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vom 09. - 16.04
Unsere Kontakte zur Shuhada-Organisation, insbesondere zu ihrer
Leiterin Frau Dr. Sima Samar, sind jetzt 6 Jahre alt. Zweimal operierten
wir afghanische Patienten in der Shuhada-Clinic in Quetta/Belutchistan
(Pakistan). Für das vergangene Jahr hatten wir unseren dritten
Aufenthalt dort geplant. Frau Dr. Samar, seinerzeit Ministerin für
Frauenfragen im Kabinett Karsai, fragte an, ob wir bereit wären,
in „ihrer“ Klinik im Hazarajad, im Zentrum Afghanistans,
in Jaghori zu arbeiten und zu operieren. Gleichzeitig fragte sie,
ob es uns möglich sei, auch Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten
zu versorgen.
Wir haben beide Fragen bejaht. Mit Hilfe der Bundeswehr konnten
wir über eine Tonne Hilfsgüter nach Afghanistan bringen.
Wir haben die Fracht dann auf Autos verladen und ins Hochland des
Hazarajad gebracht. Mit Dr. Peter Schindelhauer stieß ein
Berliner Mund-Kiefer-Gesichtschirurg zu uns. Mit dabei waren außerdem
die Pakistan-Bewährten Dr. Hassan Al Attar und Dr. Enno Barlag,
die zusammen mit dem Team-Leiter Dr. Arnulf Lehmköster am Vredener
St. Marien-Hospital arbeiten.

Nach wahrhaft abenteuerlicher, 200 km langer Fahrt, fanden wir
eine Klinik vor, die unsere bescheidenen Erwartungen weit übertraf.
20 teilweise schwerste Defekte, insbesondere im Kiefer- und Gaumenbereich,
wurden von Peter versorgt, die übrigen plastischen Operationen
umfassten das übliche Spektrum: Verbrennungskontrakturen, frische
Verbrennungen, Verletzungsfolgen, Weichteilgeschwulste usw. 50 derartiger
Operationen wurden durchgeführt.
Unter anderem versorgten wir ein 1- oder 2-jähriges Kind
mit frischen Verbrennungen im gesamten Kopfbereich, welches in Deutschland sicher in einer Spezialabteilung mit Kinder-Verbrennungs-Intensivstation versorgt worden wäre.

Tief beeindruckte uns die Hilfsbereitschaft aller Mitarbeiter:
Mohamed Jumar, der uns Tag und Nacht im Rahmen der Möglichkeiten
jeden Wunsch erfüllte.

Das Arzt-Ehepaar Hassani, die sich mit großem Erfolg um die
Organisation und Kanalisierung der Patientenströme kümmerten,
ständig beim Operieren aktiv dabei waren, etc.

Beeindruckend die Landschaft: Ein karges aber schönes bergiges
Hochland.

Wären nicht die nachmittäglichen B 52-Bomber, die über
Jaghori von Osten kommend nach Süden abdrehten, gewesen, wäre
der Krieg fast außerhalb der Tagesrealität gewesen. Beeindruckend,
bedrückend, die bittere Armut der Bevölkerung. Und doch,
zufriedene Menschen , ein Krankenhaus, in dem, wenn Verbrauchsgüter
vorhanden sind, effektiv gearbeitet werden kann !

Arnulf Lehmköster
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