6. INTERPLAST-Einsatz in Manyemen / Kamerun 21.11. - 02.12.2003

In diesem Jahr war ein Team der Sektion Schopfheim zum 6. Mal zu einem Operationseinsatz in den Medical Institutions Manyemen / Kamerun. Geplant war ausser dem Operationseinsatz im Urwaldhospital Manyemen auch ein Besuch der Gesundheitsstation Dikome in den Rumpi Hills, einer Einrichtung, die von Schopfheim aus schon seit Jahren unterstützt wird. Leider war Dikome nicht zu erreichen, da nach Ende der Regenzeit die Pisten noch nicht wieder präpariert waren, so dass selbst die Pick-up´s steckenblieben.

Mit einem 4 köpfigen Team starteten wir von Strassburg über Paris nach Douala mit Air Cameroon, wobei die Gepäcksituation großzügig abgewickelt wurde. Leider blieb beim Transit in Paris durch Air France die Hälfte des Gepäcks liegen und konnte erst nach weiteren 2 Tagen nach Douala gebracht werden, so dass hierdurch vermehrte Kosten und auch ein Zeitverlust die Folge waren.

Die Medical Instituions Manyemen liegen in der Südwestprovinz und damit im englischsprachigen Teil von Kamerun, ca. 250 km nördlich von Douala, wofür man bei den schlechten Straßenverhätnissen jedoch etwa 6 Stunden, z.T. abenteuerlicher Autofahrt benötigt.

Das Urwaldkrankenhaus hat etwa 120 Betten und was für uns von entscheidender Bedeutung war, einen gut nutzbaren Operationsraum mit 2 Tischen, wobei zeitweilig eine wenn auch nur mäßig wirksame Klimaanlage zur Verfügung stand.


Besonders beeindruckend war die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen uns und dem einheimischen Personal, wobei wir insbesondere anästhesiologisch ausschließlich durch die dortige Abteilung versorgt wurden.

Die hohen Temperaturen und die extreme Luftfeuchtigkeit verlangen ihren Tribut bei der täglichen Arbeit und lassen die Arbeitsgeschwindigkeit in kurzer Zeit sinken. Dennoch wurde an 6 Arbeitstagen sowohl die Triage von etwa 100 Patienten, die Durchführung von 42 Operationen bei 36 Patienten, die tägliche Ambulanz und die Versorgung der uns anvertrauten stationären Patienten ohne größere Probleme erledigt.

Die Altersstruktur war diesmal weniger im Kindesalter angesiedelt. Vielmehr standen die ungewöhnlichsten Tumore bei Erwachsenen im Vordergrund. Das üblich Repertoire umfasste natürlich auch die Spalten, die Verbrennungskontrakturen und Handverletzungen.

 

Auf Grund der Essensumstellung und der z.T. ausgesprochen scharfen Speisen waren entsprechende Verdauungsprobleme nicht zu verhindern. Die Flüssigkeitszufuhr konnte mit einem großen Vorrat an vorher gekauftem Mineralwasser gedeckt werden.

Nach wie vor ist die AIDS-Situation unverändert. Bei über 50 % HIV-positiver Patienten muss jede Operation mit besonderer Vorsicht durchgeführt werden. Auch die Operationsindikation ist bisweilen schwierig, z.B. bei bekannter HIV-Infektion und größeren Eingriffen bei weiteren durch die Immunschwäche bestehenden Erkrankungen (z.B. Tb). Kann man es verantworten, auch für das eigene Team, einen ausgedehnten blutreichen Tumor unter diesen Bedingungen zu operieren ?!

Von den Dorfältesten wurde an uns die Bitte herangetragen, neben der rein operativen Tätigkeit auch an die Aidsprävention zu denken und Condome mitzubringen, wobei wir 2500 an die Gesundheitsstationen verteilt haben


Die Keimzelle des Krankenhauses war ursprünglich eine Leprastation, wobei im weiteren Verlauf auch ein allgemeines Krankenhaus gegründet wurde. Die ehemalige Leprastation wird heute für AIDS- und in zunehmendem Maß für Tuberkulose-Patienten verwendet.

Trotz aller Widrigkeiten überwiegt immer wieder die Freude an der Arbeit und die Genugtuung durch die strahlenden Augen der geheilten Patienten. Auch sind alle Teammitglieder zwar müde aber gesund wieder zuhause angekommen.

So ist der nächste Einsatz in Manyemen im Kalender für November 2004 bereits vorgemerkt.

Ich darf mich für die Mitarbeit bei diesem Einsatz herzlich bedanken bei meinem Team:


Dr. Andreas Rudolph
Marco Kuhn, OP-Pfleger
Helmut Sammer, techn. Assistent
Dr. Charles Timah, Chefarzt Manyemen
Dr. Martin, Anästhesist Manyemen


Günter Zabel

 

 

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Einsatzberichte 2009

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