Shuhada-Clinic in Jaghori, Afghanistan 2002

vom 09. - 16.04

Unsere Kontakte zur Shuhada-Organisation, insbesondere zu ihrer Leiterin Frau Dr. Sima Samar, sind jetzt 6 Jahre alt. Zweimal operierten wir afghanische Patienten in der Shuhada-Clinic in Quetta/Belutchistan (Pakistan). Für das vergangene Jahr hatten wir unseren dritten Aufenthalt dort geplant. Frau Dr. Samar, seinerzeit Ministerin für Frauenfragen im Kabinett Karsai, fragte an, ob wir bereit wären, in „ihrer“ Klinik im Hazarajad, im Zentrum Afghanistans, in Jaghori zu arbeiten und zu operieren. Gleichzeitig fragte sie, ob es uns möglich sei, auch Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten zu versorgen.
Wir haben beide Fragen bejaht. Mit Hilfe der Bundeswehr konnten wir über eine Tonne Hilfsgüter nach Afghanistan bringen. Wir haben die Fracht dann auf Autos verladen und ins Hochland des Hazarajad gebracht. Mit Dr. Peter Schindelhauer stieß ein Berliner Mund-Kiefer-Gesichtschirurg zu uns. Mit dabei waren außerdem die Pakistan-Bewährten Dr. Hassan Al Attar und Dr. Enno Barlag, die zusammen mit dem Team-Leiter Dr. Arnulf Lehmköster am Vredener St. Marien-Hospital arbeiten.

 

 

Nach wahrhaft abenteuerlicher, 200 km langer Fahrt, fanden wir eine Klinik vor, die unsere bescheidenen Erwartungen weit übertraf.

20 teilweise schwerste Defekte, insbesondere im Kiefer- und Gaumenbereich, wurden von Peter versorgt, die übrigen plastischen Operationen umfassten das übliche Spektrum: Verbrennungskontrakturen, frische Verbrennungen, Verletzungsfolgen, Weichteilgeschwulste usw. 50 derartiger Operationen wurden durchgeführt.

Unter anderem versorgten wir ein 1- oder 2-jähriges Kind mit frischen Verbrennungen im gesamten Kopfbereich, welches in Deutschland sicher in einer Spezialabteilung mit Kinder-Verbrennungs-Intensivstation versorgt worden wäre.

 


Tief beeindruckte uns die Hilfsbereitschaft aller Mitarbeiter: Mohamed Jumar, der uns Tag und Nacht im Rahmen der Möglichkeiten jeden Wunsch erfüllte.

 

 

Das Arzt-Ehepaar Hassani, die sich mit großem Erfolg um die Organisation und Kanalisierung der Patientenströme kümmerten, ständig beim Operieren aktiv dabei waren, etc.

 

 

Beeindruckend die Landschaft: Ein karges aber schönes bergiges Hochland.

 

 

Wären nicht die nachmittäglichen B 52-Bomber, die über Jaghori von Osten kommend nach Süden abdrehten, gewesen, wäre der Krieg fast außerhalb der Tagesrealität gewesen. Beeindruckend, bedrückend, die bittere Armut der Bevölkerung. Und doch, zufriedene Menschen , ein Krankenhaus, in dem, wenn Verbrauchsgüter vorhanden sind, effektiv gearbeitet werden kann !

 

 

Arnulf Lehmköster

 

 

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Einsatzberichte 2010

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