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Frage ich im Nachhinein die Teilnehmer der letzten Einsätze,
die inzwischen das zweite oder dritte Mal in Cagayan de Oro auf
Mindanao / Philippinen waren nach ihrem Eindruck, sind in den Beschreibungen
immer Formulierungen wie "fühle mich dort schon ein Stück
zu Hause" oder ähnliches enthalten.
Die beiden Einsätze im November und Dezember 03 waren der 3.
und 4. Einsatz, die gemeinsam mit "Ärzte für die
Dritte Welt" organisiert im German Hospital in Cagayan de Oro
stattfanden.

Team Interplast Cagayan de Oro / Mindanao, Philippinen
November 2003 Dezember 2003
OP-Schwestern Birthe Hausler (Lübeck) und Heike Hoppe (Saalfeld)
und
Kathrin Sojka (Bad Kreuznach) Grid Liß (Berlin)
Anaesthesisten Katharina Kamm (Lübeck) und Katharina Kamm (Lübeck)
und
Gunther Kranert (Königsee) Jens Hennicke (Nauen)
Chirurgen Frank Lehmann (Nauen), Ines Klingemann (Köln)
Dirk Hermes (Lübeck) und The Linh Dinh (Essen) und
Peter Sieg (Lübeck)
Die Vorbereitung der Einsätze war wiederum durch den direkten
Kontakt zu Dietmar Schug vom German Hospital und die Tatsache, dass
durch die Voreinsätze das Hospital sowie das Personal bekannt
ist, sehr erleichtert.

Francis vom German Hospital - unverstimmbar
Die Ticketabwicklung für die zwei Einsatzgruppen mit sehr individuellen
Flugarrangements lag in den Händen von Michael Triebig (3-T-Reisen
Frankfurt). Über ihn gelang es uns auch, verträgliche
Übergepäckkosten für unsere für 2 komplette
Einsätze konzipierte Ausrüstung zu erhandeln, die am Frankfurter
Flughafen äußerst entgegenkommend von Cathay Pacific
nochmals reduziert wurden - vielen Dank an dieser Stelle.
Wie bereits im Frühjahr, waren wir auch im November und Dezember
jeweils eine Woche im German Hospital tätig und sind eine weitere
Woche in ein Distrikthospital gereist. So waren wir in dem ersten
Einsatz in Malaybalay in der Provinz Bukidnon, im Hochland ca. zwei
Autostunden von Cagayan entfernt tätig. Den Einstatz im Dezember
haben wir dann in Tangub, einer ca. 55ooo Einwohner zählenden
Stadt, die ca. 4 Autostunden südwestlich von Cagayan de Oro
liegt begonnen und den Aufenthalt auf Mindanao in dem uns vertrauten
German Hospital in Cagayan de Oro beendet.
Gewiß ist es insofern problematisch die Einsatzzeit aufzuteilen,
als die postoperativen Verläufe noch weniger verfolgt werden
können. Die von uns besuchten Hospitale standen in enger Verbindung
zu dem German Hospital, sodaß auch nach unserer Abreise zurück
nach Cagayan ein Kontakt dorthin bestand. Andererseits ermöglichte
uns dieses Arrangement Patienten, die in der ersten Woche in Cagayan
versorgt wurden, vier Wochen später während unserer letzten
Woche in Cagayan de Oro wiederzusehen.
Auch hatten wir hier die Möglichkeit, Patienten aus früheren
Einsätzen wiederzusehen, um die Krankheitsverläufe zu
verfolgen bzw. noch notwendige chirurgische Korrekturen zu planen
und durchzuführen.
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Wiedersehen mit Patienten
aus früheren Einsätzen: 6-jähriger Junge mit
schräger Gesichtsspalte vor und 9 Monate nach erster OP.
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Vergleiche ich die OP-Statistiken unserer 4 Einsätze der letzten
2 Jahre auf Mindanao fällt auf, wie identisch diese bezüglich
Anzahl und Art der Erkrankungen sind. Unsere Teams waren immer gleich
groß (2 Schwestern, 2 Anaesthesisten, 3 Chirurgen), viel entscheidender
aber, alle Einsätze waren entsprechend vorab getroffener Absprachen
exzellent vorbereitet durch die Mitarbeiter des German Hospital.
Bei unserer Ankunft wartete jedes Mal nicht nur bereits eine große
Gruppe von Patienten auf uns. Viele waren aus ländlichen Gebieten
angereist und zuvor auf den sog. "Rolling Clinics", d.h.
von per Geländewagen mit medizinischer Ausrüstung einen
ambulanten Service anbietenden Teams der "Ärzte für
die Dritte Welt" untersucht und an das German Hospital verwiesen
worden.
Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten stellten die größte
Gruppe, gefolgt von Patienten mit Strumen, Verbrennungskontrakturen
und oberflächennahen Tumorerkrankungen.
Das - aus chirurgischer Sicht - trotz des erheblichen Arbeitsaufwandes
zumeist eine entspannte Atmosphäre die Abläufe bestimmte,
spricht für das reibungsarme, äußerst selbstständige
und häufig kaum spürbare Agieren unserer Op-Schwestern
und den absolut verwöhnenden, auf die Einsätze zugeschnitten
ausgefeilten anaesthesiologischen Service. Auch sollte Erwähnung
finden, dass der weit überwiegende Teil der Verbrauchsmittel
im Vorfeld von unseren Anaesthesisten eingeworben werden konnte.
Ein großes Kompliment und einen herzliches Dankeschön
gilt wiederum unseren Partnern im German Hospital. Stellvertretend
seien Dietmar Schug, der Projektkoordinator von "Ärzte
für die dritte Welt" und Dr. Oscar Fudalan, der medizinischen
Leiter des German Hospital genannt. Viele andere Helfer waren an
der Vorbereitung beteiligt und standen uns hilfreich zur Seite.
Genannt werden muß an dieser Stelle das Personal des OP-Bereiches.
Auf allen vier Einsätzen haben wir eine unermüdliche,
kompetente und höfliche Unterstützung erfahren - wesentliche
Ursache unserer Verbundenheit mit diesem Krankenhaus. Längst
sind das OP-Personal sowie die die Patienten betreuenden Schwestern
im German Hospital feste Größen in der Konzeption unserer
Einsätze dort.
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| das neue Narkosegerät ist eingetroffen |
alle helfen hier mit |
Die Vorbereitung unserer Aufenthalte in den auswärtigen Krankenhäusern
als auch die Möglichkeiten dort ließen kaum Wünsche
offen - auch dort warteten bei unserer Ankunft bereits Patienten
in großer Anzahl auf uns, wir konnten ganztägig auf zwei
Tischen operieren und die Nachbetreuung der Patienten war gewährleistet.
Die Besuche in den Distriktkrankenhäusern waren jeweils von
den lokalen Behörden organisiert und auch vollständig
finanziert worden, d.h. während dieser "Ausflüge"
waren wir eingeladene Gäste. Der beim Abschied jeweils geäußerten
Bitte - Wiederzukommen - würden wir gern entsprechen.

nach dem letzten OP-Tag: das OP-Team
des German Hospital
auf der Christmas party
Eine große Freude für alle Beteiligten war es, dass
kurz vor unserer Abreise ein Narkosegerät ("Sulla"/Dräger)
eintraf, das wir dem German Hospital übergeben konnten. Das
Narkosegerät wurde uns vom Katholischen Krankenhaus Reinbek
bei Hamburg, das von unseren Aktivitäten auf Mindanao gehört
hatte zur Verfügung gestellt. Dem äußerst komplizierten
Formalismus der Einfuhr inclusive der Verhandlungen mit der Philippinischen
Botschaft hat sich dankenswerter Weise Dirk Hermes aus Lübeck
angenommen. Seinen Bemühungen ist es auch zu verdanken, dass
wiederum die Firma Dräger / Lübeck den interkontinentalen
Transport des Gerätes übernommen hat.
Den Kontakt nach Cagayan de Oro zum German Hospital zu erhalten
wird insofern leicht fallen, als dieser inzwischen von verschiedenen
Mitgliedern der Interplastgruppen zu einzelnen Mitarbeitern des
German Hospital besteht. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit "Ärzte
für die Dritte Welt" auf Mindanao basiert auf einer sinnvollen
Ergänzung der Möglichkeiten zweier Organisationen, die
völlig verschiedene medizinische Leistungen anbieten und Arbeitskonzepte
haben. Wir alle hoffen, dass diese Zusammenarbeit eine Fortsetzung
findet.
Peter Sieg, Lübeck
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