|
Unser zweiter Einsatz in Cagayan de Oro auf Mindanao / Philippinen
erfolgte wiederum nach Vorbereitung und in Zusammenarbeit mit dem
German Hospital in Cagayan de Oro unter Mithilfe des Komitees "Ärzte
für die dritte Welt".
Unsere siebenköpfige Gruppe bestand aus den Chirurgen
Frank Lehmann (Nauen),
Dirk Hermes (Lübeck) und
Peter Sieg (Lübeck),
den Anaesthesisten Jens Hennicke (Nauen) und
Gunther Kranert (Königssee)
und den OP-Schwestern Kathrin Sojka (Bad Kreuznach) und
Dörte Kletzien (Berlin).
Direkter und äußerst zuverlässiger Kontaktpartner
in Cagayan de Oro war ebenfalls wieder Herr Dietmar Schug, Projektkoordinator
für das Komitee "Ärzte für die Dritte Welt".
Seine Vorbereitung unseres Einsatzes liess, den Erfahrungen aus
dem letzten Jahr entspre-chend, keine Wünsche offen, d.h. bei
unserer Ankunft warteten bereits mehr Patienten auf uns, als es
uns in dem geplanten Zeitraum möglich war zu versorgen. Nahezu
alle Patienten kamen aus ländlichen Bezirken, waren von dort
nach Cagayan gebracht worden und bereits im Hospital untersucht
und vorbereitet worden. Das Spektrum der Patienten bzw. ihrer Er-krankungen
entsprach der vor einem halben Jahr vorgefundenen Situation. Patienten
mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten stellten die größte Gruppe
der Patienten, gefolgt von Strumen und Verbrennungskontrakturen.
Die Patienten mit Strumen hatten alle vorab eine endokrino-logische
Diagnostik erhalten, wiederum gelangten nur Patienten mit euthyreoten
Strumen zur Vorstellung und wurden operiert. Die Situation im Hospital
inclusive der uns zuteil werdenden Hilfe durch das "Hauspersonal"
und die zuverlässige Nachsorge entsprach den im letzten Bericht
beschriebenen äußerst günstigen Verhältnissen.
Eine völlig neue Situation für uns war die vorab mit Dietmar
Schug getroffene Vereinbarung, dass wir nur gut eine Woche im German
Hospital in Cagayan zubringen würden, dann in ein ca. 7 Fahrstunden
entfernt liegendes Distriktkrankenhaus umziehen würden, um
dort eine weitere Woche tätig zu sein. Für die im German
Hospital tätigen Ärzte und Schwestern sind derartige Missionen
in abgelegenere Hospitäler durchaus üblich. So wurde unser
"Ausflug" in das Krankenhaus von Hinatuan - gelegen im
Nordosten von Mindanao an der Pazifikküste - begleitet von
einem Team aus dem German Hospital, das seinerseits Kataraktoperationen
sowie Operationen an Patienten mit LKG-Spalten durchführte.
Insgesamt konnten wir in den 12 OP-Tagen in Cagayan und Hinatuan
98 Patienten operie-ren. Der "Ausflug" nach Hinatuan war
interessant und für uns eine besondere Herausforde-rung, zumal
er auch für dieses Krankenhaus den ersten Besuch dieser Art
bedeutete. Brisante, bedrohliche Situationen oder über einzelne
Wundheilungsstörungen hinausgehende Komplikationen blieben
uns zum Glück erspart. Ein Nachteil dieses speziellen Arrangements
war fraglos die Tatsache, dass wir nur jeweils die an den ersten
Tagen operierten Patienten zumindest bis zur Nahtentfernung verfolgen
konnten. Im Hinblick auf die positiven Erfahrungen der zwei Einsätze
in Mindanao haben wir mit Dietmar Schug einen erneuten Einsatz in
Cagayan de Oro geplant, würden dann im Falle einer erneuten
"Zweiteilung" unserer Einsatzorte jedoch am Ende nach
Cagayan in das German Hospital zurückkehren, um alle in der
ersten Woche versorgten Patienten wiederzusehen.
Zu der Arbeit unseres Teams kann ich als Autor des Berichtes nur
sagen: "mir war es eine große Freude in einer so effektiven
und dabei zumeist sehr entspannten Gruppe zu arbei-ten".
In Cagayan gilt unser Dank vorrangig zwei Personen: Zum einen Herrn
Dietmar Schug für seine Hilfe bei der Vorbereitung und Durchführung
des Einsatzes, viele notwendigen Arran-gements für unseren
Aufenthalt und die medizinischen Abläufe haben wir ihm zu verdanken.
Zum anderen Herrn Dr. Oscar Fudalan, dem medizinischen Leiter des
German Hospital, sei-ner organisatorischen Umsicht und seiner Vorbereitung
der Patienten in Cagayan sowie in Hinatuan haben wir zu verdanken,
dass wir uns so effektiv und ausschließlich auf unseren speziellen
Service konzentrieren konnten und uns zeitraubende organisatorische
Probleme erspart blieben. Jeder, der dies auch einmal anders erlebt
hat, weiß solche Hilfe zu schät-zen. Wie bereits angedeutet,
werden wir versuchen, den Kontakt zum German Hospital in Cagayan
de Oro zu erhalten und hoffen, dass ein erneuter Einsatz dort möglich
wird.
Peter Sieg, Lübeck
|