Interplast-Einsatz Cagayan de Oro und Hinatuan / Philippinen vom 28.2 - 16.3.03

Unser zweiter Einsatz in Cagayan de Oro auf Mindanao / Philippinen erfolgte wiederum nach Vorbereitung und in Zusammenarbeit mit dem German Hospital in Cagayan de Oro unter Mithilfe des Komitees "Ärzte für die dritte Welt".
Unsere siebenköpfige Gruppe bestand aus den Chirurgen

Frank Lehmann (Nauen),
Dirk Hermes (Lübeck) und
Peter Sieg (Lübeck),
den Anaesthesisten Jens Hennicke (Nauen) und
Gunther Kranert (Königssee)
und den OP-Schwestern Kathrin Sojka (Bad Kreuznach) und
Dörte Kletzien (Berlin).


Direkter und äußerst zuverlässiger Kontaktpartner in Cagayan de Oro war ebenfalls wieder Herr Dietmar Schug, Projektkoordinator für das Komitee "Ärzte für die Dritte Welt".
Seine Vorbereitung unseres Einsatzes liess, den Erfahrungen aus dem letzten Jahr entspre-chend, keine Wünsche offen, d.h. bei unserer Ankunft warteten bereits mehr Patienten auf uns, als es uns in dem geplanten Zeitraum möglich war zu versorgen. Nahezu alle Patienten kamen aus ländlichen Bezirken, waren von dort nach Cagayan gebracht worden und bereits im Hospital untersucht und vorbereitet worden. Das Spektrum der Patienten bzw. ihrer Er-krankungen entsprach der vor einem halben Jahr vorgefundenen Situation. Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten stellten die größte Gruppe der Patienten, gefolgt von Strumen und Verbrennungskontrakturen. Die Patienten mit Strumen hatten alle vorab eine endokrino-logische Diagnostik erhalten, wiederum gelangten nur Patienten mit euthyreoten Strumen zur Vorstellung und wurden operiert. Die Situation im Hospital inclusive der uns zuteil werdenden Hilfe durch das "Hauspersonal" und die zuverlässige Nachsorge entsprach den im letzten Bericht beschriebenen äußerst günstigen Verhältnissen.
Eine völlig neue Situation für uns war die vorab mit Dietmar Schug getroffene Vereinbarung, dass wir nur gut eine Woche im German Hospital in Cagayan zubringen würden, dann in ein ca. 7 Fahrstunden entfernt liegendes Distriktkrankenhaus umziehen würden, um dort eine weitere Woche tätig zu sein. Für die im German Hospital tätigen Ärzte und Schwestern sind derartige Missionen in abgelegenere Hospitäler durchaus üblich. So wurde unser "Ausflug" in das Krankenhaus von Hinatuan - gelegen im Nordosten von Mindanao an der Pazifikküste - begleitet von einem Team aus dem German Hospital, das seinerseits Kataraktoperationen sowie Operationen an Patienten mit LKG-Spalten durchführte.
Insgesamt konnten wir in den 12 OP-Tagen in Cagayan und Hinatuan 98 Patienten operie-ren. Der "Ausflug" nach Hinatuan war interessant und für uns eine besondere Herausforde-rung, zumal er auch für dieses Krankenhaus den ersten Besuch dieser Art bedeutete. Brisante, bedrohliche Situationen oder über einzelne Wundheilungsstörungen hinausgehende Komplikationen blieben uns zum Glück erspart. Ein Nachteil dieses speziellen Arrangements war fraglos die Tatsache, dass wir nur jeweils die an den ersten Tagen operierten Patienten zumindest bis zur Nahtentfernung verfolgen konnten. Im Hinblick auf die positiven Erfahrungen der zwei Einsätze in Mindanao haben wir mit Dietmar Schug einen erneuten Einsatz in Cagayan de Oro geplant, würden dann im Falle einer erneuten "Zweiteilung" unserer Einsatzorte jedoch am Ende nach Cagayan in das German Hospital zurückkehren, um alle in der ersten Woche versorgten Patienten wiederzusehen.
Zu der Arbeit unseres Teams kann ich als Autor des Berichtes nur sagen: "mir war es eine große Freude in einer so effektiven und dabei zumeist sehr entspannten Gruppe zu arbei-ten".
In Cagayan gilt unser Dank vorrangig zwei Personen: Zum einen Herrn Dietmar Schug für seine Hilfe bei der Vorbereitung und Durchführung des Einsatzes, viele notwendigen Arran-gements für unseren Aufenthalt und die medizinischen Abläufe haben wir ihm zu verdanken. Zum anderen Herrn Dr. Oscar Fudalan, dem medizinischen Leiter des German Hospital, sei-ner organisatorischen Umsicht und seiner Vorbereitung der Patienten in Cagayan sowie in Hinatuan haben wir zu verdanken, dass wir uns so effektiv und ausschließlich auf unseren speziellen Service konzentrieren konnten und uns zeitraubende organisatorische Probleme erspart blieben. Jeder, der dies auch einmal anders erlebt hat, weiß solche Hilfe zu schät-zen. Wie bereits angedeutet, werden wir versuchen, den Kontakt zum German Hospital in Cagayan de Oro zu erhalten und hoffen, dass ein erneuter Einsatz dort möglich wird.


Peter Sieg, Lübeck

 

 

Interplast
Einsatzberichte 2010

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