INTERPLAST - Einsatz Coroatá/Maranhao - Brasilien
05. bis 19.09. 2003

Das von André Borsche zusammengestellte Team: 1 Narkoseschwester, 1 OP-Schwester, 2 Anästhesistinnen, 4 Chirurgen, 1 Springerin, startete von Frankfurt aus, über Paris - Sao Paulo - Brasilia - Hier wurden wir auf Vermittlung von Prof. Widmaier am Flugplatz von einem brasilianischen Geschäftsmann mit unseren 18 Koffern reibungslos durch den Zoll gelotst. Nun konnten André und wir alle entspannt weiterfliegen nach Sao Luiz; wo uns Fransceco mit einem Kleinbus abholte. Nach gut 4 stündiger Fahrt waren wir am Samstag, den 06.09. abends wohlbehalten, müde und glücklich am Ziel in Coroatá. Die beiden Franziskanerinnen, die Solanusschwestern Veronika und Mirjam mit ihrem Team hatten das kleine Krankenhaus perfekt hergerichtet. Wir wurden sehr herzlich mit einem schönen Abendessen empfangen. Am folgenden Tag - Sonntag - warteten schon viele Patienten. Nach dem Frühstück wurden dann unser Material ausgepackt, verstaut, die Geräte - Narkose - Op-Tische - Lampen, Sterilisator etc hergerichtet und schon begonnen, Patienten anzusehen. Da wir schon recht früh mit den gesamten Vorbereitungen fertig waren, haben wir am Nachmittag schon die ersten Patienten operiert. Das ging dann gleich bis 9 Uhr abends. Wir konnten an zwei OP-Tischen gleichzeitig arbeiten.



Intubation


Durch die sorgfältige, rechtzeitige Ankündigung unseres Einsatzes kamen sehr viele Patienten. Insgesamt sahen wir über 200 Kranke, die zum Teil eine Busfahrt von über 9 Stunden hinter sich hatten. Operiert haben wir in diesen10 Tagen 12o Patienten wovon der jüngste 3 Monate und der älteste weit über 8o Jahre alt war; die Diagnosen umfassten: Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten, ausgeprägte Gigantomastien, Narbenkontrakturen nach Verbrennungen, Hauttumoren, Ganglien an Händen und Füssen etc..



Narbenkontraktur


Das Team hatte sich sehr schnell auf einander eingearbeitet, sodass sehr zügig und reibungslos alles Hand in Hand.verlief. Der Tag begann um 7 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück, anschließend wurde Visite gemacht und von den Anästhesistinnen bereits die ersten Patienten vorbereitet, so dass von 8 Uhr an den ganzen Tag durch an zwei Tischen operiert werden konnte; an einigen Tagen bis 10 halb 11 nachts, unterbrochen von einer kleinen Mittagspause. Die Schwestern und ihre brasilianischen Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter haben das harte Arbeitspensum ganz mitgetragen.



Defekter Sauger


Weil alles so glatt lief, gab es bis zum Schluss zu unserer großen Erleichterung keine ernsten Komplikationen. Während der Operationen lief parallel die Ambulanz mit Patientenuntersuchung und Verbänden.



OP-Schwester Andrea



Bericht "Erfahrungen einer OP-Schwester bei ihrem 1. INTERPLAST-Einsatz"

 


Nach 5 Tagen hatten wir dann einen Ruhetag, an dem nur Visite gemacht wurde. Sr. Mirjam nahm uns alle mit ihrem Pick up ins Interieur mit, zu einer Landarbeiterfamilie, die sie betreut. So bekamen wir einen ganz kleinen Einblick in Land und Leute. Vorher besuchten wir noch einem katholischen Kindergarten, die Kathedrale und den Konvent der Solanusschwestern in Coroatá. Dieser Tag war eine interessante und wohltuende Unterbrechung unserer Arbeit. In den nächsten Tagen ging es dann mit aller Kraft weiter. Die von INTERPLAST zusammengestellte Ausrüstung = Instrumente, Nahtmaterial, Narkosemittel, etc etc , was man zur Rundumversorgung benötigte, war perfekt zusammengestellt und reichte für die vielen Operationen bis zum letzten Tag aus.



Sterilisator


Das brasilianische Team: die Köchin, die jeden Tag mit phantasievollem abwechslungsreichen Essen unsere gute Laune steigerte, Franscesco der Driver, der die Patienten von der Stadt zu unsrem kleinen Hospital fuhr, Mahon, die uns bei den Operationen assistierte, Patienten versorgte, uns half mit unseren fehlenden Sprachkenntnissen uns bei den Patienten verständlich zu machen usw. usw. - und noch den vielen anderen Helferinnen und Helfer, von der Wäscherin bis zum Hilfspfleger, waren begeistert bei der Arbeit. So eine mitreißende gute Atmosphäre zu schaffen, war das Werk von Sr. Veronica und Sr. Mirjam, die abends als letzte die Arbeit verließen und morgens als erste wieder zur Stelle waren. Sie hatten schon Wochen vorher das Haus hergerichtet, die Wände weiß gestrichen und alles sehr umsichtig und perfekt vorbereitet. Die Dankbarkeit der Patienten berührte uns alle sehr.



Hubertus Tilkorn erklärt


Abends hingen wir todmüde aber glücklich in den Hängematten auf unsrer Veranda.
In der letzten Woche haben wir uns dann noch einmal einen Morgen davon gestohlen, das heißt wir fingen erst um 10 Uhr an mit der Arbeit, um in Coroatá über den monatlichen Wochenmarkt zu schlendern. Da gab es Gelegenheit Hängematten einzukaufen, was auch sehr reichlich genutzt wurde.

 



Der Arm ist wieder frei beweglich


Mit einem großen Abschiedsfest am letzten Abend - ein fantastisches Buffet wurde im Innenhof der Klinik aufgetischt, es wurde getanzt und lange Reden gehalten, Bischof Pünder kam und noch etliche Honoratioren der Stadt - wurde dieser INTERPLAST-Einsatz abgerundet. Es war für alle Beteiligte eine begeisternde Zeit, für die Patienten wie auch für uns.

 



Team

 

Hubertus Tilkorn, Münster

 

 

Interplast
Einsatzberichte 2009

Einsatzberichte 2009



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