Cochabamba / Bolivien 16.08.14 – 02.09.14

Montag, 2. Februar 2015

In diesem Jahr war ein Team der Sektion Schopfheim zum 3. Mal zu einem Operationseinsatz in der Klinik für schwerverbrannte Kinder in Cochabamba.

 

Mit einem 11 köpfigen Team starteten wir von Frankfurt nach Sao Paulo mit der Lufthansa, von dort mit BoA über Santa Cruz  nach Cochabamba. Problematisch war der Transport des Gepäcks, da die Lufthansa nur 23 kg/Person befördert und wir daher mit DHL Equipment vorschicken mussten.  Der Einkauf vor Ort war möglich, ist allerdings nicht billig, was durch die wegfallenden Transportkosten aber ausgeglichen wird. Wir werden diese Möglichkeit beim nächsten Mal stärker nutzen.

Der Empfang durch den vor Ort organisierenden Rotarischen Club mit seinem rührigen Präsidenten Carlo Villaroel am Flughafen war überwältigend. Das soziale, gesellschaftliche und organisatorische Engagement blieb über die gesamte Zeit erhalten.

 

Die Klinik für schwerverbrannte Kinder in Cochabamba ist eines der größten Zentren in Bolivien unter Leitung des unermüdlichen und hochqualifizierten Chefarztes Dr. Oscar Romero.

 

Nach entsprechendem Empfang in der Klinik unter Beisein der örtlichen Prominenz konnten wir mit unserer eigentlichen Arbeit beginnen. Die Klinik und auch der rotarische Nachwuchs (Rotaract) hatten bereits seit Wochen Vorarbeit geleistet und Aufklärung auch im ländlichen Bereich und in den umliegenden Bergen durchgeführt.

 

Die Erfahrungen der letzten Jahre machten die Organisation leicht; so konnte zügig der OP und die Anästhesie eingerichtet werden, andererseits die Selektion der Patienten und die entsprechende Dokumentation und Op-Planung. Die Patienten kamen großenteils von weit her und waren Tage unterwegs. Vor Ort hatten sich verschiedene Vereine bereit erklärt, den Familien die Transport- oder Flugkosten zu übernehmen, um nach Cochabamba kommen zu können.

 

Im Hospital standen uns Räumlichkeiten für die Untersuchung und die Nachbehandlung zur Verfügung. Außerdem 2 OP`s, die durch 2 komplette OP-Teams teils bis spät in den Abend hinein genutzt wurden. Der unermüdliche lokale Chefarzt Dr. Romero bewältigte sein eigenes Programm mehrfach anschließend in den Nachtstunden.

 

Wir haben insgesamt knapp 200 Patienten im Alter zwischen 6 Monaten und 13 Jahren untersucht und dokumentiert. Wie immer stellt sich auch diesmal eine größere Anzahl von Patienten mit nicht operationswürdigen Befunden vor, was dann aber ein schwieriges Unterfangen darstellt, Leuten, die von weit her angereist waren, nach nur wenigen Minuten der Untersuchung einen abschlägigen Bescheid geben zu müssen.

 

Bei den ca. 80 zu operierenden Patienten war der zeitliche Aufwand wie immer unterschiedlich, von 20 min bis zu 6 Stdn., wie immer wurden an vielen Patienten auch simultan mehrere Eingriffe durchgeführt. Hierbei waren die unterschiedlichsten Lappenplastiken führend, gefolgt von Voll- und Spalthauttransplantationen.

 

Die Zusammenarbeit mit dem Klinikpersonal gestaltete sich überaus erfreulich. Die Kollegen nutzten die Gelegenheit zum Assistieren und zum Operieren unter Anleitung äußerst rege und auch das paramedizinische Personal tat wirklich alles, um uns die Arbeit zu erleichtern.

 

Unabhängig von der klinischen Arbeit kam auch dieses Mal wieder der gesellschaftliche Anteil nicht zu kurz, neben den offiziellen Events mit Überreichung von Geschenken und Urkunden traf man sich abends in unterschiedlichen Gruppierungen beider Seiten

 

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass nahezu das gesamte Team im Laufe der 2 Wochen an grippalen und intestinalen Problemen erkrankte und zum Teil mehrere Tage nicht zur Verfügung stand.

 

Durch die Größe des Teams war der Einsatz nicht billig. Die Flug- und Unterbringungskosten waren ein großer Posten. Auf Grund der kräftigen Unterstützung durch den Rotarischen Club Leonberg/Weil der Stadt  und der Beteiligung der Sektion Bad Kreuznach sowie der Einnahmen aus 2 Benefiz-Konzerten in Schopfheim war die Bilanz letztlich ausgeglichen.

 

Wir haben mit allen Beteiligten zum Abschluss des Einsatzes vereinbart, den Turnus in 2-jährigem Abstand mit dem großen Team beizubehalten, jedoch in den Zwischenjahren mit einem kleineren Team den Kontakt und die Zusammenarbeit weiter aufrechtzuerhalten und zu intensivieren.

 

So wird ein Team in diesem Sommer erneut nach Cochabamba fliegen.

 

 

 

 

 

Ein großer Dank gilt

 

  • dem rotarischen Club Leonberg/Weil der Stadt unter Leitung des Präsidenten Pablo Torrico, der auch ursprünglich die Verbindung nach Cochabamba hergestellt hatte, für die finanzielle und organisatorische Unterstützung vor Ort
  • dem rotarischen Club Cochabamba unter Leitung des rührigen Präsidenten Carlo Villaroel mit seinem unermüdlichen Team
  • Dr. Oscar Romero mit seiner OP-Schwester Martha und seiner gesamten Mannschaft, die uns jederzeit unterstützte und für eine überaus angenehme Zusammenarbeit beitrug
  • Meinem tollen Team, welches trotz der gesundheitlichen Probleme alles gab, um den Erfolg des Einsatzes nicht zu gefährden
    • Dr. Andre Borsche, Plast. Chirurg
    • Prof. Dr. Stefan Loff, Kinderchirurg
    • Dr. Knud Kober, Anästhesist
    • Christian Bauereis, Anästhesist
    • Eva Sift, Assistenzärztin
    • Deborah Zabel, Physiotherapeutin
    • Marianne Zabel, OP-Schwester
    • Petra Woelki, OP-Schwester
    • Bea Neumann, Anästhesieschwester
    • Margot Roth, Anästhesieschwester

 

G. Zabel