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Das von André Borsche zusammengestellte Team: 1 Narkoseschwester,
1 OP-Schwester, 2 Anästhesistinnen, 4 Chirurgen, 1 Springerin,
startete von Frankfurt aus, über Paris - Sao Paulo - Brasilia
- Hier wurden wir auf Vermittlung von Prof. Widmaier am Flugplatz
von einem brasilianischen Geschäftsmann mit unseren 18 Koffern
reibungslos durch den Zoll gelotst. Nun konnten André und
wir alle entspannt weiterfliegen nach Sao Luiz; wo uns Fransceco
mit einem Kleinbus abholte. Nach gut 4 stündiger Fahrt waren
wir am Samstag, den 06.09. abends wohlbehalten, müde und glücklich
am Ziel in Coroatá. Die beiden Franziskanerinnen, die Solanusschwestern
Veronika und Mirjam mit ihrem Team hatten das kleine Krankenhaus
perfekt hergerichtet. Wir wurden sehr herzlich mit einem schönen
Abendessen empfangen. Am folgenden Tag - Sonntag - warteten schon
viele Patienten. Nach dem Frühstück wurden dann unser
Material ausgepackt, verstaut, die Geräte - Narkose - Op-Tische
- Lampen, Sterilisator etc hergerichtet und schon begonnen, Patienten
anzusehen. Da wir schon recht früh mit den gesamten Vorbereitungen
fertig waren, haben wir am Nachmittag schon die ersten Patienten
operiert. Das ging dann gleich bis 9 Uhr abends. Wir konnten an
zwei OP-Tischen gleichzeitig arbeiten.

Intubation
Durch die sorgfältige, rechtzeitige Ankündigung unseres
Einsatzes kamen sehr viele Patienten. Insgesamt sahen wir über
200 Kranke, die zum Teil eine Busfahrt von über 9 Stunden hinter
sich hatten. Operiert haben wir in diesen10 Tagen 12o Patienten
wovon der jüngste 3 Monate und der älteste weit über
8o Jahre alt war; die Diagnosen umfassten: Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten,
ausgeprägte Gigantomastien, Narbenkontrakturen nach Verbrennungen,
Hauttumoren, Ganglien an Händen und Füssen etc..

Narbenkontraktur
Das Team hatte sich sehr schnell auf einander eingearbeitet, sodass
sehr zügig und reibungslos alles Hand in Hand.verlief. Der
Tag begann um 7 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück, anschließend
wurde Visite gemacht und von den Anästhesistinnen bereits die
ersten Patienten vorbereitet, so dass von 8 Uhr an den ganzen Tag
durch an zwei Tischen operiert werden konnte; an einigen Tagen bis
10 halb 11 nachts, unterbrochen von einer kleinen Mittagspause.
Die Schwestern und ihre brasilianischen Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter
haben das harte Arbeitspensum ganz mitgetragen.

Defekter Sauger
Weil alles so glatt lief, gab es bis zum Schluss zu unserer großen
Erleichterung keine ernsten Komplikationen. Während der Operationen
lief parallel die Ambulanz mit Patientenuntersuchung und Verbänden.

OP-Schwester Andrea
Bericht "Erfahrungen einer OP-Schwester bei ihrem 1. INTERPLAST-Einsatz"
Nach 5 Tagen hatten wir dann einen Ruhetag, an dem nur Visite gemacht
wurde. Sr. Mirjam nahm uns alle mit ihrem Pick up ins Interieur
mit, zu einer Landarbeiterfamilie, die sie betreut. So bekamen wir
einen ganz kleinen Einblick in Land und Leute. Vorher besuchten
wir noch einem katholischen Kindergarten, die Kathedrale und den
Konvent der Solanusschwestern in Coroatá. Dieser Tag war
eine interessante und wohltuende Unterbrechung unserer Arbeit. In
den nächsten Tagen ging es dann mit aller Kraft weiter. Die
von INTERPLAST zusammengestellte Ausrüstung = Instrumente,
Nahtmaterial, Narkosemittel, etc etc , was man zur Rundumversorgung
benötigte, war perfekt zusammengestellt und reichte für
die vielen Operationen bis zum letzten Tag aus.

Sterilisator
Das brasilianische Team: die Köchin, die jeden Tag mit phantasievollem
abwechslungsreichen Essen unsere gute Laune steigerte, Franscesco
der Driver, der die Patienten von der Stadt zu unsrem kleinen Hospital
fuhr, Mahon, die uns bei den Operationen assistierte, Patienten
versorgte, uns half mit unseren fehlenden Sprachkenntnissen uns
bei den Patienten verständlich zu machen usw. usw. - und noch
den vielen anderen Helferinnen und Helfer, von der Wäscherin
bis zum Hilfspfleger, waren begeistert bei der Arbeit. So eine mitreißende
gute Atmosphäre zu schaffen, war das Werk von Sr. Veronica
und Sr. Mirjam, die abends als letzte die Arbeit verließen
und morgens als erste wieder zur Stelle waren. Sie hatten schon
Wochen vorher das Haus hergerichtet, die Wände weiß gestrichen
und alles sehr umsichtig und perfekt vorbereitet. Die Dankbarkeit
der Patienten berührte uns alle sehr.

Hubertus Tilkorn erklärt
Abends hingen wir todmüde aber glücklich in den Hängematten
auf unsrer Veranda.
In der letzten Woche haben wir uns dann noch einmal einen Morgen
davon gestohlen, das heißt wir fingen erst um 10 Uhr an mit
der Arbeit, um in Coroatá über den monatlichen Wochenmarkt
zu schlendern. Da gab es Gelegenheit Hängematten einzukaufen,
was auch sehr reichlich genutzt wurde.

Der Arm ist wieder frei beweglich
Mit einem großen Abschiedsfest am letzten Abend - ein fantastisches
Buffet wurde im Innenhof der Klinik aufgetischt, es wurde getanzt
und lange Reden gehalten, Bischof Pünder kam und noch etliche
Honoratioren der Stadt - wurde dieser INTERPLAST-Einsatz abgerundet.
Es war für alle Beteiligte eine begeisternde Zeit, für
die Patienten wie auch für uns.

Team
Hubertus Tilkorn, Münster
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