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Zum dritten Mal hintereinander führten wir in Bangalore, Südindien, ein Free Plastic Surgery Camp durch.

Bangalore, die pulsierende High-Tec Metropole, ist weiter rasant gewachsen. Die Stadt boomt ohne Ende, doch die Versorgungsprobleme der armen Bevölkerungsgruppen sind bedauerlicherweise größer denn je oder mit anderen Worten ausgedrückt die Probleme sind mit der Stadt gewachsen.
Die medizinische Versorgung ist in der Spitze sehr gut und kann sich durchaus an europäischen Standards messen. Diese Versorgung steht allerdings maximal 20% der gesamten Bevölkerung zur Verfügung.
Das bedeutet auch, dass die Situation im plastisch-rekonstruktiven Bereich für die Menschen, die nicht wohlhabend sind, weiterhin brisant ist. So fanden wir auch in diesem Jahr ein nahezu unüberschaubares Betätigungsfeld: so viele Menschen waren angereist in der Hoffnung auf eine kostenfreie Behandlung.

Unser Einsatzort war dasselbe Gebäude wie in den Jahren zuvor. Aus dem Provisorium der letzten Camps ist in der Zwischenzeit ein veritables Krankenhaus geworden. Die Baumaßnahmen sind weitgehend abgeschlossen. So war alleine schon durch die optimierten äußeren Bedingungen ein besseres Arbeiten möglich.
Unsere Freunde von der Friends Wellfare Organisation (FWO) erwarteten uns sehnlichst und hatten den Einsatz wieder einmal großartig vorbereitet.
Der Screening-Day lief in diesem Jahr sehr routiniert ab. Insgesamt konnten wir feststellen, dass unsere zunehmenden Erfahrungen, die Kenntnis der Örtlichkeiten und die gewachsenen vertrauensvollen Beziehungen zu unseren indischen Freunden und Partnern unsere Arbeit und vor allem deren reibungslose Organisation, sehr erleichterten. So hatten wir beispielsweise bereits am frühen Abend des Screening-days das OP-Programm für unsere acht OP-Tage komplett. Auch andere „Verpflichtungen“, die uns bei früheren Einsätzen eher Zeit raubend erschienen wie etwa die obligatorischen Honoratiorenbesuche, konnten ganz gut in den Tagesablauf integriert werden.
 
Durch extrem lange Arbeitstage und eine straffe Organisation gelang es uns - trotz eines OP-Tags weniger als in den letzten Jahren - die Zahl der durchgeführten Operationen deutlich zu steigern. Die einzelnen Tage des Einsatzes verliefen wunschgemäß und in allseits guter Stimmung.
Am letzten Tag hatten wir nochmals alle Patienten zum Verbandswechsel und Kontrolltermin einbestellt und so auch die Möglichkeit einer ersten Evaluation unseres Tuns. Es traten keine postoperativen Infekte auf und alle Wunden waren reizlos. Bei den 140 durchgeführten Operationen hatten wir insgesamt 3 revisionsbedürftige Nachblutungen zu behandeln, die problemlos beherrscht werden konnten.

Die Arbeitsatmosphäre war vorzüglich, die interdisziplinäre Zusammenarbeit klappte hervorragend, wir hatten viel Freude und konnten am Ende auf einen sehr gelungenen Einsatz zurückblicken.
Trotz unseres ursprünglichen Bestrebens, uns in Bangalore überflüssig zu machen, werden wir sicherlich in den nächsten Jahren noch weitere Einsätze durchführen. Unsere Gastgeber haben uns inständig darum gebeten und wir haben unser Einverständnis bereits signalisiert.
An dieser Stelle möchten wir uns auch in diesem Jahr wieder bei den vielen Menschen bedanken, die uns unterstützten.
Nur durch diese großzügige Unterstützung sind solche Einsätze möglich.

Auch die Bedeutung unserer Helfer aus den Reihen der Industrie möchte ich wertschätzen, die das Camp extrem kostengünstig möglich gemacht haben, allen voran Lufthansa Stuttgart, Firma Ethicon und Firma Hartmann.
Persönlich möchte ich mich bei den vielen Spendern aus meinem Heimatdorf Pliezhausen bedanken, die nicht nur durch ihr finanzielles Engagement helfen, sondern auch durch ihre Begeisterung für unser Projekt sehr motivierend wirken.
Team:
Sr. Tabea Kerner, Anästhesieschwester aus Reutlingen
Sr. Tina Tröster, Op-Schwester aus Tübingen
Dr.Dr. Michael Bergermann, MKG-Chirurg aus Hamm
Dr. Stephan Düchting, Plastischer Chirurg aus Hamm
Dr. Thomas Meyer, Anästhesist aus Hamm
Dr. Robert Oellinger, Plastischer Chirurg aus Stuttgart
Dr. Alexander Rudolph, MKG-Chirurg aus München
Dr. Herbert Bauer, Anästhesist und Teamleiter aus Stuttgart
Eingriffe:
Lippenspalten 46
Hartgaumenspalten 38
Weichgaumenspalten 29
Gaumenfisteln 4
Verbrennungskontrakturen 20
Sonstiges 5
Herbert Bauer
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