Auf nachTansania – Auf nach Tanga

Sonntag, 26. Januar 2014

Alle Vorbereitungen waren abgeschlossen.

Noch mehr Umzugskartons mit Medikamenten, OP-Materialien und  Verbandsmaterialien als die Jahre zuvor haben sich angesammelt und  da waren noch 3 schwere Koffer mit dem Operationsinstrumentarium, VAC-Pumpen, Elektrokauter, Infusionslösungen und Desinfektionslösungen – alles wie schon in den letzten Jahren.

Und nun am 13. Juli 2013 waren wir auf dem Flughafen Frankfurt/Main zusammengekommen um nach Tanga zu fliegen. Zwei Frauen: unsere OP-Schwerstern Moni und Karla und sechs Mann: Rüdiger, der Team-Leiter, Andreas Winkler, der ältere und Andreas Reith, der jüngere unserer beiden Anästhesisten und Pius Weisser, ein Mund-Kiefer-Chirurg  und Rolf Rausch der Allgemeinchirurg, der Rüdiger schon bei einigen Einsätzen begleitet hatte. Und dann war da noch Max, der als Dokumentationsassistent fungierte.

Die Fluggesellschaft Ethiopian airlines und Lufthansa waren großzügig und gestanden uns Übergepäck kostenfrei zu. Unser privates Gepäck war auf ein Minimum reduziert. Herzlichen Dank an dieser Stelle an die Fluggesellschaften.

Tanga, das Bombo- Hospital, war unser Ziel. Die Einladung kam vom medical district officer persönlich.

.Mit uns reisten noch das Filmteam „unser Film, Unser Weg“ Petra, Holger und Thorsten- sie haben sich zur Aufgabe gemacht, mit Bild und Ton unsere Arbeit zu begleiten.

Wallace Karata, unser Koordinator vor Ort, hatte wieder gute Vorarbeit geleistet.

Das Einchecken in Frankfurt lief reibungslos ab. Nach einem Zwischenstopp in Addis- Abeba landeten wir planmäßig in Dar- Es Salam/Tansania.

Beim Auschecken und Einreisen ging alles irgendwie leicht. Erfreulich unser Gepäck war gut und vollständig angekommen. Und dann waren wir in Tansania.

Mit zurück gereist waren noch Frau und Herr Mramba, ein befreundetes Ehepaar. Er Jurist und sie medizinische Direktorin des Institute für Tse-Tse- Fliegenforschung  in Tanga unterstützten uns bei Auschecken und Einreisen und waren eine große Hilfe.

Die bevorstehende einbrechende Dunkelheit zwang zu einer gewissen Eile. Die Hektik, Geschäftigkeit, das Treiben der Menschen und der wilde Verkehr auf den Straßen Dar es Salaams waren, wie immer, beeindruckend für alle.

Rasch brach die Nacht herein, dort in der Nähe des Äquators, und mit einigen Hindernissen auf der Anreise dann waren wir im Bombo-Hospital in Tanga.

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Nach Beseitigung kleiner organisatorischer Hindernisse konnte es los gehen.Man stellte uns ausreichend Räumlichkeiten zur Verfügung, zwei OP-Säle für Operationen, Lagerung von Instrumentarium und Material, einen Umkleideraum, abschließbar, und einen Aufenthaltsraum, groß mit Kühlschrank für die kleinen Pausen zwischendurch. Man zeigte uns, dass wir willkommen waren.

Am ersten Morgen dann trafen wir uns, wie im Vorjahr, beim regionalen Medizinaldirektor des Bezirks Tanga, Dr. Uredi, um mit ihm unser Vorhaben und unsere Vorstellungen zu besprechen. In freundlicher Atmosphäre wurde uns jegliche Unterstützung zugesagt.

Anschließend begann das Screening der zahlreichen Patienten .Diese waren mit den uns bekannten Erwartungen  teilweise von weit her gekommen, und harrten geduldig aus. In dieser Zeit untersuchten wir weit mehr als 100 Patienten, die zu den Untersuchungsterminen kamen, aber auch bei unseren Visiten auf den Stationen wie immer einfach da waren. In den uns bleibenden acht Operationstagen – der neunte Tag war schon von unserer Abreise am Folgetag bestimmt – konnten wir 72 Operationen und Re-Operationen, sowie Verbandwechsel mit und ohne Narkose durchführen. Es waren zu versorgende frische und alte Verbrennungen, unfallbedingte Narben mit funktioneller Behinderung, Tumore an Haut, Unterhaut, Brust und Abdomen, chronische Wundflächen und Ulcera, die der VAC-Behandlung zugeführt werden mussten und daher auch besonders zeitintensiv waren. Die Firma KCI stellte uns dankenswerterweise Geräte und Material zur Verfügung.

Ebenso aufwendig waren die dramatischen, traurigen Verbrennungsfälle frisch und älter, mit denen wir konfrontiert wurden.

Operiert wurde von morgens 8:00 Uhr bis abends ca. 18:00 Uhr und trotzdem mussten Patienten, die auf unserem Plan standen, unbehandelt zurückbleiben und auf das nächste Jahr vertröstet werden. Auch fanden wir Diagnosen vor, die nicht zu operieren oder nicht operabel waren, nicht mit unseren Mitteln.

Ganz engagiert halfen auch die unseren Anästhesisten zur Seite stehenden Kollegen, insbesondere die Anaesthesischwestern. Namentlich ist hier sicher Sr. Pulcheria zu nennen.

Alles in allem war ein schönes Vertrauensverhältnis zwischen unseren Gastgebern und uns entstanden, was an einem gemütlichen, gemeinsamen Abschiedsabend die Herzen und Zungen der Menschen öffnete und wir so auch von den Nöten der Menschen, Ärzte und der Krankenhausführung des Distrikthospitals erfahren konnten:

Mangel an Geld, fehlendes ärztliches Personal und notwendige Hilfe an vielen Orten. Probleme, auf die auch unser Filmteam bei seinen Recherchen im Umfeld immer wieder gestoßen ist.

Es ist also auch weiter im Distrikt- Hospital  in Tanga noch viel Hilfe und Unterstützung  notwendig, wir können sicher auch in Zukunft noch sinnvoll helfen..

 

 

 

 

Als Team agierten:

Dr. Dr. Rüdiger Herr                               

Plast. Chirurg

Mund-Kiefer- Chirurg -Teamleiter

Rolf Rausch

Chirurg

Dr. Pius Weisser

Mund- Kiefer- Chirurg

Dr. Andreas Reith 

Anästhesist

Dr. Andreas Winkler 

Anästhesist

Frau Monika Sehle-Sohn

OP-Schwester

Frau Karla Ruhnau-Klar

OP-Schwester

Max Sehle-Sohn

Dokumentationsassistent

 

Rüdiger Herr

Teamleiter