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In diesem Jahr war ein Team der Sektion Schopfheim zum 6. Mal zu
einem Operationseinsatz in den Medical Institutions Manyemen / Kamerun.
Geplant war ausser dem Operationseinsatz im Urwaldhospital Manyemen
auch ein Besuch der Gesundheitsstation Dikome in den Rumpi Hills,
einer Einrichtung, die von Schopfheim aus schon seit Jahren unterstützt
wird. Leider war Dikome nicht zu erreichen, da nach Ende der Regenzeit
die Pisten noch nicht wieder präpariert waren, so dass selbst
die Pick-up´s steckenblieben.
Mit einem 4 köpfigen Team starteten wir von Strassburg über
Paris nach Douala mit Air Cameroon, wobei die Gepäcksituation
großzügig abgewickelt wurde. Leider blieb beim Transit
in Paris durch Air France die Hälfte des Gepäcks liegen
und konnte erst nach weiteren 2 Tagen nach Douala gebracht werden,
so dass hierdurch vermehrte Kosten und auch ein Zeitverlust die
Folge waren.
Die Medical Instituions Manyemen liegen in der Südwestprovinz
und damit im englischsprachigen Teil von Kamerun, ca. 250 km nördlich
von Douala, wofür man bei den schlechten Straßenverhätnissen
jedoch etwa 6 Stunden, z.T. abenteuerlicher Autofahrt benötigt.
Das Urwaldkrankenhaus hat etwa 120 Betten und was für uns
von entscheidender Bedeutung war, einen gut nutzbaren Operationsraum
mit 2 Tischen, wobei zeitweilig eine wenn auch nur mäßig
wirksame Klimaanlage zur Verfügung stand.

Besonders beeindruckend war die partnerschaftliche Zusammenarbeit
zwischen uns und dem einheimischen Personal, wobei wir insbesondere
anästhesiologisch ausschließlich durch die dortige Abteilung
versorgt wurden.
Die hohen Temperaturen und die extreme Luftfeuchtigkeit verlangen
ihren Tribut bei der täglichen Arbeit und lassen die Arbeitsgeschwindigkeit
in kurzer Zeit sinken. Dennoch wurde an 6 Arbeitstagen sowohl die
Triage von etwa 100 Patienten, die Durchführung von 42 Operationen
bei 36 Patienten, die tägliche Ambulanz und die Versorgung
der uns anvertrauten stationären Patienten ohne größere
Probleme erledigt.
Die Altersstruktur war diesmal weniger im Kindesalter angesiedelt.
Vielmehr standen die ungewöhnlichsten Tumore bei Erwachsenen
im Vordergrund. Das üblich Repertoire umfasste natürlich
auch die Spalten, die Verbrennungskontrakturen und Handverletzungen.
Auf Grund der Essensumstellung und der z.T. ausgesprochen scharfen
Speisen waren entsprechende Verdauungsprobleme nicht zu verhindern.
Die Flüssigkeitszufuhr konnte mit einem großen Vorrat
an vorher gekauftem Mineralwasser gedeckt werden.
Nach wie vor ist die AIDS-Situation unverändert. Bei über
50 % HIV-positiver Patienten muss jede Operation mit besonderer
Vorsicht durchgeführt werden. Auch die Operationsindikation
ist bisweilen schwierig, z.B. bei bekannter HIV-Infektion und größeren
Eingriffen bei weiteren durch die Immunschwäche bestehenden
Erkrankungen (z.B. Tb). Kann man es verantworten, auch für
das eigene Team, einen ausgedehnten blutreichen Tumor unter diesen
Bedingungen zu operieren ?!
Von den Dorfältesten wurde an uns die Bitte herangetragen,
neben der rein operativen Tätigkeit auch an die Aidsprävention
zu denken und Condome mitzubringen, wobei wir 2500 an die Gesundheitsstationen
verteilt haben
Die Keimzelle des Krankenhauses war ursprünglich eine Leprastation,
wobei im weiteren Verlauf auch ein allgemeines Krankenhaus gegründet
wurde. Die ehemalige Leprastation wird heute für AIDS- und
in zunehmendem Maß für Tuberkulose-Patienten verwendet.
Trotz aller Widrigkeiten überwiegt immer wieder die Freude
an der Arbeit und die Genugtuung durch die strahlenden Augen der
geheilten Patienten. Auch sind alle Teammitglieder zwar müde
aber gesund wieder zuhause angekommen.
So ist der nächste Einsatz in Manyemen im Kalender für
November 2004 bereits vorgemerkt.
Ich darf mich für die Mitarbeit bei diesem Einsatz herzlich
bedanken bei meinem Team:
Dr. Andreas Rudolph
Marco Kuhn, OP-Pfleger
Helmut Sammer, techn. Assistent
Dr. Charles Timah, Chefarzt Manyemen
Dr. Martin, Anästhesist Manyemen
Günter Zabel
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