Einsatz Burma Dezember 2003 - Januar 2004 Bagan und Thandwe

Sektion München


Kaku

 

Team 15 A:
Einsatzort: Bagan und Thandwe, 20.12.2003 - 08.01.2004

Projektleitung: Prof. Kim Maung Lwin, General Hospital, Yangon: Abt. für Maxillo
Facial Surgery and Plastic Surgery.
Heinrich Schoeneich, Sektionsleitung München, Alexander Nette
Koordination vor Ort, Jürgen von Jordan, Oliver Ket Ket, Mr. Aung Aung

Plastische Chirurgie: Dr. Heinrich Schoeneich
Dr. Christine Hagenmaier
Anästhesie: Dr. Angelika Wagner
Dr. Petra Wagner
Dr. Martina Rieffert
OP-Schwester: Iris Kuriakos-Gantenbein

Studenten: Moritz Schoeneich
Veronika Wagner

Team 15 B:
Einsatzort: Thandwe 08.01.2004 - 16.01.2004
Plastische Chirurgie: Dr. Klaus Exner
Dr. Bianca Baican
Anästhesie: Dr. Axel Fischer

OP-Schwester: Yvonne Göck



Die Einsatzorte Bagan und Thandwe sind für unsere Burma-Teams bekannte eingespielte Orte. Die Vorbereitung und das Patienten-Screening wurden wie immer durch zwei langjährige Vertrauensleute, Mr. Aung Aung und Mr. Oliver Ket Ket vorbildlich durchgeführt.
In unserer Basisstation Bagan, wo wir vor vier Jahren unser erstes Operationsmodul fertig stellen konnten, stehen uns 2 Operationssäle zur Verfügung, so dass wir an vier OP - Tischen arbeiten können. Der von der Münchenerin Eva Felten 2003 gestiftete Female Ward war bereits in Betrieb und wird einwandfrei gepflegt.(Abb. 1,2 )

 

Abb. 1,2 Femal ward Neubau

 

Abb.3 Altbau male ward

 

Insgesamt wurden in Bagan und Thandwe 211 Patienten operiert . Es blieben fast keine wartenden Patienten zurück. Das OP Spektrum hat sich im Vergleich zu den vorigen Jahren verschoben. Durch gesteigerte burmesische Eigenleistung mit ihren eigenen Teams konnten wir einen Rückgang der Lippen-Kiefer-Gaumenspalten Operationen feststellen.. Bei früheren Einsätzen betrugen diese über 70%, jetzt unter 50%. Eine Zunahme der Indikation erfolgte im Bereich der verbrennungsbedingten Hand-und Fußkontrakturen, sowie Polio- und Klumpfüsse.
Von der Münchener Firma Giesecke und Devrient wurde in Thandwe ein Bettentrakt und Funktionstrakt finanziert, der jetzt zur Verfügung stand. Der OP-Bereich wurde vor 2 Jahren durch uns aufgerüstet durch Anschaffung eines Autoklaven (Abb.5), Operationslampen, Instrumenten und Narkosegerät, so dass auch hier ein räumlich zufriedenstellendes, paralleles Arbeiten zweier deutsch-burmesischer Teams möglich war.

Gemeinsam mit dem "Förderverein Myanmar" und dem " Senior Experten Klub SES" wurde in Thandwe ein Phillips Röntgengerät installiert (Abb.5). Herr Bader, Entwicklungsingenieur dieses Gerätes, wird demnächst 8 Wochen vor Ort sein und ein Schulungsprogramm durchführen. Diese sinnvollen SES Aktivitäten werden von BMZ in Bonn unterstützt .
Die Bettenverhältnissen auf den Stationen sind äußerst einfach, sie ähneln den häuslichen Verhältnissen der Patienten, Holzbrett anstelle einer Matratze und die eigene, mitgebrachte Strohmatte als Unterlage (Abb.3).

 



Abb. 4 Phillips Röntgengerät

 

Autoklave

Durch die Integration von routinierten MKG-Operateuren in unser plastisches Team sind die üblichen Vorurteile unserer Standespolitiker im Münchener Team vergessen. Die hohe fachliche Kompetenz und ausgezeichnete Teamfähigkeit von Fr. Dr. Christine Hagenmaier, (Oberärztin unter Prof. Ehrenfeld in der Klinik für MKG der LMU München)zeigte "fachübergreifend" wie viel wir von einander profitieren können.

Für eine bessere postoperative Versorgung, besonders nach Abreise der Teams, haben wir einen Nachsorgebogen entwickelt, der in einer Klarsichtfolie am Patientenbett hängt. Dieser ist auf englisch und burmesisch verfasst, so dass hier alle wesentlichen Punkte durch Ankreuzen festgehalten werden und die einheimischen Kollegen, Ärzte und Schwestern auch nach Abreise genaueste Instruktionen für die Wundversorgung nachlesen können.
Trotz häufig unzulänglicher Nachsorge, die manchmal überhaupt nicht stattfindet, bin ich immer wieder erstaunt, Patienten ein Jahr später zu sehen, die ein gutes, funktionierendes Ergebnis nach durchgeführter Vollhautplastik im Handbereich zeigen. Hier scheint es doch eine natürliche Eigenmotivation zu geben, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Dies entkräftet ein wenig die Vorwürfe der unzureichenden Nachsorge. Trotzdem wäre bei rein hand- und verbrennungschirurgisch ausgerichteten Einsätzen die Mitnahme von Ergo- und Physiotherapeuten überaus wünschenswert.
Neben den zahlreichen Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und Verbrennungskontrakturen möchte ich einige Fälle erwähnen:
Eine frische Oberarm-Quetsch-Ausrissverletzung eines jungen Fischers mit Zerreißung des N. medianus und langem Ausriss der art. axillaris konnte hier in einer 4-stündigen Operation durch die Interposition der Vena saphena die Durchblutung des Armes gesichert werden und der Nerv teiladaptiert werden.

Ein weiterer Fall zeigte sich bei einem 17-jährigen Hermaphroditen mit männlichem äußeren Erscheinungsbild, angelegter Mamma, fehlender Scheide, Hoden und Minipenoid. Hier konnten wir das männliche Erscheinungsbild durch subkutane Mastektomie und Klitorisver-längerung eine deutlich Verbesserung des männlichen Erscheinungsbildes erreichen.

Abb.7 Sternomentale Kontraktur prae u. post OP

Eine klassische sternomentale Kontraktur mit Unterlidektropium (Abb.7) zeigte hier durch ein großes Vollhauttransplantat funktionelle Verbesserung nach dem ersten operativen Schritt. In 4 Wochen wird die 2 OP Sitzung mit Mundwinkelerweiterung und Narbenkorrektur in Yangon während des Meningocelen Workshop von Prof. Mühlbauers Team operiert werden.(Abb.8)

 


Abb.8

 

 

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Einsatzberichte 2010

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