Zwei Interplast-Einsätze auf Mindanao/Philippinen :

1. in Cagayan de Oro und Malaybalay vom 14.11. - 30.11.03
2. in Cagayan de Oro und Tangub vom 6.12. - 21.12.03

Frage ich im Nachhinein die Teilnehmer der letzten Einsätze, die inzwischen das zweite oder dritte Mal in Cagayan de Oro auf Mindanao / Philippinen waren nach ihrem Eindruck, sind in den Beschreibungen immer Formulierungen wie "fühle mich dort schon ein Stück zu Hause" oder ähnliches enthalten.
Die beiden Einsätze im November und Dezember 03 waren der 3. und 4. Einsatz, die gemeinsam mit "Ärzte für die Dritte Welt" organisiert im German Hospital in Cagayan de Oro stattfanden.


Team Interplast Cagayan de Oro / Mindanao, Philippinen
November 2003 Dezember 2003
OP-Schwestern Birthe Hausler (Lübeck) und Heike Hoppe (Saalfeld) und
Kathrin Sojka (Bad Kreuznach) Grid Liß (Berlin)
Anaesthesisten Katharina Kamm (Lübeck) und Katharina Kamm (Lübeck) und
Gunther Kranert (Königsee) Jens Hennicke (Nauen)
Chirurgen Frank Lehmann (Nauen), Ines Klingemann (Köln)
Dirk Hermes (Lübeck) und The Linh Dinh (Essen) und
Peter Sieg (Lübeck)

Die Vorbereitung der Einsätze war wiederum durch den direkten Kontakt zu Dietmar Schug vom German Hospital und die Tatsache, dass durch die Voreinsätze das Hospital sowie das Personal bekannt ist, sehr erleichtert.



Francis vom German Hospital - unverstimmbar


Die Ticketabwicklung für die zwei Einsatzgruppen mit sehr individuellen Flugarrangements lag in den Händen von Michael Triebig (3-T-Reisen Frankfurt). Über ihn gelang es uns auch, verträgliche Übergepäckkosten für unsere für 2 komplette Einsätze konzipierte Ausrüstung zu erhandeln, die am Frankfurter Flughafen äußerst entgegenkommend von Cathay Pacific nochmals reduziert wurden - vielen Dank an dieser Stelle.
Wie bereits im Frühjahr, waren wir auch im November und Dezember jeweils eine Woche im German Hospital tätig und sind eine weitere Woche in ein Distrikthospital gereist. So waren wir in dem ersten Einsatz in Malaybalay in der Provinz Bukidnon, im Hochland ca. zwei Autostunden von Cagayan entfernt tätig. Den Einstatz im Dezember haben wir dann in Tangub, einer ca. 55ooo Einwohner zählenden Stadt, die ca. 4 Autostunden südwestlich von Cagayan de Oro liegt begonnen und den Aufenthalt auf Mindanao in dem uns vertrauten German Hospital in Cagayan de Oro beendet.
Gewiß ist es insofern problematisch die Einsatzzeit aufzuteilen, als die postoperativen Verläufe noch weniger verfolgt werden können. Die von uns besuchten Hospitale standen in enger Verbindung zu dem German Hospital, sodaß auch nach unserer Abreise zurück nach Cagayan ein Kontakt dorthin bestand. Andererseits ermöglichte uns dieses Arrangement Patienten, die in der ersten Woche in Cagayan versorgt wurden, vier Wochen später während unserer letzten Woche in Cagayan de Oro wiederzusehen.
Auch hatten wir hier die Möglichkeit, Patienten aus früheren Einsätzen wiederzusehen, um die Krankheitsverläufe zu verfolgen bzw. noch notwendige chirurgische Korrekturen zu planen und durchzuführen.

Wiedersehen mit Patienten aus früheren Einsätzen: 6-jähriger Junge mit
schräger Gesichtsspalte vor und 9 Monate nach erster OP.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vergleiche ich die OP-Statistiken unserer 4 Einsätze der letzten 2 Jahre auf Mindanao fällt auf, wie identisch diese bezüglich Anzahl und Art der Erkrankungen sind. Unsere Teams waren immer gleich groß (2 Schwestern, 2 Anaesthesisten, 3 Chirurgen), viel entscheidender aber, alle Einsätze waren entsprechend vorab getroffener Absprachen exzellent vorbereitet durch die Mitarbeiter des German Hospital. Bei unserer Ankunft wartete jedes Mal nicht nur bereits eine große Gruppe von Patienten auf uns. Viele waren aus ländlichen Gebieten angereist und zuvor auf den sog. "Rolling Clinics", d.h. von per Geländewagen mit medizinischer Ausrüstung einen ambulanten Service anbietenden Teams der "Ärzte für die Dritte Welt" untersucht und an das German Hospital verwiesen worden.
Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten stellten die größte Gruppe, gefolgt von Patienten mit Strumen, Verbrennungskontrakturen und oberflächennahen Tumorerkrankungen.

Das - aus chirurgischer Sicht - trotz des erheblichen Arbeitsaufwandes zumeist eine entspannte Atmosphäre die Abläufe bestimmte, spricht für das reibungsarme, äußerst selbstständige und häufig kaum spürbare Agieren unserer Op-Schwestern und den absolut verwöhnenden, auf die Einsätze zugeschnitten ausgefeilten anaesthesiologischen Service. Auch sollte Erwähnung finden, dass der weit überwiegende Teil der Verbrauchsmittel im Vorfeld von unseren Anaesthesisten eingeworben werden konnte.
Ein großes Kompliment und einen herzliches Dankeschön gilt wiederum unseren Partnern im German Hospital. Stellvertretend seien Dietmar Schug, der Projektkoordinator von "Ärzte für die dritte Welt" und Dr. Oscar Fudalan, der medizinischen Leiter des German Hospital genannt. Viele andere Helfer waren an der Vorbereitung beteiligt und standen uns hilfreich zur Seite. Genannt werden muß an dieser Stelle das Personal des OP-Bereiches. Auf allen vier Einsätzen haben wir eine unermüdliche, kompetente und höfliche Unterstützung erfahren - wesentliche Ursache unserer Verbundenheit mit diesem Krankenhaus. Längst sind das OP-Personal sowie die die Patienten betreuenden Schwestern im German Hospital feste Größen in der Konzeption unserer Einsätze dort.

das neue Narkosegerät ist eingetroffen alle helfen hier mit

 


 

 

 

 

 

 

Die Vorbereitung unserer Aufenthalte in den auswärtigen Krankenhäusern als auch die Möglichkeiten dort ließen kaum Wünsche offen - auch dort warteten bei unserer Ankunft bereits Patienten in großer Anzahl auf uns, wir konnten ganztägig auf zwei Tischen operieren und die Nachbetreuung der Patienten war gewährleistet.
Die Besuche in den Distriktkrankenhäusern waren jeweils von den lokalen Behörden organisiert und auch vollständig finanziert worden, d.h. während dieser "Ausflüge" waren wir eingeladene Gäste. Der beim Abschied jeweils geäußerten Bitte - Wiederzukommen - würden wir gern entsprechen.

nach dem letzten OP-Tag: das OP-Team des German Hospital
auf der Christmas party

Eine große Freude für alle Beteiligten war es, dass kurz vor unserer Abreise ein Narkosegerät ("Sulla"/Dräger) eintraf, das wir dem German Hospital übergeben konnten. Das Narkosegerät wurde uns vom Katholischen Krankenhaus Reinbek bei Hamburg, das von unseren Aktivitäten auf Mindanao gehört hatte zur Verfügung gestellt. Dem äußerst komplizierten Formalismus der Einfuhr inclusive der Verhandlungen mit der Philippinischen Botschaft hat sich dankenswerter Weise Dirk Hermes aus Lübeck angenommen. Seinen Bemühungen ist es auch zu verdanken, dass wiederum die Firma Dräger / Lübeck den interkontinentalen Transport des Gerätes übernommen hat.

Den Kontakt nach Cagayan de Oro zum German Hospital zu erhalten wird insofern leicht fallen, als dieser inzwischen von verschiedenen Mitgliedern der Interplastgruppen zu einzelnen Mitarbeitern des German Hospital besteht. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit "Ärzte für die Dritte Welt" auf Mindanao basiert auf einer sinnvollen Ergänzung der Möglichkeiten zweier Organisationen, die völlig verschiedene medizinische Leistungen anbieten und Arbeitskonzepte haben. Wir alle hoffen, dass diese Zusammenarbeit eine Fortsetzung findet.

 

Peter Sieg, Lübeck

 

 

Interplast
Einsatzberichte 2010

Einsatzberichte 2010



Wir sind stolz auf unsere Beurteilung !

www.charitywatch.de


Wir brauchen Ihre Hilfe !!!

Schon mit 100 Euro können Sie einem
Patienten unserer Einsatzorte vor lebensgefährlichen Verletzungs- und Krankheitsfolgen bzw. sozialen Ausschluß bewahren.

Das Spendenkonto von INTERPLAST-Germany e.V. lautet:

Deutsche Bank Köln
KTO: 2571990
BLZ: 37070024


IBAN :
DE 97 37 07 00 2402 57 19 90 00
BIC: DEUT DE DB KOE

Bitte vergessen sie nicht Ihren Namen und Ihre Adresse auf der Überweisung anzugeben damit wir Ihnen eine Spendenquittung zustellen können.



INTERPLAST-Stiftung

Zur Förderung längerfristiger Projekte Humanitärer Plastischer Chirurgie wurde die INTERPLAST-Stiftung gegründet. Ihre Zustiftungen helfen den Grundstock für eine dauerhafte Hilfe aufzubauen. Alle Informationen finden Sie unter:

www.interplast-germany.info



ESPRAS SHARE soll eine übergeordnete Organisationsstruktur für humanitäre Plastische Chirurgie in Entwicklungsländern bieten, ausgehend von

der Europäischen Vertretung der nationalen Plastischen-Chirurgischen Gesellschaften (ESPRAS). Weitere Informationen finden Sie unter:

www.esprasshare.org


Herausgeber und Copyright ©: Interplast Germany e.V. - Internationale Plastische Chirurgie für Entwicklungsländer

 

Diese Seite wurde realisiert durch: www.sinn7.de