Projekt Pangan, Burma 2001
(Union of Myanmar)

Sektion München

Das Jahr 2001 wird uns allen auf Grund des 11.September in Erinnerung bleiben. Trotz dieser schicksalhaften tragischen Ereignisse, war dieses Jahr für die Sektion München ein Besonders . Nach 1o Jahren Einsätzen Afghanistan, Burma und Afrika ohne öffentliche Resonanz wurden wir plötzlich in die Medienlandschaft gespült und für den Charity Bambi nominiert. Ich habe mich nach Rücksprache mit Andre Borsche entschlossen den Bambi für alle Sektionen von Interplast Germany entgegenzunehmen, da ich meine, daß wir ihn alle verdient haben und ihn für unsere Mission nutzen sollten, nachdem wir jahrelang fast autistisch für uns gearbeitet haben. Wir haben in 10 min ca. 5,5 Mio. Menschen erreichen können und glaube, dass einige sich jetzt an unseren Namen "Interplast Germany" erinnern und uns nicht mehr mit anderen N.G.O. verwechseln.

Unabhängig von dem Medienspektakel um den Bambi haben wir über meinen Kontakt zur Münchener Staatsanwaltschaft über 1,3 Mio. Mark nur an Busgeldern erhalten. Damit haben wir eine finanzielle Dimension erreicht, die nicht einfach zu bewältigen ist, zumal wir nach den Gesetzen der gemeinnützigen Vereine dieses Geld nicht lange in einem festen Depot liegen lassen können. Wir haben uns schon im letzten Jahr entschlossen neben der operativen Tätigkeit nun eine Stufe weiterzugehen und die Infrastrukturen der Krankenhäuser in Burma zu verbessern.

Der Krankenhauspavillon in Pagan, der mit Gesamtkosten von 70 000 $ von uns finanzierte wurde (zweckgebundene Spende), enthält drei Operationsräume, Vorbereitungsräume und Lagerräume, eine komplette Operationseinrichtungen mit Autoklaven, Operationstische, Op-Lampen, Instrumente , wurde jetzt im November erstmalig von dem Münchener Interplast-Team unter der Leitung von Dr. Angelika Wagner, Prof. Mühlbauer und Prof. Anderl genutzt.
Durch gute Zusammenarbeit mit anderen gemeinnützigen Vereinen in Burma, der Myanmar-Foundation, die von meinem Freund Jürgen von Jordan geleitet wird, können wir drei weitere Projekte planen. Myanmar-Foundation finanziert den Rohbau und wir die gesamte Inneneinrichtung, einschließlich Operationsinventar, Generator. Für diese Projekte hat uns die Münchener Gelddrucker Giesecke & Devrient 150 000 US$ zweckbebunden gespendet.
Durch eine persönliche Spende von Frau Eva Felden wird in Pagan neben unserem Operationsmodul ein gynäkologisches Modul aufgebaut mit Op-Trakt, einer Geburtshilfestation, einem Brustschrank und einem Ultraschallgerät. Die drei weiteren Krankenhausprojekte liegen an der Nord-/Westküste von Burma, in Mrauk U und Thandwe. Das dritte Projekt ist Ketung nahe der Grenze zu Laos und Thailand.
Die Myanmar-Foundation baut selbständig Schulen und Waisenhäuser. In dieser Kombination beabsichtigen wir in den nächsten fünf Jahren die entlegenen Provinzen in Burma mit diesen Operationsmodulen zu versorgen. Den Ärzten im Land werden so die Voraussetzungen geschaffen, der Bevölkerung eine bessere medizinische Versorgung zu ermöglichen.

Dieses Jahr werden wir ein Kurzstipendium für 3 Monate an Dr. Win Win To vermitteln. Er wird dann im Klinikum rechts der Isar bei Prof. Biemer, in Bogenhausen bei Prof. Mühlbauer und in Murnau bei Dr. Andreas Schmidt arbeiten können.

Die Universitätsklinik in Rangon hat in den drei Jahren eine Bibliothek von uns erhalten mit den Standardwerken der plastischen Chirurgie und Mund- und Kieferchirurgie, ein gesamter OP wurde von uns bestückt, wobei wir auch überarbeitete Geräte aus Deutschland zur Verfügung gestellt haben. Die Universitätsklinik unter der Leitung von Prof. Khin Maung Lwin soll jetzt mehr Augenmerk auf die Ausbildung junger Assistenten legen und so werden wir auch Workshops mit einheimischen und ausländischen Kollegen in der Verbrennungschirugie, Mikrochirurgie, Chirurgie der Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und klassischer plastischer Chirurgie veranstalten.

 

Neubau des Op - Traktes in Pa

 

Unser letzter Einsatz fand in Dawei, im Süden im äußersten Zipfel von Burma statt. Hier wurden wir von der Premior Oil einer britischen Ölkompanie gesponsert, die uns mit ihren eigenen Flugzeugen nach Thawei brachten, da eine Passage mit dem Auto auf Grund von Sicherheitsbedenken durch Guerilliabewegungen nicht möglich war.
Premior Oil hatte den Einsatz gut vorbereitet, drei Ärzte hatten in den umliegenden Dörfern ca. 400 Patienten gesammelt, von denen wir in der ersten Wochen ca. 98 operieren konnten, in der Regel hier wieder Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und Verbrennungskontrakturen.
Die zweite Hälfte unseres Einsatzes hatten wir dann noch in dem alten Krankenhaus in Pagan vollzogen, wo wir noch einmal 76 Patienten operieren konnten.


Patientenkollektiv Dawei /Pagan 26.12.2000 - 17.1.2001

Ambulant untersucht 426
Operationen 174

LkG 112
Verbrennungsfolgen 15
Handchirurgie 14
Tumore 13
Sonstige 2o

Bei unseren Einsätzen haben wir in den letzten drei Jahren 10 Kraniomeningiome in Burma registriert. Diese Patienten wurden jetzt von Prof. Mühlbauer und Prof. Anderl (siehe Bericht von Dr. Angelika Wagner) in Rangon komplikationsfrei operiert.
In vier Tagen werden wir mit einem großen Team mit Andreas Schmidt, Ortwin Joch und mir als Chirurgen, Frau Angelika Wagner, Frau Gabriele Blaut und Frau Frederike Heusterberg als Anästhesisten, Melissa Proyer und Cornelia Peschel als Op-Schwestern unseren 10. Einsatz in Burma durchführen
In Myitkyina einer nördlichen Region mit großen Einzugsgebiet warten ca. 400 Patienten. Wir versuchen bei nicht einfacher Logistik mit drei deutschen und einen burmesischen Operationsteam möglichst viele Patienten zu erreichen.


Neubau des Op - Traktes in Pa

Ein zweites Team mit Katja Schwentzer, Christine Hagenmaier und Jürgen Unterberger wird dann in Pagan, wo wir die Krankenhauseinweihung mit dem Gesundheitsminister aus Burma und dem deutschen Botschafter Dr. Martin Haas vollziehen werden, arbeiten. Ein freier Parascapularlappen zur Rekonstruktion eines Nomapatientin wartet seit einem Jahr auf Andreas Schmidt . Die ca. 20 jährige Patientin arbeitet seit unserem letzen Einsatz in der Küche unseres Freundes Aung und wird erst nach völliger Rekonstruktion in ihr Heimatdorf zurückkehren. Die letzen Tage ziehen wir an die Küste nach Thandwe und dort noch einmal 40 Patienten, die bereits regisitriert sind einer Operation zu unterziehen.


Einsätze 2001
Burma : 1/2001 Dawei/Pagan, 3/2001 Pagan/ Taungyi , 11 /2001Yangoon/Pagan
Afgahnistan: 4/2001 Chak e Wardak
Nigeria: 7/2001 Sokoto


Heinrich Schoeneich, Andreas Schmidt

 

 

Interplast
Einsatzberichte 2010

Einsatzberichte 2010



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