Einsatzbericht Metu/ Jimma, Äthiopien 2002
Interplasteinsatz in Metu und Jimma

Der Einsatz eines Interplast-Teams nach Metu und Jima (Äthiopien) wurde auf Wunsch vom MFM (Menschen für Menschen) in Okt. O2 vom 19.10. bis 2.11.02 durchgeführt. Es sollte durch das Team mit Plastischen Chirurgen eine Fortbildungsveranstaltung für das Medizinische Personal des MFM geleiteten Krankenhaus in Metu und im Unikrankenhaus in Jimma durchgeführt werden. Hierbei war der Wunsch besonders von Herrn Professor Schweiberer, ehemaliger Direktor der Chirurgischen Klinik Innenstadt der LMU München die Plastische Chirurgie in Aethopien einzuführen und die vielen Operationsmethoden zur Behandlung von angeborenen und erworbenen Anomalien bei dem Patienten zu demonstrieren und somit eine Verbesserung der Funktion und Aesthetik zu erzielen.
Die Reisekosten werden von Pro-Interplast Seligenstadt (Frau Huck) gesponsert. Die Ausrüstung sowie Nahtmaterial wurde zum großen Teil von der Fa. Serag Wiessner uns zur Verfügung gestellt.

Das Team bestand aus 6 medizinischen Mitarbeitern:

Prof. Dr Dr. W. Stock - Plast. Chirurg und Handchirurg
Dr. P. Ramatschi - Plastischer Chirurg
Dr. G. Jellinghaus - Anästhesistin
Frau C. John - Intensivschwester
Frau K. Schwabe - Op Schwester
Herr Pakdaman - Anästhesiepfleger
 
Unsere Reise begann am 19.10.2002 mit Direktflug von Frankfurt nach Addis Ababa (Aethiopien). Dort wurde übernachtet. Am nächsten Tag ging es weiter nach Gore – einem Flugplatz ca. 1 Std entfernt von Metu unserem Einsatzort.

In Metu wurden wir von Karl Heinz Böhm begrüßt.

 

 

Neben dem Krankenhausaufbau hat er dort viel geleistet. Er unterhält eine Zentrale für seine landwirtschaftlichen Vorhaben sowohl auch ein Team zur Bekämpfung von Aids und ein eindrucksvolles Kinderheim, das sich selbst trägt.

Am Montag wurde die Arbeit aufgenommen und die vorbereiteten Patienten angeschaut und beschlossen, welche Therapie aus unserer Sicht möglich war. Neben der Behandlung von LKG `s war der Wunsch hauptsächlich große Gewebedefekte und Konstruktion nach Verbrennungen durch Vollhautplastiken und Verschiebeplastiken bis zu freien Lappenplastiken zu decken und zu rekonstruieren. Daneben bestand eine große Nachfrage bei handchirurgischen Problemen wie Kontrakturen, Sehnen- und Nervenverletzungen.

 

 

So verging die erste Woche sehr schnell, gleichzeitig wurde für das Wochenende ein 10 km Lauf –„Run against HIV“ von unserer Gruppe organisiert. Es kamen ca. 100 Läuferinnen und Läufer die am Samstag daran teilnahmen. Den Siegern wurden Sach- und Geldpreise überreicht, die Teilnahme war enorm groß und übertraf unsere Vorstellungen.

Der Abschied aus Metu wurde abends bei einem großen Lagerfeuer gefeiert mit Prof. Schweiberer, Dr. Ignea und der ganzen Medinzinischen Crew von Interplast und dem Krankenhaus Metu. Es fiel uns sehr schwer, da wir dort Arbeitsbedingungen vorfanden, die seinesgleichen in der Dritten Welt suchen.
Am Sonntag verließen wir Metu in Richtung Jimma mit zwei Geländewagen und kamen dort nach 6 Stunden Fahrt durch interessante Landstriche über holprige Straßen am Abend an.

 

Abschied von Metu

 

Jimma ist eine Stadt mit ca. 50 000 bis 100 000 Einwohner und liegt auf ca. 1500 Meter Höhe über dem Meeresspiegel in einem grünen Landgürtel bei subtropischen Temperaturen.
Die Universität bietet dort alle Ausbildungswege an und der Ausbau des Campus, wo auch alle Studenten wohnen, macht gute Fortschritte. Das Krankenhaus jedoch ist noch in einem erbärmlichen Zustand, der neugestrichene OP-Trakt ist sehr gewöhnungsbedürftig, da auch viele Ausrüstungsgegenstände etwas Farbe abbekommen haben.
Wieder wurde das Operationsprogramm für die gesamte Woche erstellt.

 

Krankenhaus in Jimma

Hierbei wurden wieder Operationen zusammengestellt bei dem das ganze Spektrum der Plastischen Chirurgie voroperiert werden konnte. Das vorhandene Mikroskop wurde erstmals bei einer Nervenrekonstruktion d. N. medianus eingesetzt.
Täglich konnten ca. 5-8 Patienten versorgt werden und dabei wurden den Kollegen die Plastisch-Chirurgischen Techniken demonstriert.

Der Kontakt mit den Kollegen gestaltete sich auf sehr freundschaftliche Basis so dass nach Rückkehr nach Deutschland eine große Hilfssendung von Instrumenten zusammengestellt und über MFM nach Methu und Jimma geschickt werden konnte.

 

 

Der Einsatz insgesamt war für uns eine neue Bereicherung in unserer plastisch-chirurgischen Tätigkeit und hatte das Ziel, plastisch-chirurgische Operationsmethoden den aethiopischen Kollegen zu zeigen, so dass sie in Zukunft in der Lage sind gewisse Rekonstruktionen selber durchzuführen. Die ersten Ergebnisse wurden schon auf einem Kongress im Dezember 2002 in Addis Ababa vorgestellt.

 

geselliges Zusammensein nach einem langen Arbeitstag.

 
 

Verfassser: Prof. Dr.Dr. med. W. Stock

 

 

Interplast
Einsatzberichte 2010

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