotz dieser Planung lassen wir jedes Mal Kinder zurück, bei denen uns eine Operation im Rahmen des laufenden Einsatzes zu riskant erscheint.
Im Rahmen des Einsatzes wurden insgesamt 82 Patienten operiert, davon waren 71 Spaltpatienten. Unter Berücksichtigung der Patienten, an denen in einer Sitzung mehrere Operationen
durchgeführt wurden, wurden 101 Operationen durchgeführt.
Der Schwerpunkt der Nachfrage liegt – wie aus den Zahlen ersichtlich - bei unseren Einsätzen nach wie vor bei Spaltträgern und anderen angeborenen Missbildungen. Die Versorgung von Verbrennungsopfern beschränkt sich auf Einzelfälle.
Dennoch stellte den Höhepunkt des diesjährigen Einsatzes die Versorgung eines Verbrennungspatienten dar:
Die 3- jährigen Liwayway ist uns schon vom letzten Einsatz bekannt ist. Das Kind leidet an den Folgen einer schweren Verbrennung der gesamten rechten Körperhälfte, die es im frühen Säuglingsalter erlitten hat. Die mehrschrittige Versorgung der Kontrakturen in allen Gelenken der betroffenen Körperhälfte erforderte zwei jeweils mehrstündige Operationen sowie etliche Verbandswechsel, die sich nur in Narkose durchführen liessen.
Zusammenfassend blicken wir auf einen Einsatz zurück, den alle Teammitglieder und unsere lokalen Partner als sinnvoll, erfolgreich und frei von gravierenden Problemen erlebt haben.
Christian Löhlein
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